Haben Sie die richtige Einstellung?

Unser Experte steht Rede und Antwort.

Bei der Einrichtung am Arbeitsplatz kann man mit ein paar Handgriffen ein gesundes Umfeld für den Rücken schaffen.

Dazu haben wir für Sie ein Interview mit Thomas Lensch geführt. Herr Lensch ist innerhalb der SBK einer der Experten auf dem Gebiet der betrieblichen Gesundheitsförderung, unter anderem mit Zusatzausbildung Ergonomie. Er zeigt Ihnen, wie man mit einfachen Veränderungen das Beste aus seinem Arbeitsplatz herausholen kann.

SBK Online Redaktion: Herr Lensch, was kann ich tun, um meinen Arbeitsplatz optimal zu gestalten?

Thomas Lensch: Es fängt natürlich damit an, dass Sie Ihren Bürostuhl auf Ihre eigene Körpergröße anpassen. Stellen Sie zudem Ihren Bildschirm augen- und nackenverträglich, das heißt mit etwa einer Armlänge Abstand, unterhalb der waagrechten Sichtlinie und leicht nach hinten geneigt, auf. Am Wichtigsten ist letztendlich jedoch, dass Sie sich mit den Einrichtungen Ihres Arbeitsplatzes wohl fühlen und beschwerdefrei arbeiten können. Dazu muss man die Möglichkeiten von Stuhl, Tisch und Monitor natürlich kennen und ausprobieren. Wie Sie Stuhl und Tisch am besten einstellen, habe ich Ihnen hier übersichtlich zusammengestell

Arbeitsstuhl und -tisch richtig einstellen

Die Sitzfläche und die Rückenlehne des Arbeitsstuhls sollten in der Höhe verstellt werden können. Dabei sollte die Rückenlehne ergonomisch geformt sein, sich der natürlichen Form der Wirbelsäule also gut anpassen und idealer weise über eine verstellbare Lendenstütze verfügen. Der Stuhl muss mindestens 5 Rollen haben und sollte stufenlos verstellbar sein. Ein solcher Arbeitsstuhl lässt sich mit wenigen Handgriffen auf die individuellen Körpermaße einstellen:

  • Stellen Sie die Sitzhöhe so ein, dass Ober- und Unterschenkel einen Winkel von etwas mehr als 90° aufweisen. Ihre Oberschenkel sollten nun ganzflächig auf der Sitzfläche aufliegen, ohne dass die Vorderkante des Stuhls gegen die Beinrückseite drückt. Ihre Füße stehen mit der ganzen Sohle auf dem Boden.
  • Die Lendenstütze, bzw. die ergonomisch geformte Rückenlehne, sollte in der Höhe so angepasst werden, dass sie die Lendenwirbelsäule (knapp eine Hand breit über dem Beckenkamm) in ihrer natürlichen Form gut abstützt.
  • Der Arbeitstisch ist idealerweise höhenverstellbar. Bei korrekt eingestelltem Bürostuhl sollte der Winkel zwischen Ober- und Unterarm bei auf dem Tisch aufgelegten Armen etwas mehr als 90° betragen. Die Oberarme hängen dabei senkrecht herunter, die Ellenbogen
  • befinden sich etwa 3 cm über der Tischplatte. Bei nicht höhenverstellbarem Arbeitstisch sollten kleine Personen gegebenenfalls eine rutschfeste, einstellbare Fußstütze benutzen, auf der die Fußsohlen ganzflächig aufgesetzt werden können.


SBK Online Redaktion:
Aber nur mit dem richtig eingestellten Stuhl ist es doch noch nicht getan, oder?

Thomas Lensch: Natürlich nicht. Das Zauberwort heißt hier „dynamisches Sitzen“. Das bedeutet, dass Sie abwechselnd in der vorderen, mittleren und hinteren Position sitzen und dadurch einseitige Druckbelastungen in den Bandscheiben vermeiden. Moderne Bürostühle ermöglichen dies durch bewegliche Rückenlehnen, die sich auf das Körpergewicht des Benutzers einstellen lassen und die Wirbelsäule in allen Sitzpositionen gut abstützen. Außerdem sollten Sie häufig zwischen Sitzen, Stehen und Gehen wechseln und auch einmal einen anderen Stuhl oder ein Stehpult verwenden.


SBK Online Redaktion:
Kann man an seinem Schreibtisch auch noch mehr tun, als die Höhe zu verstellen?

Thomas Lensch:
Auch hier gibt es einiges zu beachten. Entscheidend für eine ergonomische Arbeitshaltung ist die Anordnung von Tastatur und Bildschirm auf dem Arbeitstisch. So sollte die Tastatur etwa 10 bis 15 cm von der Tischkante entfernt direkt vor dem Benutzer stehen. So kann man auf der Fläche davor die Handballen auflegen. Die Unterarme und Hände sollten eine waagerechte Linie bilden und die Tastatur sollte möglichst flach auf dem Tisch stehen.

Der Bildschirm muss wie die Tastatur in gerader Blickrichtung je nach Größe mit einem Abstand von 50 bis 80 cm zum Benutzer und leicht nach hinten geneigt aufgestellt sein. Der Blick ist beim natürlichen Sehen um etwa 30° nach unten geneigt, die oberste lesbare Zeile soll also maximal auf oder besser unterhalb der Augenhöhe liegen.

Neben allen Tipps zum Arbeitsumfeld darf aber eines nicht vergessen werden um Ihren Rücken fit zu halten: ausreichend Bewegung – während der Arbeit, auf dem Arbeitsweg und in der Freizeit – auch Entspannungsphasen sind wichtig. Durch regelmäßige Bewegung und Entspannungsübungen tun Sie nicht nur Ihrem Rücken Gutes, sondern betreiben auch aktiven Stressabbau.

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