Der erste Insektenstich hat bei Allergikern eine Sensibilisierung auf die Bestandteile des Insektengifts zur Folge. Bei jedem weiteren Stich reagiert der Körper nun mit übertriebenen Abwehrreaktionen. Experten empfehlen Insektengift-Allergikern, sich desensibilisieren zu lassen, sodass das Immunsystem für Insektengifte unempfindlich wird.
In dieser spezifischen Immuntherapie wird das die Allergie auslösende Insektengift-Präparat über wenige Tage in schnell steigender Dosis unter Aufsicht im Krankenhaus gespritzt. Der Rest der Therapie kann dann ambulant erfolgen. Dabei wird alle sechs Wochen und ebenfalls unter ärztlicher Aufsicht das Insektengift gespritzt. Ob diese Hyposensibilisierung wirkt, wird ein Jahr nach Beginn mit einer „Stichprobe“ überprüft. Die Hyposensibilisierung für Insektengift-Allergiker dauert zwischen drei und fünf Jahren, die Erfolgsquote liegt bei einhundert Prozent.
Wir haben es hierzulande ausschließlich mit der Deutschen oder der Gemeinen Wespe zu tun, die an ihrer gelb-schwarzen Zeichnung und der Wespentaille zu erkennen ist. Wespen leben in großen Völkern zusammen. Im Mai beginnt die Königin mit dem Nestbau, später im Sommer übernehmen die Nachkommen eine Vielfalt an Aufgaben. Wespen sind sehr geschickte Jäger. Für die Fütterung ihrer Larven schaffen sie Unmengen an toten Insekten heran. Menschliche Nahrungsmittel kommen ihnen dabei gerade recht, um ihren Kohlehydratbedarf zu decken. Wespen stechen nur um sich zu wehren.
Außer der Größe gibt es zwischen Wespen und Hornissen kaum Unterschiede. Die Hornisse ist die größte Wespenart in Deutschland, sehr selten und vom Aussterben bedroht. Sie ist deshalb seit zwölf Jahren als besonders geschütztes Tier in die Bundesartenschutzverordnung aufgenommen. Die Hornisse verteidigt nur ihren Nestbereich und ist ansonsten nicht angriffslustig. Ihr Stich ist weniger gefährlich als das Gift der Gemeinen Wespe. Hauptnahrungsmittel der Hornisse sind Baumsäfte, zur Aufzucht der Nachkommen werden viele andere Insekten verfüttert. Menschliche Nahrung ist für die Hornisse nicht interessant.
Die Honigbiene ist in der Regel eher braun und hat entgegen dem Bild der „Biene Maja“ keine gelb-schwarze Musterung am Hinterteil. Bienen und ihre gemütlich brummenden Verwandten, die Hummeln, sind wesentlich langsamer als Wespen und Hornissen. Beide Insektenarten haben kein Interesse an menschlichen Nahrungsmitteln – außer an Honig. Bienen sterben, wenn sie stechen, da der Widerhaken ihres Stachels in der Haut stecken bleibt und ihnen so der Hinterleib abgerissen wird. Grundsätzlich injizieren sie mehr und für den Menschen unverträglicheres Gift als Wespen und Hornissen. Bienengift wird aber auch zu Heilzwecken verwendet, so zum Beispiel in der Homöopathie.
Seite 2: Habe ich eine Allergie?
Seite 4: Die "allergische Karriere"
Seite 6: Tipps für Pollenallergiker
Seite 7: Allergie auf Insektenstiche