Demografischer Wandel unter der Lupe

Ältere Arbeitnehmer sind eine Bereicherung für Unternehmen.

Der demografische Wandel und die steigenden Renteneintrittsgrenzen führen dazu, dass deutsche Arbeitnehmer länger arbeiten – und damit auch in höherem Alter noch neu in Betriebe eintreten. Eine Befragung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) unter 15.000 Unternehmen hat ermittelt, unter welchen Bedingungen Unternehmen Arbeitnehmer ab 50 Jahren einstellen und wie ihre Erfahrungen mit den neuen „Alten“ sind.

Ältere Arbeitnehmer wechseln seltener ihren Arbeitsplatz – sei es, weil das deutsche Kündigungsschutzrecht die Betriebszugehörigkeit zu einem Entscheidungskriterium macht, oder weil Betriebe seltener ältere Mitarbeiter neu einstellen. Die Studie erfragte die Gründe für die Ablehnung älterer Bewerber und ermittelte, dass entgegen entsprechender Vorurteile nur etwa 13 Prozent der Betriebe, die in letzter Zeit Mitarbeiter über 50 neu eingestellt haben, längere oder mehr Krankheitsausfälle als bei der übrigen Belegschaft feststellten. Hingegen überwiegen die positiven Erfahrungen mit den neuen „Alten“ deutlich: Hohe Motivation (97%), Interesse an einer längerfristigen Beschäftigung (93%), höhere Sorgfalt (90%), Integration ins Team (90%) und Einbringung von Erfahrungen (86%).

Die Befragung zeigt auch, welche Faktoren Unternehmen am häufigsten davon abhalten, Ältere einzustellen: Mangelnde Fort- und Weiterbildung sowie eine längere Arbeitslosigkeit sind schlechte Voraussetzungen, um in einem neuen Unternehmen Fuß zu fassen. Je länger die berufliche Ausbildung zurückliegt, als desto höher bewerten Arbeitgeber die Gefahr, dass das Fachwissen des Mitarbeiters veraltet sein könnte. Entsprechend sollten Arbeitgeber gerade älteren Mitarbeitern regelmäßig Bildungsangebote unterbreiten – und diese sollten auch selbst auf regelmäßige, lebenslange Weiterbildung achten. Positiv hingegen werden häufig die nicht-fachlichen Kompetenzen älterer Arbeitnehmer bewertet: Das Erfahrungswissen und die soziale Kompetenz sind gute Argumente für die Einstellung Älterer, gerade im Führungsbereich.

Ein zweites Problem stellt eine lange Arbeitslosigkeit dar. Auch sie lässt Arbeitgeber befürchten, dass das Wissen des Arbeitnehmers durch mangelnde Praxis „eingerostet“ sein könnte. Zudem werden daraus negative Rückschlüsse auf die Flexibilität, Produktivität und Belastbarkeit gezogen. Für 23 Prozent der befragten Betriebe kommt eine Einstellung Älterer nach längerer Arbeitslosigkeit daher sogar prinzipiell nicht infrage.

Die Forscher schließen mit der Empfehlung, die Gesundheit der Beschäftigten sowie deren fachliche Kenntnisse verstärkt zu fördern – frühzeitig und lebenslang. Ihre SBK hilft Ihnen gern bei der Einrichtung eines nachhaltigen Betrieblichen Gesundheitsmanagements – bitte sprechen Sie Ihren Betriebsberater darauf an.

Detailliertere Informationen zur Studie finden Sie im IAB-Kurzbericht 8/2017.