Bürokratiekosten der Krankenkassen sind auch Resultat der politischen Rahmenbedingungen

 

Politische Überregulierung des Krankenkassenmarktes ist maßgeblicher Kostenverursacher im Gesundheitswesen
 

München, 18.02.2010. Die Kosten im Gesundheitswesen steigen von Jahr zu Jahr. Erste Kassen erheben sogar Zusatzbeiträge. Die SBK (Siemens-Betriebskrankenkasse) fordert daher eine Debatte über realistische und effektive Sparmöglichkeiten. Sie stellt klar: Die Verwaltungskosten sind nicht der Hebel, über den der Zusatzbeitrag verhindert werden kann. Sie machen nur 5 Prozent der Gesamtkosten aus und sinken jährlich anteilig. Ein Großteil der Bürokratiekosten resultiert zudem aus den gesetzlichen Vorgaben, mit denen die Politik den Krankenkassenmarkt reglementiert.

Immer wieder werden Stimmen laut, die die Kassen auffordern, ihre Bürokratiekosten zu senken, um die immensen Ausgabensteigerungen zu minimieren. Diese Forderung entbehrt jedoch vielfach der Grundlage: Gerade effizient und verantwortungsbewusst wirtschaftende Krankenkassen wie die SBK haben nahezu keine Möglichkeit, die Kosten in diesem Bereich zu senken. Gerade mal 3,9 Prozent der Gesamtausgaben der Betriebskrankenkasse sind den Verwaltungskosten zuzurechnen. Da ein beachtlicher Bestandteil der Ausgaben aus den von der Politik vorgegebenen Dokumentations- und Meldungsvorschriften resultiert, können nur die dafür verantwortlichen Politiker die Kostenbremse ziehen. So hat beispielsweise die Einführung des Gesundheitsfonds und des Morbiditätsorientierten Strukturausgleiches durch die große Koalition zu Erhöhungen der Verwaltungskosten geführt.

Ein weiterer großer Posten innerhalb der Verwaltungskosten sind die Personalkosten der Krankenkassen. Bei der SBK sind es 60 Prozent. Von diesen wiederum werden über 99 Prozent für die Mitarbeiter wie Kundenberater, Gesundheits- oder Pflegeberater ausgegeben. Nur 0,5 Prozent sind für die Vorstandsgehälter vorgesehen – das ist annähernd genauso viel wie für die Kosten, die für behördliche Prüfungen gezahlt werden. „Die aktuelle Diskussion um die Verwaltungskosten ignoriert eine Tatsache“, so Dr. Hans Unterhuber, Vorstandsvorsitzender der SBK. „Hinter den Verwaltungskosten stehen Menschen, die sich jeden Tag für die Versicherten einsetzen, so zum Beispiel unsere Kundenberater. Sie auf einen Kostenfaktor zu minimieren, zeugt nicht gerade von Respekt vor unseren Mitarbeitern und unseren Kunden.“

Hauptverursacher für die Mehrausgaben im Gesundheitswesen sind jedoch die Kostensteigerungen im Krankenhaussektor sowie bei den Ärztehonoraren und den Arzneimitteln. 2008 wurden in den drei Bereichen insgesamt 111,8 Milliarden Euro ausgegeben, im Jahr darauf beliefen sich die Kosten bereits auf 120 Milliarden Euro. Das entspricht einer Steigerung von 7,3 Prozent. Die Verwaltungskosten der gesamten gesetzlichen Krankenversicherung schlugen 2009 hingegen nur mit 9,1 Milliarden Euro zu Buche. Diese Zahlen zeigen: Innerhalb eines Jahres steigen diese Ausgaben nahezu in dem Umfang, den die gesamten Verwaltungskosten der Kassen einnehmen.                 

Und noch ein Argument lässt sich mit einem Blick auf die Fakten leicht aus dem Weg räumen: Die Forderung der Reduzierung der Krankenkassenzahl im Sinne der Ausgabensenkung hält einer Überprüfung nicht stand. Vergleicht man die Höhe der Verwaltungskosten der Krankenkassen untereinander, kristallisiert sich eines heraus: Mittelständische Krankenkassen haben deutlich geringere Nettoverwaltungskosten als Großkassen. Liegen diese bei den Betriebskrankenkassen nur bei 85 Euro je Versicherten, sind es beispielsweise bei den Allgemeinen Ortskrankenkassen 99 Euro. Der Trend ist damit eindeutig: Mit steigender Kassengröße nimmt die Ineffizienz zu.

Doch nicht nur in puncto Verwaltungskosten sind mittelständische Krankenkassen den Großkassen voraus. In den verschiedensten Studien und Umfragen zeigt sich, dass mittelständische Unternehmen branchenübergreifend kundennah, leistungsfähig und innovativ sind. Die SBK beispielsweise wird regelmäßig für ihre Beratungsqualität ausgezeichnet – ein Zeichen dafür, dass die Betriebskrankenkasse in ihre Mitarbeiter investiert. Denn: Eine gute Beratung kann nur von guten Mitarbeitern durchgeführt werden. Realisiert wird dieser Spagat zwischen wichtiger Investition in das Personal und niedrigen Verwaltungskosten durch eine intelligente Schwerpunktsetzung bei der Haushaltsplanung.

 


 

Über die SBK:

Die SBK (Siemens-Betriebskrankenkasse) ist eine geöffnete, bundesweit tätige Betriebskrankenkasse und gehört mit fast 1 Million Versicherten zu den vier größten Betriebskrankenkassen und zu den 20 größten Krankenkassen in Deutschland. Die SBK ist mit über 100 Geschäftsstellen und über 1.300 Mitarbeitern nahe bei ihren Kunden. Sie betreut ferner über 100.000 Firmenkunden bundesweit.
In der mehr als 100-jährigen Geschichte der SBK stand und steht der Mensch immer im Mittelpunkt ihres Handelns. Sie unterstützt auch heute ihre Kunden bei allen Fragen rund um die Themen Versicherung, Gesund bleiben und Gesund werden. Dies bestätigen auch die Kunden. Beim Wettbewerb „Deutschlands kundenorientierteste Dienstleister“ gehört die SBK seit Jahren zu den Besten. Beim Kundenmonitor 2008 belegte sie einen Spitzenplatz unter den Krankenkassen und gehörte zu den fünf besten Unternehmen über alle Branchen hinweg. Gleichzeitig konnte sich die SBK im Wettbewerb „Deutschlands beste Arbeitgeber“ 2009 erneut unter den besten 100 Unternehmen platzieren und ist auch im europäischen Umfeld ganz vorne mit dabei.

 

Für Rückfragen:

 

SBK
Franziska Wolschk
Stv. Pressesprecherin
Heimeranstraße 31
80339 München
Telefon: +49 (0) 89 62700-479
E-Mail: franziska.wolschk@sbk.org
Internet: www.sbk.org

 

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