Die Lauftrainerin Andrea Lück über Sportbekleidung und komische Laufstile
Fitness ist kein fixer Zustand, sondern einer, der gepflegt werden muss, um erhalten zu bleiben. Muskeln etwa, die man aufgebaut hat, bilden sich schon nach 8 Tagen zurück, wenn man sie nicht trainiert. Bei anderem Gewebe, bei Bändern und Sehnen, dauert es etwas länger, passiert aber genauso. Dazu kommt: Wenn man so lange wartet, bis man sich mit 30, 40 Jahren unfit fühlt, ist der Wiedereinstieg in den Sport ungleich schwerer, als wenn man immer ein wenig dabei geblieben ist.
Langsam anfangen und dann steigern. Beim Laufen oder Walken das erstmal einmal die Woche tun – und sich dafür auch belohnen. Wenn es alleine nicht klappt, sich einer Gruppe anschließen oder einen Kurs buchen, damit man auch verpflichtet ist - das motiviert. Und bitte Muskelkater nicht als Zeichen von gutem Training bewerten, sondern als ein Zeichen von Überbelastung.
Laufen scheint erstmal eine einfache Sache: Man kann schnell los, muss sich nicht verabreden. Aber Laufen ist kein Sport, der sofort Spaß macht, sondern einer, der viel Disziplin verlangt. Erst wenn man länger läuft, kommt der Spaß, kommt dieses schöne Gefühl.
Schuhe sind wichtig! Besonders bei Ausdauersportarten, wo der Fuß gut gepolstert werden muss und wo es schon damit anfängt, dass man mit Indoorschuhen nicht nach draußen sollte. Die Berufskleidung zu wechseln und in schöne und funktionale Sportbekleidung zu schlüpfen, kann übrigens sehr motivieren.
Gar nicht erst nach Hause fahren, sondern gleich zum Sportverein oder in den Park zum Laufen! Zweite Maßnahme: Verabreden, denn Absagen tut man dann doch nicht so schnell. Oder eine Gruppe buchen, dann hat man einen festen Termin. Und - es darf ruhig etwas kosten, man will das Geld ja nicht verfallen lassen.
Das ist meine größte Arbeit als Lauftrainerin – zu motivieren und dafür zu sorgen, dass sich meine Läufer nicht immer gleich selbst kritisieren. Dass sie sich trauen, ruhig langsam zu laufen. Und wenn es noch zu schnell ist, dann laufen wir eben noch langsamer! Es gibt übrigens immer einen, der langsamer läuft als man selbst – der, der gar nicht läuft. Der Laufstil ist übrigens sehr individuell. Was manchmal komisch aussieht, muss überhaupt nicht schlecht sein – für die Leistung nicht und für den Körper nicht. Es gibt auch in der Weltspitze Läufer, die haben einen komischen Laufstil – es lästert nur niemand darüber.
Das Interview führte Frank Keil. Andrea Lück arbeitet als Lauftrainerin in Hamburg und betreibt die Seite: