
Winterzeit ist Erkältungszeit. Zwar erwischt es viele auch im Sommer - tatsächlich sind wir im Winter aber besonders anfällig für Infekte. Das A und O, um gesund zu bleiben, ist ein starkes Immunsystem. Egal, zu welcher Jahreszeit.
Nässe und Kälte – eine heimtückische Kombination, da lässt die Erkältung meist nicht lange auf sich warten. Häufig beginnt sie mit einem leichten Kratzen im Hals oder mit Schluckbeschwerden. Später können sich Husten, Schnupfen, Kopfschmerzen und Heiserkeit in jeder erdenklichen Kombination hinzugesellen. Müde und schlapp wie man sich fühlt, steht einem der Sinn dann vor allem nach einem: viel Ruhe. Etwa zwei bis vier Mal im Jahr bekommt ein Erwachsener eine Erkältung, bei Kindern können es bis zu acht oder zehn Mal sein, bei jedem Menschen verläuft die Krankheit anders. Im Schnitt nehmen die Beschwerden nach drei bis sieben Tagen ab, spätestens nach zwei Wochen ist die Krankheit in der Regel überstanden.
„Zieh dich warm an“, pflegen besorgte Eltern ihren Kindern im Winter vorm Verlassen der Wohnung einzutrichtern. Tatsächlich kann warme Kleidung dazu beitragen, einem Schnupfen vorzubeugen. Denn Kälte setzt die Immunabwehr herab. So stellte sich beispielsweise bei einem medizinischen Versuch heraus, dass die Teilnehmer, die ihre Füße zwanzig Minuten lang in kaltes Wasser gehalten hatten, doppelt so häufig eine Erkältung bekamen wie jene mit warmen Füßen. Mediziner gehen deshalb davon aus, dass es einen Zusammenhang zwischen kalten Füßen und einer höheren Erkältungsanfälligkeit gibt. Sind die Füße kalt, zum Beispiel wenn man längere Zeit an der Haltestelle auf den Bus wartet, verengen sich die Blutgefäße in Nase und Rachen, und das wiederum schwächt die Abwehrkräfte. Viren haben dann leichtes Spiel. Die Folge: eine Infektion der oberen Atemwege. Ein heißer Tipp bei Schnee und Kälte also: warme Stiefel.
Mehr als 200 Arten von Erkältungsviren sind Medizinern derzeit bekannt. Und sie lauern überall – an Türklinken, der Haltestange im Bus oder am Handlauf der Rolltreppe im Kaufhaus. Fasst man sich dann an Augen oder Nase, können die Krankheitserreger in den Körper gelangen. Laborversuche haben gezeigt, dass man sich über die Augen ähnlich leicht anstecken kann wie direkt über die Nase, denn durch die Tränengänge des Auges werden die Viren in den Nasenraum gespült. Gelangen sie dagegen in den Mund, bleibt das meist ohne Folgen. Küssen ist bei einer Erkältung also erlaubt, genau wie das Trinken aus demselben Glas. Eine weitere Art der Ansteckung mit Erkältungs-Viren ist die Tröpfcheninfektion, bei der sich die Erreger sehr schnell ausbreiten können. Beim Husten oder Niesen werden sie in die Luft geschleudert, wo sie von anderen Personen im Raum eingeatmet werden. Besonders groß ist die Ansteckungsgefahr deshalb da, wo sich viele Menschen aufhalten, besonders aber in geschlossenen Räumen, im Büro, im Kindergarten oder im Turn-Verein. Das größte Risiko besteht jedoch in den eigenen vier Wänden, da hier der Kontakt zum Partner oder zu den Kindern besonders intensiv ist.
Im Körper können die Viren jedoch nur dann die Oberhand gewinnen, wenn er ihnen nicht genügend Abwehrkräfte entgegensetzen kann. Viele Faktoren können das Immunsystem schwächen. Neben einer Unterkühlung können dies zum Beispiel Stress, Schlafmangel oder Krankheiten sein. Auch das Alter spielt dabei eine wichtige Rolle. Besonders anfällig für durch Viren hervorgerufene Infekte sind Kleinkinder. Ihr Immunsystem muss erst lernen, mit den Viren umzugehen. Aber auch ältere und chronisch kranke Menschen sind gefährdet, denn häufig verläuft die Erkältung bei ihnen schwerer als bei jungen. Im schlimmsten Fall kann sich aus einem scheinbar harmlosen Schnupfen eine Lungenentzündung entwickeln.
Doch so seltsam es klingen mag: Eine Erkältung hat auch etwas Positives. Denn jedes Mal, wenn wir einen Schnupfen überwunden haben, ist unser Immunsystem gestärkt und damit besser gewappnet gegen die nächsten „Angreifer“. Frei nach der Devise: Was uns nicht umhaut, macht uns stark. Dies erklärt auch, warum wir nicht jedes Mal krank werden, wenn wir uns mit hustenden und schniefenden Menschen in einem Raum aufhalten. Ein 70-jähriger Mensch hat in seinem Leben schätzungsweise mehr als 200 Erkältungen durchgemacht – eine Menge Erfahrung fürs Immunsystem.
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