Tee ist nicht einfach nur ein Heißgetränk. Die Zubereitung der Blätter der Teepflanze mit heißem Wasser ist Kultur und Kult und bedeutet stilvollen Genuss. Überdies ist Tee sehr anregend und gesund.
Die Teepflanze wurde vor über 5000 Jahren in China entdeckt. Der Legende nach trieb der Wind einige Teeblätter in ein Gefäß mit heißem Wasser, das sich Kaiser Shen-Nung aus Angst vor Keimen hatte abkochen lassen. Die goldene Farbe und das feine Aroma, das die Blätter dem Wasser verliehen, blieben dem Kaiser nicht verborgen. In den folgenden Jahrtausenden traten die Blätter der Teepflanze einen einzigartigen Siegeszug rund um den Globus an. Heute ist Tee das weltweit am häufigsten genossene Getränk – egal ob zur Teatime in England, in Ostfriesland mit Kandiszucker und Sahne, im Berberzelt in der marokkanischen Wüste oder im Rahmen einer Teezeremonie in Japan.
Die große Beliebtheit des Tees erstaunt nicht angesichts des großen Potenzials, das in dem Blatt des unscheinbaren Teestrauchs steckt. Das im Tee enthaltene Koffein regt die Sinne an, andere Inhaltsstoffe helfen überdies, zahlreichen Krankheiten vorzubeugen oder sie zu lindern. Sie machen den Tee zu einer Wohltat für Geist und Körper. Um diese Wirkung wussten die alten chinesischen Kaiser, genauso wie später auch europäische Mediziner, weshalb Tee beispielsweise seit 1650 in der deutschen Apothekerverordnung aufgeführt ist.
Heute kennt man die Gründe für die Wirkweisen des Tees. Es sind insbesondere die sogenannten Polyphenole, aromatische Verbindungen, zu denen neben den Geschmacks- und Farbstoffen auch die Gerbstoffe des Tees gehören. Sie haben eine entgiftende Wirkung, hemmen Entzündungen und legen eine schützende Membran über Schleimhautgewebe wie die Atemwege oder den Magen. Das stärkt unser Immunsystem gegenüber unliebsamen Eindringlingen. Außerdem können Polyphenole freie Radikale abfangen und damit Zellschädigungen verhindern, die womöglich zu Tumoren führen könnten. Obwohl diese Substanzen bewiesenermaßen eine krebshemmende Wirkung haben, würde kein Mediziner so weit gehen und behaupten, dass Tee Krebs verhindern könnte. Dazu ist das Krankheitsbild zu vielschichtig und kompliziert. Sicher ist hingegen, dass Polyphenole Herz und Kreislauf stärken. Sie senken den Cholesterinspiegel und wirken Fettablagerungen in den Blutgefäßen entgegen.
Einer aktuellen US-Studie zufolge reduzieren drei Tassen Tee täglich das Risiko, einen Schlaganfall zu erleiden, um ein Fünftel. Außerdem hemmt insbesondere schwarzer Tee nachweislich die Vermehrung der Bakterien in der Mundhöhle, die für das Entstehen von Karies verantwortlich sind. Denn im Tee sind außergewöhnlich viele Fluoride enthalten, genauso wie zahlreiche Mineralstoffe und Vitamine.
Während die Blätter der Teepflanze der Gesundheit im Ganzen zuträglich sind, lindern sogenannte Kräutertees Beschwerden gezielter. Sie zählen zu den Aufgussgetränken, haben also mit Tee an sich nichts gemein. Zwar gelten Kräutertees als weit weniger anregend und stilvoll, dafür sind sie in Europa schon seit sehr langer Zeit bewährte Heil- und Hausmittel. Pfefferminze, Kamille und Melisse wachsen in jedem Garten oder wild auf der Wiese. Die Heilkräfte der Kräuter waren hierzulande schon anerkannt, als die Kenntnis über die wundersame Wirkung des asiatischen Teeblatts noch in weiter Ferne lag.
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