Ob Bärchenwurst oder Schokoriegel für Kids: Das Angebot der speziellen Kinderlebensmittel wird immer größer. Verständlich, wenn der Nachwuchs kaum widerstehen kann. Auch viele Eltern greifen gerne zu, weil sie ihren Kindern etwas Gutes tun wollen. Doch was ist dran an den Versprechen? Die deutschen Verbraucherzentralen* haben die Kinderlebensmittel einmal gründlich unter die Lupe genommen. Das Ergebnis: Viele Lebensmittel, die speziell für Kinder angeboten werden, sind vergleichsweise teuer, haben oft einen hohen Zucker- und Fettanteil und sollten daher nur in kleinen Mengen genossen werden.
Die Kluft zwischen Werbung und Realität
Comicfiguren auf den Verpackungen und die Beigabe von Spielzeug verlocken den Nachwuchs zum Kauf, das Versprechen der Extraportion Gesundheit verführt die Eltern. Doch das „Plus für eine ausgewogene Ernährung“ kann man sich oft sparen, wenn man insgesamt auf eine gesunde und ausgewogene Ernährung mit vielen Milch- und Vollkornprodukten sowie frischem Obst und Gemüse achtet.
Zu süß, zu fett, zu bunt
In vielen Produkten steckt ein sehr hoher Zuckeranteil. Dabei lohnt sich der Blick auf die Zutatenliste: Diese beginnt immer mit dem Hauptbestandteil des Produkts. Enthält eine Schokocreme zum Beispiel 36 % Haselnüsse, die Zutatenliste beginnt aber mit „Zucker“, so enthält die Creme mehr Zucker als Nüsse. Viel Zucker steckt auch in Milchprodukten (bis zu sieben Stück Würfelzucker pro 125-g-Becher Joghurt) und Frühstücksflocken (bis zu 50 % Zucker). Ersetzen Sie diese lieber durch Joghurt mit frischem Obst und selbst gemischtes Müsli mit Nüssen und Haferflocken.
Ein oft zu hoher Fettgehalt steckt insbesondere in Kinder-Milchsnacks sowie Kinderdesserts. Selbst angerührte Puddings oder Quarkspeisen sind hier empfehlenswerter, da sie deutlich fettärmer sind.
Anreicherung mit Nährstoffen
Viele Kinderlebensmittel sind mit Vitaminen und Mineralstoffen angereichert und erscheinen Eltern dadurch vielleicht besonders gesund. Wenn Sie als Eltern jedoch auf eine ausgewogene Ernährung Ihrer Kinder achten, mit frischem Obst und vielen Milch- und Vollkornprodukten, dann sind zugesetzte Vitamine und Mineralstoffe überflüssig. Vor allem übersteigen die zugesetzten Nährstoffe in vielen Kinderlebensmitteln sogar die empfohlene Tageszufuhr eines Kindes. Ein Zuviel schadet aber in den meisten Fällen auch nicht: Zu viel aufgenommene Vitamine werden vom Körper in der Regel einfach wieder ausgeschieden.
Fazit: lieber gesund als bunt!
Kinder brauchen keine speziellen Lebensmittel. Gewöhnen Sie Ihre Kinder lieber von klein auf an eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung. Süßigkeiten sind zwar in kleinen Mengen durchaus in Ordnung, sollten aber gesunde Lebensmittel nicht ersetzen. Statt Ihren Kindern fertige Kinderlebensmittel zu geben, bereiten Sie mit ihnen zusammen selbstgemachte Snacks zu – das macht Spaß und schmeckt!
Wie wäre es zum Beispiel mit einem Tipp von den SBK-Ernährungsberaterinnen Claudia Scheidler und Renate Wiesler?
Muntermacher-Müsli für zwei Kinde
1 EL Honig
4 EL warmes Wasser
3 EL Vollkornhaferflocken
1 EL Sonnenblumenkerne
1 EL Sesam
1 Apfel
1 Banane
¼ l Milch oder Joghurt
1 TL Zitronensaft
Zum Bestreuen: kleingeschnittene Trockenaprikosen, Datteln, Nüsse, Amaranth-Poppies (z. B. aus dem Reformhaus oder aus dem Bioregal im Supermarkt)
Nach Belieben und Jahreszeit: frische Erdbeeren, Himbeeren, Orangen …
So wird’s gemacht:
Die Inhalte dieses Artikels basieren auf dem Buch „Bärenstarke Kinderkost“ und einem Website-Artikel der Verbraucherzentrale NRW.
SBK-Ernährungsberaterin Renate Wiesler empfiehlt folgende Publikationen der Verbraucherzentrale:
Sie erhalten die Bücher über
publikationen@vz-nrw.de
oder über die Verbraucherzentrale NRW: 02 11/38 09-0