Daten & Fakten zur Pflegesituation in Deutschland
Die Pflegesituation in Deutschland gibt Anlass zur Sorge. Immer mehr Menschen werden in Zukunft pflegebürftig werden und immer weniger Menschen werden da sein, um sie zu pflegen und die Kosten dafür zu tragen. Politik und Wissenschaft suchen nach Auswegen. Die wichtigsten Daten und Fakten zur aktuellen Situation.
Pflegebedürftige:
Entwicklung der Anzahl der Pflegebedürftigen in Deutschland:
- 2005: 2,1 Mio.
- 2010: 2,4 Mio.
- 2020: 2,9 Mio.
- 2030: 3,4 Mio.
- 2040: 3,9 Mio.
- 2050: 4,5 Mio.
Die Aufteilung auf die Pflegestufen:
- Pflegestufe I: 55 %
- Pflegestufe II: 33 %
- Pflegestufe III: 12 %
Die Aufteilung der Altersgruppen:
- 80 Jahre und älter: 51 %
- zwischen 60 und 80 Jahre: 31 %
- zwischen 20 und 55 Jahre: 10 %
- jünger als 20 Jahre: 4 %
Die Pflegebedürftigen sind zu 69 % weiblich und durchschnittlich 80 Jahre alt.
Für 80 % aller Pflegefälle sind sechs Krankheitsgründe verantwortlich:
- Krankheiten des Kreislaufsystems
- Psychische Störungen
- Krankheiten des Nervensystems
- Krankheiten des Bewegungsapparates
- Tumore
- Senilität und andere unspezifische Symptome
Die Betreuungssituation:
Von den Pflegebedürftigen werden rund 70 % zu Hause versorgt und lediglich rund 30 % in Pflegeheimen.
Aktuell gibt es rund 11.500 ambulante Pflegedienste und 11.000 Pflegeheime in Deutschland.
Durchschnittlich werden von einem Pflegedienst 44 Pflegebedürftige betreut, in einem Heim leben durchschnittlich 64 Pflegebedürftige.
Rund um die pflegenden Angehörigen:
- Zwei Drittel sind im erwerbsfähigen Alter.
- Tatsächlich gehen mehr als 20 % neben der Pflege noch arbeiten, knapp die Hälfte davon Vollzeit.
- Dreiviertel aller pflegenden Angehörigen sind weiblich: vor allem die Ehefrauen, die meist ebenfalls eigentlich Pflege benötigten, oder die Töchter / Schwiegertöchter im Alter von 50 – 60 Jahren.
- Sie geben den Zeitaufwand für die Pflege mit 42 Stunden pro Woche an.
- Über die Hälfte der pflegenden Angehörigen lebt im gleichen Haushalt wie der Pflegebedürftige.
- Ein Drittel aller pflegenden Angehörigen erkrankt selbst.
- 85 % der pflegenden Angehörigen vermittelt die Pflege „ein gutes Gefühl“.
Die soziale Pflegeversicherung:
Leistungsausgaben:
- 1999: 15,6 Mrd. Euro
- 2008: 18,2 Mrd. Euro
- 2009: 19,3 Mrd. Euro (davon: 9,6 Mrd. Euro ambulante Pflege und 9,7 Mrd. Euro stationäre Versorgung)
Ausgaben 2009 im Detail:
- vollstationäre Pflege: 9,29 Mrd. Euro (1999: 7,18 Mrd. Euro)
- vollstationäre Pflege in Behindertenheimen: 250 Mio. Euro
- stationäre Zuschläge: 210 Mio. Euro
- Geldleistungen, z.B. für die Pflege von Angehörigen: 4,47 Mrd. Euro
- Pflegesachleistung: 2,75 Mrd. Euro
- Soziale Sicherung der Pflegeperson: 880 Mio. Euro
- Pflegemittel / techn. Hilfen etc. 440 Mio. Euro
- Pflegeurlaub: 340 Mio. Euro
- Kurzzeitpflege: 310 Mio. Euro
- Zusätzl. Betreuungsleistungen: 190 Mio. Euro
- Tages-/Nachtpflege: 150 Mio. Euro
- Pflegeberatung: 30 Mio. Euro
zum Seitenanfang