Was wären Schmelzkäse, Cola, zuckerfreier Kaugummi und viele andere Lebensmittel ohne sie? Lebensmittelzusatzstoffe machen unsere Lebensmittel bunt, haltbar, saftig oder cremig. Doch wer weiß schon, was sich hinter der Zusatz-Nummer E180 genau verbirgt? Und sind die Zusatzstoffe wirklich immer unbedenklich?

Niemals zuvor war das Angebot in den Supermärkten so groß. Kein Wunder, wünscht sich der Konsument doch immer mehr Abwechslung und Bequemlichkeit. Auch wenn dem Verbraucher oft weisgemacht werden soll, Alm-Öhi persönlich habe die Kaffeesahne abgefüllt – die gesteigerten Verbraucherbedürfnisse sind nur durch moderne Lebensmittelproduktionstechniken zu befriedigen. Und die ziehen unweigerlich den Einsatz verschiedener Zusatzstoffe mit sich, die in Lebensmitteln eine Vielzahl an Funktionen erfüllen. Damit Tütensuppen, Brotaufstriche, Kekse oder Wurstwaren appetitlich aussehen, verwendet die Lebensmittelindustrie eine scheinbar unübersichtliche Menge an Mitteln. Sie erhalten oder verbessern die Haltbarkeit, die Konsistenz, die Nährstoffe, den Genusswert oder die Bekömmlichkeit der Produkte. Laut einer europäischen Verordnung dürfen erlaubte Zusatzstoffe jedoch nur eingesetzt werden, wenn sie technologisch notwendig sind (zum Beispiel zur Verhinderung des Verderbs), den Verbraucher nicht täuschen und gesundheitlich unbedenklich sind.
Neue Richtlinien
Derzeit sind in der Europäischen Union 316 Stoffe als Lebensmittelzusatzstoffe mit einer E-Nummer zugelassen und müssen auf der Verpackung angegeben werden. Die Nummer folgt einer bestimmten Systematik: So kennzeichnen etwa die E-Nummern E 100 bis 199 Farbstoffe, E 200 bis 299 Konservierungsstoffe, E 300 bis 399 Antioxidantien. Am 20. Januar 2009 ist eine neue europaweite Gesetzgebung für die Verwendung von Zusatzstoffen in Lebensmitteln in Kraft getreten. Lebensmittel, die bestimmte Farbstoffe enthalten, müssen künftig nicht nur die entsprechende E-Nummerierung tragen, sondern auch mit dem Hinweis „Kann sich nachteilig auf die Aktivität und Konzentration von Kindern auswirken“ versehen sein.
Machen Zusatzstoffe krank?
Über die Hälfte der 316 derzeit zugelassenen Lebensmittelzusatzstoffe gelten als unbedenklich. Andere können unter Umständen Einfluss auf die Verdauung und die Nährstoffaufnahme haben, für Menschen mit bestimmten Stoffwechselbesonderheiten oder Krankheiten problematisch sein, allergieähnliche Symptome hervorrufen, die Entstehung von Krankheiten begünstigen oder im Verdacht stehen, dies zu tun. Während einige Thesen inzwischen als widerlegt gelten, müssen andere noch ausführlich überprüft werden.
Nicht bestätigt hat sich nach neueren wissenschaftlichen Erkenntnissen der Verdacht, das „China-Restaurant-Syndrom“ werde durch den Geschmacksverstärker E 621 Natriumglutamat verursacht. Angaben von Personen, nach dem Verzehr chinesisch zubereiteter Speisen an Kopfschmerzen, Übelkeit oder einem Prickelgefühl zu leiden, hielten einer wissenschaftlichen Überprüfung nicht stand.
Wie schütze ich mich gegen Zusatzstoffe?
Als Faustregel kann gelten: Je weniger verarbeitet ein Lebensmittel ist, desto weniger Zusatzstoffe sind darin enthalten. Wer oft zu sehr weit vorbereiteten oder schon tellerfertigen Produkten greift, kommt auf schätzungsweise 20 Gramm an Zusatzstoffen am Tag. Wer vor allem unverarbeitete Lebensmittel verwendet, nimmt nach allgemeiner Schätzung weniger als 5 Gramm zu sich.
Der beste Schutz vor zu vielen Zusatzstoffen ist eine ausgewogene Ernährung mit vielen frischen Zutaten. Dann kann man auch mal ohne Weiteres zu Fertigprodukten greifen, wenn es schnell gehen soll.