Folsäure

Folsäure ist wichtig für alle Zellteilungs- und Wachstumsprozesse, weshalb das Vitamin vor allem in der Schwangerschaft eingenommen werden sollte. Nach neuesten Studien hilft Folsäure aber auch, das Risiko für Herz-Kreislauf-, Krebs- und Demenzerkrankungen sowie Depressionen zu reduzieren.

Zu wenig Obst, Gemüse und Vollkorn

Die Deutschen nehmen zu wenig Folsäure zu sich. Das brachte eine Umfrage im Rahmen der Nationalen Verzehrstudie II des Bundesministeriums für Ernährung, Landwirtschaft und Verbraucherschutz ans Licht: Demnach nehmen 79 Prozent der Männer und 86 Prozent der Frauen weniger als die empfohlene Menge von 400 Mikrogramm Folat beziehungsweise 200 Mikrogramm Folsäure zu sich. Das liegt daran, dass die Deutschen zu wenig Obst, Gemüse und Vollkornprodukte essen. Dagegen landen vor allem verarbeitete Lebensmittel auf dem Teller, in denen Folat und Folsäure nur in geringen Mengen enthalten oder durch Verarbeitung verloren gegangen sind.

Wichtig zu wissen: Die in der Nahrung vorkommenden Folate und die synthetisch hergestellte Folsäure zum Beispiel unterscheiden sich: Während die Folsäure komplett verdaut werden kann, wird Folat schlechter aufgenommen. So entspricht die Wirkung von einem Mikrogramm Folat der von 0,5 Mikrogramm Folsäure.

Schwangerschaft und Alzheimer

Umfragen zeigen außerdem, dass nur etwa jede zehnte Schwangere Folsäure rechtzeitig und in ausreichender Menge einnimmt. Dabei kann das B-Vitamin das Risiko für Fehlbildungen beim Ungeborenen senken. Zahlreiche Studien belegen, dass mit einer ausreichenden Zufuhr in der Frühschwangerschaft bis zu 70 Prozent der Fälle von offenem Rücken und anderen Fehlbildungen des Nervensystems vermieden werden können.
Fachgesellschaften empfehlen daher, 400 Mikrogramm Folsäure pro Tag in Form von Nahrungsergänzungsmitteln wie Tabletten einzunehmen, und zwar nach Möglichkeit mindestens vier Wochen vor der Schwangerschaft und in den ersten drei Schwangerschaftsmonaten. Doch nicht nur in der Schwangerschaft ist Folsäure wichtig.

Gut fürs Herz

Laut der Bayerischen Folatinitiative hat sich in ersten Studien gezeigt, dass eine ausreichende Menge an Folsäure, Vitamin B6 und B12 auch zum Erhalt der Herz-Kreislauf-Gesundheit beiträgt. Durch die Vitamine kann Homocystein abgebaut werden. Zu viel dieses Eiweißbausteins kann zu Thrombosen führen, die wiederum das Risiko für Gefäßverkalkungen, Herzinfarkte und Schlaganfälle steigen lassen. In Beobachtungsstudien wurde außerdem festgestellt, dass Personen mit einem erhöhten Homocysteinspiegel im Blut ein doppelt so hohes Alzheimerrisiko hatten wie Personen mit normalem Spiegel. Zudem litten Personen mit unzureichender Folat-/Folsäureversorgung häufiger an einer Depression.

Hilfe gegen Krebs?

Laut der Bayerischen Folatinitiative scheint eine ausreichende Versorgung mit Folsäure sogar einen günstigen Einfluss auf das Risiko von Krebserkrankungen zu haben. Dieser Zusammenhang stützt sich auf zahlreiche Beobachtungsstudien, bei denen zum Beispiel eine geringe Folat-/Folsäureaufnahme mit einem erhöhten Risiko für Darmkrebs einhergeht. Allerdings betont die Bayerische Folatinitiative, dass weitere Studien notwendig seien, um nachzuweisen, dass Folsäuregaben tatsächlich eine wirksame Maßnahme gegen Alzheimer und Krebs sind.

 

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