
Bewegung ist für einen gesunden Körper essenziell. Wer Sport treibt, ist nicht nur fitter und leistungsfähiger, sondern stärkt auch sein Immunsystem und wird seltener krank. Aber ganz gleich, wie gut vorbereitet oder geübt man ist – vor einer Sportverletzung ist kein Sportler gefeit. 20 Prozent aller Verletzungen sind Sportverletzungen.
Das entspricht in Deutschland etwa 1,5 Mio. Sportverletzungen die jährlich ärztlich behandelt werden müssen. Gerade bei Trendsportarten wird ein erhöhtes Verletzungsrisiko in Kauf genommen. Was kann man tun, um das Verletzungsrisiko zu Verringern und wie behandelt man eine Sportverletzung am besten? Das kommt auf die Verletzung an.
Die häufigsten Sportverletzungen sind Muskelkater, Zerrungen, Prellungen, Verstauchungen und Brüche. In vielen Fällen, kann man sich bei einer Sportverletzung aber erst mal selbst Abhilfe schaffen:
Nicht nur trainierte Sportler werden von Muskelkater geplagt – vor allem diejenigen, die erst noch dazu werden wollen, schlagen sich nach körperlicher Anstrengung oft mit Schmerzen in den beanspruchten Muskeln herum. Es gibt verschiedene Theorien zur Entstehung der Schmerzen: Früher nahm man an, dass eine Übersäuerung der beanspruchten Muskulatur die Ursache ist. Mittlerweile wird eher davon ausgegangen, dass der Schmerz von kleinen Rissen herrührt, die bei Beanspruchung im Muskelgewebe entstehen. Ein weit verbreiteter Mythos besagt, dass dem Muskelkater am besten beizukommen ist, wenn er ignoriert wird und man einfach weiter trainiert. Das ist ein Irrglaube. Die kleinen Muskelrisse, die die Ursache der Schmerzen sind, werden durch weitere Belastung nur verschlimmert. Der Muskelkater sollte deshalb unbedingt abgeklungen sein, bevor man wieder mit leichter Bewegung anfängt. Zur Muskelentspannung und Schmerzlinderung beitragen können warme Bäder, Duschen oder Saunagänge. Sie regen außerdem die Durchblutung an und fördern so den Heilungsprozess.
Wird ein Muskel oder ein Band überdehnt, spricht man von einer Zerrung. Auch sie entstehen durch Überbeanspruchung und wird am besten vermieden, indem man Muskeln und Bänder vor dem Training ausreichend aufwärmt und sie durch regelmäßiges Training geschmeidig gehalten werden. Ist es doch passiert, kann ein Kompressionsverband hilfreich sein. Das Training sollte auf jeden Fall reduziert oder temporär eingestellt werden. Ebenso sind Stöße oder ruckartige Bewegungen zu vermeiden. Wärme und Massagen können die Heilung fördern.
Zerrungen und Risse sind nicht leicht voneinander zu unterscheiden. Dauert der Schmerz sehr lange – unbedingt einen Arzt aufsuchen! Bei manchen Zerrungen ist die Stabilisierung des verwundeten Körperteils, z. B. durch eine Schiene notwendig.
Ursache für eine Prellung ist meist ein starker, abrupter Stoß. Hier kann man nur schwer vorbeugen. Schwellungen und Blutergüsse, die eine Prellung mit sich bringt, können aber durch rasches Kühlen und leichten Druck weitestgehend vermieden oder zumindest gelindert werden.
Bei einer Verstauchung werden die Gelenkkapseln sowie umliegende Muskeln und Bänder stark überdehnt. Dieser Zustand ist meist kurzfristig, wenn auch sehr schmerzhaft. Das gestauchte Gelenk sollte möglichst ruhig gelagert bzw. hochgelegt und gekühlt werden. Auf Wärme verzichten!
Bei einem Knochenbruch wird die Struktur des Knochens unterbrochen und dieser wird in mehrere Teile fragmentiert. Es können sich dabei auch Knochenteile verschieben. Wer sich eine Fraktur zugezogen oder einen Verdacht darauf hat, sollte sofort einen Arzt aufsuchen. Ist beim Bruch keine offene Wunde entstanden, sollte dieser in der Zwischenzeit gekühlt werden. Ansonsten gilt es die Stelle ruhig zu halten bis der Arzt da ist - auch wenn es schmerzt.
Für die Erstversorgung von geschlossenen Sportverletzungen hat sich das PECH-Schema bewährt: