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E-Bikes: Überlassung von Elektrofahrrädern an Arbeitnehmer

Immer mehr Arbeitgeber überlassen ihren Arbeitnehmern gegebenenfalls auch im Rahmen einer Gehaltsumwandlung (Elektro-) Fahrräder. Dies hat lohnsteuerliche Folgen, denn aus der Fahrradüberlassung ergibt sich ein geldwerter Vorteil.

Der Nutzungsvorteil davon abhängig, um welchen Fahrradtyp es sich handelt. Weitere Folgen ergeben sich, wenn der Arbeitnehmer etwa sein privates E-Bike in der Firma kostenlos oder verbilligt aufladen darf. Der Staat fördert die Elektromobilität. Bis zum 31. Dezember 2020 ist der geldwerte Vorteil für das Aufladen mit Strom steuerfrei, wenn ein Arbeitnehmer ein Elektrofahrzeug in der Betriebsstätte des Arbeitgebers kostenlos oder verbilligt auflädt.

Gegenstand der (Elektro-)Fahrradüberlassung

Die kostenlose oder verbilligte Überlassung eines Fahrrads, das sich im Eigentum des Arbeitgebers befindet, führt zu einem geldwerten Vorteil beim Arbeitnehmer. Die für Sachzuwendungen maßgebende Freigrenze von monatlich 44 Euro gilt hier nicht. Steuerlich ist die Überlassung eines E-Bikes an den Arbeitnehmer hinsichtlich des Typs des E-Bikes zu bewerten (vgl. gleichlautende Erlasse der obersten Finanzbehörden der Länder von 23.11.2012, BStBl. I 2012, Seite 1224). Durch eine Kostenbeteiligung oder pauschale Zuzahlung des Arbeitnehmers lässt sich der geldwerte Vorteil ggf. mindern.

Überlassung von Fahrrädern bzw. E-Bikes bis 25 km/h

Der geldwerte Vorteil dafür, dass das Fahrrad bzw. E-Bike mit einer Geschwindigkeit bis 25 km/h auch privat genutzt werden kann, beträgt monatlich 1 Prozent der auf 100 Euro abgerundeten unverbindlichen Preisempfehlung des Herstellers, Importeurs oder Großhändlers im Zeitpunkt der Inbetriebnahme des Elektrofahrrads (brutto). Mit diesem geldwerten Vorteil sind sämtliche Fahrten abgegolten, also auch Privatfahrten und Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte.

E-Bikes schneller als 25 km/h

Bei Elektrofahrrädern mit einer Geschwindigkeit von mehr als 25 km/h, die verkehrsrechtlich daher als Kraftfahrzeuig einzuordnen sind, gelten die allgemeinen lohnsteuerrechtlichen Bewertungsvorschriften für die Überlassung von Dienstwagen. Das bedeutet, dass, wenn ein entsprechendes E-Bike auch für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte genutzt wird, neben dem 1 Prozent-Wert ein zusätzlicher geldwerter Vorteil mit 0,03 Prozent je Entfernungskilometer und je Monat zu erfassen ist.

Beispiel

Arbeitgeber A überlässt

Beurteilung: B muss einen Wert in Höhe von insgesamt monatlich 30 Euro (1% von 3.000 Euro) versteuern. C muss wegen der Einstufung als Kfz neben dem Vorteil von mtl. 30 Euro zusätzlich noch einen Betrag in Höhe von 18 Euro als Vorteil aus der Nutzung für Fahrten zwischen Wohnung und Firma versteuern (3.000 Euro x 0,03% x 20 km).

Hinweis: Die Ermittlung des geldwerten Vorteils aufgrund der Privatnutzung gilt für jedes überlassene Fahrrad, wenn der Arbeitgeber dem Mitarbeiter z. B. ein weiteres Fahrrad zur Nutzung durch dessen Ehegatten überlässt.

 

Überlassenes VerkehrsmittelBewertung des ArbeitslohnsGesetzliche Grundlage
1FahrradMtl. 1 Prozent der unverbindlichen
Preisempfehlung im Zeitpunkt der
Inbetriebnahme einschl. USt (damit
sind sämtliche Fahrten abgegolten)
§ 8 Abs. 2 Satz
10 EStG
2Fahrrad, wenn die Nutzungsüberlassung
von Fahrrädern zur Angebotspalette des
Arbeitgebers an fremde Dritte gehört
(z. B. Fahrradverleihfirmen)
96 Prozent des Endpreises, zu denen
der Arbeitgeber seine Fahrräder
an fremde Dritte überlässt, abzgl.
1.080 EUR Rabatt-Freibetrag
§ 8 Abs. 3 EStG
3Elektrofahrrad, das verkehrsrechtlich
als Fahrrad einzuordnen ist (u.a.
keine Kennzeichen und
Versicherungspflicht)
Vgl. Zeilen 1 und 2
4Elektrofahrrad, das verkehrsrechtlich
als Kfz einzuordnen ist
(z. B. > 25 km/h)
Wie bei Kfz (d.h. Pauschalwertoder
Fahrtenbuchmethode; im
Gegensatz zu Zeile 1 müssen Fahrten
zwischen Wohnung und erster
Tätigkeitsstätte zusätzlich angesetzt
werden.)
§ 8 Abs. 2
Sätze 2–5 EStG

 

Schaubild vgl. Verfügung des Bay. Landesamtes für Steuern v. 22.05.2017,F R 2017 Seite 797

Nutzungsüberlassung

Die steuerlichen Folgen der Nutzungsüberlassung von (Elektro-) Fahrrädern, die sich im Eigentum des Arbeitgebers befinden, gelten auch in den Leasingfällen, in denen die (Elektro-) Fahrradüberlassung aufgrund des Arbeitsvertrags oder einer anderen arbeitsrechtlichen Rechtsgrundlage erfolgt.

Die Fahrrad-Überlassungsmodelle sehen in der Regel so aus, dass der Arbeitgeber das (Elektro-)Fahrrad anschafft und eine Gehaltsumwandlung vereinbart wird. Üblicherweise handelt es sich um ein Leasinggeschäft mit einer Laufzeit von drei Jahren inkl. eines Wartungsvertrags. Der Arbeitgeber schließt mit einem Provider, der die gesamte Abwicklung betreut, einen Rahmenvertrag ab. Zwischen Arbeitgeber und einem Leasinggeber werden Leasingverträge über die Fahrräder mit einer festen Laufzeit von zumeist 36 Monaten bzw. einer mehrjährigen festgelegten Grundzeit mit anschließender automatischer Verlängerung abgeschlossen (im Falle der unterlassenen Kündigung) abgeschlossen.

Gleichzeitig schließt der Arbeitgeber mit dem Arbeitnehmer für diese Dauer einen Überlassungsvertrag hinsichtlich des Fahrrads ab, welcher auch eine private Nutzung zulässt. Danach wird das Gehalt für die Dauer der Nutzungsüberlassung um einen festgelegten Betrag als Eigenbeteiligung reduziert. In der Regel wird die Gehaltsumwandlung so ausgestaltet, dass der Barlohn des Arbeitnehmers um den Betrag der Leasingrate herabgesetzt wird.

Dies bedeutet, dass einerseits aufgrund der Gehaltsumwandlung ein geringerer Barlohn, andererseits aber der Nutzungsvorteil über die 1 Prozent-Regelung (ggf. zusätzlich über die 0,03 Prozent-Regelung) zu versteuern ist.

Kauf des (Elektro-)Fahrrads nach Leasingende

Nach Ablauf der Nutzungsüberlassung kann der Arbeitnehmer in den meisten Fällen das Fahrrad zu einem vorher festgelegten Preis kaufen. Sollte der Mitarbeiter sein Fahrrad vom Arbeitgeber oder einem Dritten zu einem geringeren Preis als den üblichen Endpreis erwerben, ist der Differenzbetrag als Arbeitslohn (von dritter Seite) zu erfassen. Die Finanzverwaltung geht bei einem drei Jahre alten (Elektro-) Fahrrad von einem ortsüblichen Preis von 40 Prozent der auf volle 100 Euro abgerundeten unverbindlichen Preisempfehlung im Zeitpunkt der Inbetriebnahme des (Elektro-) Fahrrads aus.

Beispiel:

Nach Ablauf von drei Jahren erwirbt der Mitarbeiter M das ihm zuvor vom Arbeitgeber überlassene, geleaste Elektrofahrrad für 500 Euro. Die unverbindliche Preisempfehlung im Zeitpunkt der Inbetriebnahme betrug 2.500 Euro.

Beurteilung: Der als Lohn anzusetzende Vorteil beträgt 500 Euro (40 Prozent von 2.500 Euro = 1.000 Euro Restwert - 500 Euro Kaufpreis).

Hinweis: Der Arbeitgeber darf einen niedrigeren Wert als 40 Prozent ansetzen, wenn er diesen entsprechend nachweisen kann.