Betriebsveranstaltungen: steuerliche Behandlung

Zwischen Bundesfinanzministerium (BMF) und den Spitzenverbänden der deutschen Wirtschaft sind aktuelle Praxisfragen zur steuerlichen Behandlung von Betriebsveranstaltungen erörtert worden.

Das BMF hat mit Schreiben vom 07.12.2016 zu fünf dieser Fragen Stellung genommen.

Ihre Zuwendungen an Ihre Mitarbeiter anlässlich einer Betriebsveranstaltung gehören gemäß § 19 EStG grundsätzlich zum steuerpflichtigen Arbeitslohn. Für höchstens zwei Veranstaltungen jährlich fällt bis zu einem Freibetrag in Höhe von 110,- Euro jedoch keine Lohnsteuer an. Wird dieser Betrag überschritten, so wird nur der Anteil steuerpflichtig, der 110,- Euro übersteigt. Der übersteigende Betrag kann mit 25 Prozent pauschal besteuert werden.

Wir haben Ihnen die aktuellen Brennpunkte zusammengefasst:

Teilnehmer

Bei der Ermittlung der anteiligen Aufwendungen je teilnehmendem Arbeitnehmer sind die bei der Betriebsveranstaltung anwesenden und nicht die angemeldeten Teilnehmer entscheidend.

Beispiel: Zum betrieblichen Sommerfest waren 125 Personen angemeldet.  Tatsächlich nehmen nur 100 Personen teil: 50 Mitarbeiter sind allein da, 25 Mitarbeiter haben eine Begleitperson mitgebracht. Als Aufwendungen sind 10.000,- Euro entstanden. Das Finanzamt rechnet wie folgt: Kosten 10.000,- Euro : tatsächliche Teilnehmer 100 = 100,- Euro/Teilnehmer. Folge: Für die Teilnehmer ohne Begleitung entsteht keine Lohnsteuerpflicht. Den 25 Teilnehmern mit Begleitperson wird der doppelte Anteil zugerechnet, d.h. 2 x 100,- Euro = 200,- Euro. Für diesen Personenkreis bleibt also ein steuerpflichtiger Anteil in Höhe von 90,- Euro pro Mitarbeiter übrig, der vom Arbeitgeber pauschal besteuert werden kann.

Geschenke

Bemessungsgrundlage für die Ermittlung des Freibetrags sind die Zuwendungen anlässlich einer Betriebsveranstaltung. Hierzu gehören auch Geschenke, die aus Anlass – nicht nur bei Gelegenheit – einer Betriebsveranstaltung zugewendet werden. Es wird nicht beanstandet, wenn Geschenke, deren Wert je Arbeitnehmer 60,- Euro nicht übersteigt, ohne Weiteres als Zuwendung anlässlich der Betriebsveranstaltung einbezogen werden. Bei Geschenken mit einem Wert von mehr als 60,- Euro ist im Einzelfall zu prüfen, ob sie anlässlich oder nur zum Zeitpunkt einer Betriebsveranstaltung zugewendet werden. Geschenke, die vom Arbeitgeber nach § 37b EStG mit 30 Prozent pauschaliert werden, sind ohnehin nicht in die Berechnung der Gesamtkosten einer Betriebsveranstaltung einzubeziehen.

Jubilarfeiern

Jubilarfeiern (für mehrere Jubilare) sind auch Betriebsveranstaltung, nicht dagegen die Ehrung eines einzelnen Jubilars.

Reisekosten für die An- und Abreise zur Betriebsveranstaltung

Fraglich ist, wie die im Zusammenhang mit einer Betriebsveranstaltung anfallenden Reisekosten - wie z.B. die für die Außendienstmitarbeiter für die Anreise zur BV anfallenden Aufwendungen – zu behandeln sind. Hier stellt die Finanzverwaltung darauf ab, ob die Anfahrt vom Arbeitnehmer oder vom Arbeitgeber organisiert worden ist. Wurde die Anreise vom Arbeitgeber geregelt, werden die Zuwendungen der Betriebsveranstaltung zugerechnet. Dies soll auch dann gelten, wenn die Anreise über betriebsinterne Reisemanagementsysteme für den Arbeitnehmer organisiert und abgewickelt wird. Wird die Anreise dagegen vom Arbeitnehmer selbst organisiert, ist der Kostenersatz des Arbeitgebers für die Anreise steuerfrei.

44 Euro-Freigrenze für Sachbezüge

Die 44-Euro-Freigrenze für Sachzuwendungen findet im Zusammenhang mit einer Betriebsveranstaltung keine Anwendung.