Existenzgründer

Eigene Absicherung, die ersten Mitarbeiter – das müssen Gründer beachten

Selbstständigkeit bedeutet auch, sich um einige Dinge selber kümmern zu müssen. Dazu gehört auch die eigene Absicherung im Krankheitsfall. Sie persönlich haben sich sicher bereits darüber Gedanken gemacht oder? Wenn nicht, haben wir auf unserer Seite Selbstständige alles Wichtige für Sie zusammengefasst.

Arbeitslose, die sich hauptberuflich selbstständig machen, haben unter bestimmten Voraussetzungen Anspruch auf den Gründungszuschuss. Der Zuschuss soll der Sicherung des Lebensunterhalts und zur sozialen Sicherung dienen.

Voraussetzungen

Auf den Gründungszuschuss besteht kein Rechtsanspruch. Er kann geleistet werden, wenn bis zur Aufnahme der selbstständigen Tätigkeit noch für mindestens 150 Tage ein Anspruch auf Arbeitslosengeld bestehen würde. Der zeitliche Umfang der selbstständigen Tätigkeit muss zur Beendigung der Arbeitslosigkeit führen und mindestens 15 Stunden wöchentlich betragen. Weiterhin hat der Antragsteller die notwendigen Kenntnisse und Fähigkeiten zur Ausübung der selbstständigen Tätigkeit darzulegen.

Höhe und Dauer

Für sechs Monate wird der Zuschuss in Höhe des zuletzt bezogenen Arbeitslosengeldes zur Sicherung des Lebensunterhalts und 300 Euro zur sozialen Absicherung gezahlt.

Für weitere neun Monate können monatlich 300 Euro zur sozialen Absicherung gewährt werden, vorausgesetzt, dass eine intensive Geschäftstätigkeit und hauptberufliche unternehmerische Aktivität nachgewiesen werden kann.

Weitere Informationen zum Gründungszuschuss erhalten Sie auf der Homepage der Bundesagentur für Arbeit.

Wer ein Unternehmen eröffnet, hat dieses innerhalb einer Woche beim zuständigen Unfallversicherungsträger anzumelden.

Nicht nur Ihre Arbeitnehmer werden hier versichert, auch Sie können sich freiwillig gegen die Folgen eines Arbeitsunfalls oder einer Berufskrankheit versichern. Der Versicherungsschutz umfasst besispielsweise Leistungen zur medizinischen Rehabilitationb sowie Pflege- und Geldleistungen.

Welcher Unfallversicherungsträger für Sie zuständig ist, erfahren Sie telefonisch bei der kostenlosen Infoline der Gesetzlichen Unfallversicherung unter 0800 60 50 40 4.

Weitere Infromationen erhalten Sie auf der Homepage der DGUV - Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung.

Vom Gründer zum Arbeitgeber

Um das Arbeitsvolumen stemmen zu können, kommt irgendwann der Tag, an dem Firmengründer Verstärkung brauchen. Die passenden Mitarbeiter zu finden, ist das eine. Es steht einem aber auch eine Menge Bürokratie bevor: Um Ihren Arbeitgeberpflichten korrekt nachzukommen, sind grundlegende Kenntnisse im Arbeits- und Sozialversicherungsrecht gefragt, wenn Mitarbeiter eingestellt werden.

Die erste Hürde ist geschafft und Sie haben einen oder mehrere geeignete Mitarbeiter für Ihre Firma gefunden. Als nächstes steht der Arbeitsvertrag an. Dieser kann grundsätzlich mündlich oder schriftlich abgeschlossen werden - empfohlen wird allerdings die Schriftform.

Alles Wissenswerte zum Arbeitsvertrag, ob Sie gegebenenfalls einen Mindestlohn zahlen müssen oder in Ihrer Branche ein Tarifvertrag gilt, finden Sie auf der Homepage vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie.

Stellen Sie Arbeitnehmer ein, sind grundsätzlich Beiträge zur Sozialversicherung - also Kranken-, Renten-, Pflege- und Arbeitslosenversicherung - abzuführen. Wie hoch die Beiträge sind und wohin diese abzuführen sind, hängt vom Arbeitsentgelt (Lohn, Gehalt) Ihres Arbeitnehmers ab.

Arbeitsentgelt bis 450 Euro - Minijob

Ein Minijob, also eine geringfügig entlohnte Beschäftigung, liegt vor, wenn der Arbeitnehmer regelmäßig nicht mehr als 450 Euro verdient. Der Minijobber hat keine Beiträge zu zahlen. Die Pauschalbeiträge zur Sozialversicherung trägt der Arbeitgeber. Der pauschale Beitragssatz beträgt 13 % zur Krankenversicherung und 15 % zur Rentenversicherung. Für Minijobber im Privathaushalt gelten jedoch niedrigere Sätze. Für sie sind lediglich jeweils 5 % zur Kranken- und Rentenversicherung abzuführen.

Die Meldungen zur Sozialversicherung und auch der Beitragseinzug erfolgen über die Minijob-Zentrale

Arbeitsentgelt von 450,01 Euro bis 850 Euro - Midijob

Die sogenannten Midijobs mit einem monatlichen Arbeitsentgelt zwischen 450,01 und 850 Euro werden auch als Gleitzonen-Beschäftigung bezeichnet.

