Die Daten sprechen eine deutliche Sprache: Die Zahl pflegebedürftiger Menschen wird rapide anwachsen, während die Zahl der Menschen schrumpft, die dafür aufkommen müssen. Beinahe zwei Drittel aller Pflegebedürftigen werden zuhause versorgt – nun zeigt eine aktuelle Analyse der SBK, dass pflegende Angehörige häufiger krank sind.
Das Thema Pflege geht uns alle an, denn in Zukunft werden immer mehr Menschen pflegebedürftig werden und immer weniger Menschen werden da sein, um sie zu pflegen und die Kosten dafür zu tragen. Die Zahlen sind dramatisch: Gab es im Jahr 2005 knapp über zwei Millionen Pflegebedürftige, so sind es heute schon beinahe 2,5 Millionen – im Jahr 2050, so schätzen Experten, werden 4,5 Millionen Menschen auf Pflegeleistungen angewiesen sein. Die Pflegebedürftigen sind zu mehr als zwei Drittel (69 Prozent) weiblich und im Durchschnitt 80 Jahre alt. Mehr als die Hälfte von ihnen (55 Prozent) sind der Pflegestufe 1 zugeordnet. Sie benötigen am Tag mindestens 90 Minuten Hilfeleistungen.
Interessanterweise werden rund 70 Prozent der pflegebedürftigen Menschen zuhause betreut – nur 30 Prozent in Pflegeheimen. Sehr oft sind die Angehörigen gefordert, wenn es um die Versorgung ihrer Mutter, Schwiegermutter oder ihres Vaters geht. Dabei gehen mehr als 20 Prozent der pflegenden Angehörigen neben der Pflege auch noch arbeiten. Kaum verwunderlich, dass diese Mehrfachbelastung auf Kosten der Gesundheit geht, zumal der Zeitaufwand für die Pflege etwa 42 Stunden in der Woche beansprucht. Eine aktuelle SBK-Analyse zeigt: Mit Blick auf die Zahl der chronischen und schwerwiegenden Krankheiten pro Person sind die Angehörigen pflegebedürftiger Menschen deutlich kränker als der Durchschnitt. Die Zahl der entsprechenden Diagnosen liegt um bis zu 51 Prozent höher. Pflegende Angehörige gehen öfter zum Arzt und benötigen mehr Medikamente –allerdings sind sie nicht öfter oder länger im Krankhaus, wie ein Vergleich der Ausgaben für stationäre Behandlung aufzeigt.
Wie wirkt sich die hohe Belastung konkret auf die Gesundheit der Betroffenen aus? Sie leiden vermehrt unter Rückenschmerzen oder Kreislaufbeschwerden und sind anfälliger für einen Infekt. Eine große Rolle spielen jedoch Burnout und Depression – 17 Prozent sind davon betroffen. Damit kommt die Depression unter pflegenden Angehörigen dreieinhalb Mal häufiger vor als im Durchschnitt.
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