Akute Rückenschmerzen lassen sich mit naturheilkundlichen Selbsthilfestrategien sehr gut lindern oder heilen. Sie führen bei einem Großteil der Betroffenen erfahrungsgemäß auch zum Erfolg. Besonders wenn keine organische Ursache den Schmerz erklären lässt, sind sie sinnvoll, und das sind immerhin 80 Prozent aller Fälle von Rückenschmerzen. Gehen die Schmerzen mit Sensibilitätsstörungen (Taubheitsgefühl) oder Abschwächung der Muskel-kraft in den Beinen bis hin zu Lähmungen einher, sollten sie früh ärztlich abgeklärt werden.
Ausgewählte Therapieformen, die auch zu Hause angewendet werden können:
Wärme
Fast jeder, der plötzlich Schmerzen im Rücken hat, versucht es zuerst einmal mit Wärme im Schmerzbereich. Das ist auch sinnvoll und hilft in vielen Fällen, da durch die Wärme die Muskulatur entspannt und die Durchblutung verbessert wird. Es gibt verschiedene Möglichkeiten, die Wärme an den Schmerzort zu bringen. Es empfiehlt sich z. B. ein heißes Bad, das mit Zusätzen wie Arnika oder Heublumen versetzt ist. Die Temperatur sollte zwischen 36 und 40 Grad betragen. Eine weitere Möglichkeit ist die Anwendung einer Infrarotlampe, die in einer Entfernung von 20-30 cm aufgestellt wird. Die Wärmestrahlung sollte etwa 15-20 Minuten nicht überschreiten. Auch die Applikation eines ABC-Pflasters wirkt ähnlich.
Für Schmerzen im Bereich der Brust- und Lendenwirbelsäule empfehlen sich Bienenwachsauflagen, die im Backofen erwärmt und auf den Rücken aufgelegt für eine angenehme Erwärmung sorgen. Sind die Schmerzen im Bereich der Halswirbelsäule, empfiehlt sich ein Wärmeträger, der sich gut um den Hals legen lässt und sich entsprechend anformt. Das können Körnerkissen sein oder der Zapp-Sack®. Er enthält neben Getreide das Gewürz Ingwer, das von sich aus für eine Durchwärmung sorgt.
Eine gute Wirksamkeit lässt sich durch verschiedene Anwendungen der Kneipp-Therapie erzielen. Sie kann die verspannte Muskulatur lockern und Schmerzen reduzieren. Empfehlenswert ist u. a. der Lumbalguss, der auch gut selbst gemacht werden kann. Mit möglichst warmem Wasser im Bereich der Lendenwirbelsäule durchgeführt, sorgt er für eine gute Durchwärmung mit verstärkter Durchblutung der behandelten Partie. Der Lendenwickel wird kalt angelegt und für eine dreiviertel Stunde belassen. Durch die reflektorische Erwärmung im angelegten Bereich mit verstärkter Durchblutung lösen sich Muskelverspannungen.
Lagerung /Entlastung
Anschließend kann eine kurze Entlastung des Rückens mittels Stufenlagerung gut tun. Dazu sollte man sich auf den Rücken legen und die Oberschenkel in einem 90 Grad Winkel anziehen. Dies geschieht am besten, indem die Unterschenkel auf eine weiche Unterlage (z.B. dicke Kissen) abgelegt werden. Man kann sich auch auf den Boden legen und dann die Unterschenkel auf einen Hocker legen.

Gegenirritationen
Eine einfache Möglichkeit, seine Rückenschmerzen zu lindern, besteht in der Anwendung einer Nadelreizmatte. Sie geht zurück auf die Jahrtausende alten Medizinsysteme Asiens, dem Ayurveda Indiens und der Traditionellen
chinesischen Medizin.
Die Anwendung ist denkbar einfach. Man legt die Matte auf eine weiche Unterlage und legt sich auf die spitzen Pyramiden. Dabei sollte die Matte genau im schmerzhaften Bereich der Wirbelsäule platziert werden. Diese Anweisungen klingen zunächst etwas schmerzhaft. Für die ersten 2 -3 Minuten kann man das Liegen auf der Nadelreizmatte auch tatsächlich als unangenehm empfinden. Dieses Gefühl wird aber bald durch ein entstehendes Wärmegefühl abgelöst und es setzt allmählich eine Verringerung der Rückenschmerzen ein.
Durch die starke Stimulation wird die Haut, aber auch die in diesem Bereich unter der Haut liegende Muskulatur stärker durchblutet. Damit stiegt die Sauerstoffversorgung des Gewebes und der Zellstoffwechsel. Die verstärkte Durchblutung bewirkt eine Schmerzlinderung, was wiederum zu einer Entspannung der Muskulatur führt.
Gleichzeitig führen die durch die Akupunktur-Matte verursachten, anfänglich leichten Schmerzen über die lokale Stimulation und Reizung der Akupunktur-Punkte innerhalb kurzer Zeit zu einer verstärkten Produktion und Ausschüttung sogenannter Endorphine, die als körpereigene Opiate Schmerzen lindern bzw. ausschalten.
Mittlerweile hat man auch die Erfahrung gemacht, dass durch die Anwendung auch Nacken- und Schulterschmerzen, Spannungskopfschmerzen und Migräne gebessert werden können.
SBK-Kunden haben die Akupunkturmatten im Rahmen einer Studie getestet und uns über ihre positiven Erfahrungen berichtet. Nähere Informationen zur Akupunkturmatte und die Erfahrungsberichte finden Sie hier.
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Schröpfmassage
Bei der zur Selbstanwendung geeigneten Schröpfkopfmassage, die von einem Partner oder Angehörigen ausgeführt werden kann, wird der Rücken mit einem Massageöl eingerieben. Es empfiehlt sich hier eines mit Arnikazusatz, das auf die Muskulatur einen zusätzlichen entspannenden Effekt hat. Anschließend wird ein Schröpfglas (erhältlich in Apotheken und im Sanitätsfachhandel) mit einem Durchmesser von 3-4 cm im Schulterbereich aufgesetzt und in langen Strichen oder kreisenden Bewegungen neben der Wirbelsäule an den Schultern beginnend bis zum Beckenkamm bewegt. Dabei sollte immer ein leichter Druck in Richtung der Hautoberfläche erfolgen, damit der Hautkontakt erhalten bleibt. Das Ganze wird sooft wiederholt, bis durch den Sog eine Rötung der Haut eingetreten ist. Kleine Einblutungen in die Haut können dabei auftreten und sind harmlos. Sobald sich die genannte Rötung eingestellt hat, wird das Glas um eine Glasbreite nach außen gesetzt und das Ganze wiederholt bis zum Auftreten der Hautrötung. Das geschilderte Vorgehen wird solange wiederholt, bis der gesamte Rücken mit Ausnahme der Lendenwirbelsäule behandelt worden ist. Anschließend kann man das Schröpfglas auch an der Stelle, die am stärksten schmerzhaft ist, für ca. 20 Minuten stehen lassen.
Durch eine Schröpfkopfmassage wird die Muskulatur entspannt, die Durchblutung verbessert und der Schmerz vermindert. Die Behandlung kann zweimal pro Woche, bei akuten Schmerzen täglich wiederholt werden.
Lendenwickel
Ein kalter Lendenwickel führt zu einer reaktiven Erwärmung im angelegten Bereich. Dazu werden drei große Tücher verwendet, ein Wolltuch, das als unterste Lage in das Bett gelegt wird, dann ein Baumwolltuch, das auf das Wolltuch gelegt wird und ein Leinentuch, welches mit möglichst kaltem Wasser getränkt, dann fest ausgewrungen und auf das Baumwolltuch gelegt wird. Anschließend legt man sich auf das Tuch, welches sofort fest über dem Körper zusammengeschlagen wird. Die beiden unteren Tücher werden dann ebenfalls fest zusammengeschlagen. So bleibt man für etwa 45 Minuten liegen. Sollte man im Wickel nicht warm werden, kann eine Wärmflasche an die Füße gelegt werden. Falls trotzdem keine Erwärmung eintritt, sollte der Wickel entfernt werden und der Rücken mit direkter Wärme versorgt werden.
Akupressur
Bei Rückenschmerzen gefahrlos anzuwenden ist die Akupressur, bei der Akupunkturpunkte mit den Fingern massiert werden.
Sie hat keine so intensive Wirkung wie die Akupunktur, aber kann ebenfalls zur Schmerzlinderung beitragen.
Wirksame Punkte bei Rückenschmerzen sind:
Jeder der angegebenen Punkte wird für ca. eine Minute massiert bzw. so lange, wie man das Gefühl hat, dass es angenehm ist. Die Behandlung wird jeweils beidseits durchgeführt.
Im Allgemeinen werden für die Behandlung der Akupressurpunkte jeweils die Fingerspitzen benutzt, mit denen man die entsprechenden Punkte am besten erreicht – auf dem Bauch meist die ganze Hand. Besonders geeignet sind Daumen, Zeigefinger und Mittelfinger.
Die Fingerkuppen werden fest auf den Punkt aufgelegt, wobei mit kreisenden Bewegungen ein Druck ausgeübt wird. Dieser darf leicht scherzhaft sein, zu starker Druck sollte aber auf jeden Fall vermieden werden.

Pflanzenheilkunde
Manche Pflanzen enthalten schmerzlindernde Wirkstoffe. Bekannt ist dies für die Weidenrinde, aus deren Extrakt das Aspirin synthetisiert wurde. In der Apotheke erhält man auch natürliche Weidenrindenextrakte als Dragees (Assalix) oder Lösung (Salix Bürger).
Ein Fertigpräparat (Phytodolor) enthält die Kombination aus Eschenrinde, Zitterpappel und Goldrute, was ebenfalls auf natürlichem Wege zu einer Schmerzreduktion führt.
Sind die Schmerzen vor allem durch Arthrosen der Wirbelgelenke bedingt, empfiehlt sich die Einnahme von Teufelskralle, das eine direkte schmerzlindernde Wirkung entfaltet, aber allgemein bei Arthrosen gute Dienste leistet.
Ernährung
Zwar leiden Dicke nicht häufiger unter Rückenschmerzen als die Dünnen. Dennoch sollten übergewichtige Rückenschmerzpatienten dringend ihr Gewicht in Richtung Normalgewicht verschieben. Durch das erhöhte Körpergewicht werden die Wirbelgelenke deutlich höher mechanisch belastet und verschleißen eher. Außerdem kommt es zu einer Verlagerung der Körperachse nach vorne, was zu einer veränderten Statik mit weiter erhöhter Gelenkbelas-tung führt. Bei den meisten übergewichtigen Patienten ist außerdem das Kreuzbein durch die Gewichtsbelastung gekippt und es entsteht ein Hohlkreuz – alles Faktoren, die einen beste-henden Rückenschmerz verschlimmern.
Neben der Gewichtsreduktion sollte auch darauf geachtet werden, was gegessen wird. Nah-rungsmittel, die Entzündungen fördern können sollten unbedingt gemieden werden. Daher gilt auch hier: Weniger Fett aus tierischen Lebensmitteln, dafür mehr ungesättigte Fette aus Pflanzenölen und fetten Seefisch. Ganz individuelle Empfehlungen hierzu erhalten Sie bei den Ernährungsberatern der SBK.

Entspannungstechniken
Tipps für Entspannungstechniken, die den Rückenschmerz lindern, finden Sie hier.
Nur von Experten durchzuführen – aber bei Rückenschmerzen sehr hilfreich – sind beispielsweise folgende naturheilkundliche Verfahren:
Informationen zu unserem Angebot im Bereich naturheilkundlicher Verfahren finden Sie hier.