Streit soll beigelegt werden – Bayerischer Hausärzteverband will Situation eskalieren
München, 04. Mai 2009 - Die Siemens-Betriebskrankenkasse SBK wird im Streit mit einigen Erlanger Hausärzten erneut auf diese zugehen. Im Mittelpunkt soll das Recht aller Versicherten auf eine angemessene Behandlung stehen.
Die SBK wird sich schriftlich unmittelbar an die elf Hausärzte wenden, die vergangene Woche unangenehme Post von den zuständigen Behörden erhalten hatten: Danach werde laut Medienberichten ein Verfahren zum Entzug der Kassenzulassung eingeleitet. Hintergrund sind zahlreiche Anfragen und Beschwerden verunsicherter Kundinnen und Kunden bei der SBK: Mehrere Hausärzte hatten den Patienten mitgeteilt, ab 1. Juli die Leistungen für Versicherte verschiedener Krankenkassen, darunter der SBK, entscheidend einzuschränken. Weiter wurde argumentiert, ohne einen Hausarztvertrag wie dem mit der AOK würden die Honorare nicht einmal mehr die Betriebskosten der Praxen decken, daher müsse man die Leistungen einschränken.
Die SBK stellte sich vor ihre Versicherten und handelte: Die Fälle wurden über die Kassenärztliche Vereinigung dem zuständigen Zulassungsausschuss Mittelfranken, der paritätisch mit Vertretern der Kassen und der Ärzteschaft besetzt ist, weitergeleitet. Zudem ging die SBK wettbewerbsrechtlich gegen ein Flugblatt vor, in dem ein Kassenwechsel zur AOK nahe gelegt wurde. In letzterem Fall hatte der Erlanger Hausärzteverein bereits Mitte April gegenüber der Wettbewerbszentrale eine Unterlassungsverpflichtungserklärung unterzeichnet: Das Flugblatt war dort als eindeutig rechtswidrig eingestuft worden. Nun reagierte der Zulassungssausschuss Mittelfranken Ende April offenbar ebenfalls.
Aus Sicht der SBK ist es zu bedauern, dass es zu einer solchen Eskalation gekommen ist. Daher soll der Streit mit den Erlanger Hausärzten im Interesse der Versicherten möglichst rasch beigelegt werden. In den nächsten Tagen will sich die SBK schriftlich an die betroffenen Hausärzte wenden und Vorschläge für erneute Verhandlungen unterbreiten. Einziges Ziel sei es, für alle Versicherten eine angemessene Behandlung sicherzustellen und Nachteile für die Kundinnen und Kunden der SBK zu unterbinden. Eindeutige Linie der SBK: Die Versicherten bezahlen pünktlich ihre vollen Beiträge und haben daher auch Anspruch auf Behandlung, Streitigkeiten sollten unter den Verhandlungsparteien ausgetragen werden, nicht auf dem Rücken der Patienten. Zudem bezahle die SBK jährlich mindestens 20 Millionen Euro mehr an niedergelassene Ärzte als in den Zuweisungen aus Risikostrukturausgleich und Gesundheitsfonds vorgesehen ist.
Leider hat der Bayerische Hausärzteverband in einer schriftlichen Reaktion erneut Öl ins Feuer gegossen und der SBK unter anderem vorgeworfen, man würde sich seit Jahren einem Hausarztvertrag verweigern; zudem könne diese Auseinandersetzung zum Flächenbrand werden. Tatsache ist: Diese Aussage ist nicht richtig. Vielmehr verhandelt und schließt die SBK seit Jahren Verträge, die eine deutliche Qualitätssteigerung und bessere medizinische Versorgung bedeuten, unter anderem auch mit den Hausärzten in Erlangen.
Unabhängig von der neuerlichen Reaktion des Bayerischen Hausärzteverbandes wird die SBK aber mit den Erlanger Ärzten das Gespräch suchen und die Verhandlungen mit dem Hausärzteverband fortsetzen.
Über die SBK:
Die SBK (Siemens-Betriebskrankenkasse) ist eine geöffnete, bundesweit tätige Betriebskrankenkasse und gehört mit rd. 720.000 Versicherten und rd. 500.000 Mitgliedern zu den vier größten Betriebskrankenkassen und zu den 25 größten Krankenkassen in Deutschland, bei den bundesweit geöffneten Kassen nimmt sie Platz 10 ein. Die SBK ist mit 76 Geschäftsstellen und rund 900 Mitarbeitern nah bei ihren Kunden. Sie betreut ferner über 71.000 Firmenkunden bundesweit.
Die SBK feierte im Jahre 2008 ihr 100-jähriges Jubiläum. In ihrer 100-jährigen Geschichte stand und steht der Mensch immer im Mittelpunkt ihres Handelns. Sie unterstützt auch heute ihre Kunden bei allen Fragen rund um die Themen Versicherung, Gesund bleiben und Gesund werden. Dies bestätigen auch die Kunden. Beim Wettbewerb „Deutschlands kundenorientierteste Dienstleister“ 2008 ist die SBK die bestplatzierte Krankenkasse. Beim Kundenmonitor 2008 belegte sie einen Spitzenplatz unter den Krankenkassen und gehörte zu den fünf besten Unternehmen über alle Branchen hinweg. Gleichzeitig konnte sich die SBK im Wettbewerb „Deutschlands beste Arbeitgeber“ bereits zum zweiten Mal unter den besten 100 Unternehmen platzieren.
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