Eine Beschäftigung in der Gleitzone liegt vor, wenn der Beschäftigte ein Arbeitsentgelt zwischen 450,01 und 850,- Euro erzielt. Für Arbeitnehmer, die eine Beschäftigung innerhalb dieser Gleitzone ausüben, besteht in allen Zweigen der Sozialversicherung grundsätzlich Versicherungspflicht. Die Grenze von 850,- Euro im Monat darf regelmäßig nicht überschritten werden. Diese Beschäftigten zahlen einen geringeren Arbeitnehmeranteil am Sozialversicherungsbeitrag.

Um die Beiträge auszurechnen, die für Beschäftigte in der Gleitzone abzuführen sind, nutzen Sie doch einfach unseren Gleitzonenrechner.

Arbeitsentgelt ab 850,01 Euro

Erhält Ihr Arbeitnehmer monatlich regelmäßig über 850,01 Euro, handelt es sich um ein versicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis. Das bedeutet, dass grundsätzlich zu allen Zweigen der Sozialversicherung Beiträge abzuführen sind. Auf unserer Seite Beitragsrecht in der Gesetzlichen Krankenversicherung erläutern wir Ihnen ausführlich, was es mit der Beitragsberechung auf sich hat und was Sie beachten sollten. Weiterhin gilt es auch, die Stichtage für die Einreichung der Beitragsnachweise bzw. die Fälligkeitstermine für die Beitragszahlungen im Auge zu behalten. Um auf der sicheren Seite zu sein, haben wir Ihnen alles Wichtige zur Beitragszahlung übersichtlich zusammengestellt.

Sie möchten die Kosten für den Versicherungsschutz Ihrer Mitarbeiter zuverlässig und schnell berechnen? Der SBK-Beitragsrechner hilft Ihnen dabei.

Stellen Sie einen neuen Arbeitnehmer ein, ist dieser zur Sozialversicherung anzumelden. Endet ein Beschäftigungsverhältnis, ist auch dieser Tatbestand an die zuständige Einzugsstelle zu melden.

Arbeitet Ihr Arbeitnehmer im Rahmen eines Minijobs (Arbeitsentgelt bis 450 Euro monatlich) bei Ihnen, sind die Meldungen zur Sozialversicherung und die Beitragsnachweise an die Minijob-Zentrale zu übermitteln.

Für alle anderen Beschäftigten mit einem regelmäßigen monatlichen Verdienst über 450,01 Euro ist die sogenannte Einzugsstelle die Krankenkasse des Beschäftigten.

Auf unserer Seite Meldeverfahren-DEÜV haben wir Ihnen alles Wissenswerte rund um das Thema Meldungen zur Sozialversicherung zusammengestellt.

Ist ein Arbeitnehmer erkrankt oder eine Beschäftigte schwanger, haben Sie in dieser Zeit grundsätzlich das Arbeitsentgelt weiter zu zahlen. Das kann für eine kleine Firma schnell zu einem finanziellen Fiasko führen. Die SBK-Umlageversicherung unterstützt Sie dabei, die finanziellen Folgen im Griff zu behalten.

So gibt es für den Krankheitsfall die Umlageversicherung U1 und für Mutterschaft/Beschäftigungsverbot die Umlageversicherung U2. Die SBK-Umlagekasse erstattet Ihnen bei Bedarf einen großen Teil Ihrer Lohnkosten.

Die Umlagesätze zur U1 (Krankheit) sowie U2 (Mutterschaft) sowie alle wichtigen Informationen zu diesem Thema finden Sie auf unserer dazugehörigen Seite Umlageversicherung U1/U2.

DEÜV-Meldungen und Beitragsnachweise dürfen nur als verschlüsselte Dateien an die Krankenkassen übertragen werden. Da manuelle Meldungen nicht zulässig sind, bleibt nur die Nutzung eines Erfassungsprogramms.

Gemeinsam mit der Informationstechnischen Servicestelle der Gesetzlichen Krankenversicherung GmbH (ITSG) haben die Krankenkassen ein Produkt entwickelt, das alle Arbeitgeber oder Steuerberater kostenfrei beziehen können: sv.net

Die Anwendung steht in den Varianten sv.net/classic (Software für PC-Installation) und sv.net/online (internetbasierende Online-Anwendung) zur Verfügung. Sowohl sv.net/classic als auch sv.net/online enthalten umfangreiche Plausibilitätsprüfungen, die mit den in den Datenannahmestellen der Krankenkassen verwendeten identisch sind. Die Datenqualität der mit diesem Programm erfassten Meldungen und Beitragsnachweise ist daher überdurchschnittlich hoch.

Zum Schutz der Daten werden diese vor der Übertragung verschlüsselt und sind somit für Unbefugte nicht lesbar.

Mehr Informationen zu sv.net finden Sie auf der Homepage der ITSG.

Wenn Sie zum ersten Mal einen Arbeitnehmer bei der SBK anmelden oder erstmals Beiträge an die SBK abführen möchten, dann haben wir alle wichtigen Informationen auf unserer Seite "Neu bei der SBK" für Sie zusammengestellt.

Haben Sie allgemein Fragen zur Sozialversicherung, der Anmeldung eines neuen Arbeitnehmers oder zur Beitragsberechnung? Rufen Sie uns einfach an. Ein Kundenberater vom SBK-Arbeitgeberservice steht Ihnen mit Rat und Tat zur Seite. Auf unserer Kontaktseite finden Sie alle notwendigen Informationen.

Mehr zum Thema:

FAQ zum SBK-Arbeitgeberservice