Elektrofahrzeuge: Steuervorteile

Informieren Sie sich über die Neuregelungen für Arbeitgeber seit dem 01.01.2017 durch das Gesetz zur steuerlichen Förderung von Elektromobilität im Straßenverkehr.

Dieses regelt sowohl die Steuerfreiheit für Ladeeinrichtungen und Ladestrom als auch die Pauschalierung der Lohnsteuer im Zusammenhang mit Elektro- oder Hybridelektrofahrzeugen neu.

Neuregelung - Steuerbefreiung

Von Arbeitgebern gewährte Vorteile für das Aufladen eines Elektrofahrzeugs oder Hybridelektrofahrzeugs Ihres Mitarbeiters in Ihrem Betrieb oder einem verbundenen Unternehmen und für die zeitweise zur privaten Nutzung überlassene betriebliche Ladevorrichtung sind neu von der Lohnsteuer befreit (§ 3 Nummer 46 des Einkommensteuergesetzes – EStG).

Neuregelung - Lohnsteuerpauschalierung

Sie als Arbeitgeber haben die Möglichkeit, die Lohnsteuer für geldwerte Vorteile aus der Übereignung einer Ladevorrichtung sowie für Zuschüsse zu den Aufwendungen des Arbeitnehmers für den Erwerb und für die Nutzung einer Ladevorrichtung pauschal mit 25 Prozent zu erheben (§ 40 Absatz 2 Satz 1 Nummer 6 EStG).

Das Bundesfinanzministerium hat zur Umsetzung der Neuregelungen am 14.12.2016 ein Anwendungsschreiben veröffentlicht. Deutlich wird: Im Mittelpunkt steht die Steuerbefreiung für das Aufladen mit Strom.

Gut zu wissen:

  • Voraussetzung ist, dass die Vorteile und Leistungen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbracht werden. Eine Lohnumwandlung wird damit vom Finanzamt nicht akzeptiert.
  • Die Steuerbefreiung gilt bei Leiharbeitnehmern auch für im Betrieb des Entleihers bezogenen Strom.
  • Die Steuerbefreiung gilt nicht für Ladestrom an Geschäftsfreunde des Arbeitgebers, deren Arbeitnehmer sowie für Kunden des Arbeitgebers.
  • Zu den begünstigten Fahrzeugen zählen auch Elektrofahrräder, allerdings nur, wenn diese verkehrsrechtlich als Kfz einzuordnen sind (Kennzeichen).
  • Die Steuerbefreiung ist weder auf einen Höchstbetrag noch nach der Anzahl der begünstigten Kraftfahrzeuge begrenzt.
  • Nutzt der Arbeitnehmer sein privates Elektrofahrzeug für Dienstfahrten, kann er pauschal 0,30 Euro je gefahrenen Kilometer als Reisekosten auch dann ansetzen, wenn er den Strom steuerfrei erhalten hat.
  • Sie sind als Arbeitgeber nicht verpflichtet, - wie sonst üblich - die steuerfreien Vorteile im Lohnkonto aufzuzeichnen.

Wichtig: Das Aufladen bei einem Dritten oder zu Hause beim Arbeitnehmer ist nicht begünstigt!

Beispiel: Der Arbeitgeber ermöglicht es dem Arbeitnehmer, sein privates Elektrofahrzeug im Betrieb kostenlos aufzuladen.

Folge: Der sich hieraus für den Beschäftigten ergebende geldwerte Vorteil ist steuer- und sozialversicherungsfrei (§ 3 Nummer 46 EStG).

Abwandlung 1: Der Arbeitgeber erstattet dem Arbeitnehmer die Kosten für den Strom, der zu Hause beim Aufladen des Privat-Pkw anfällt.

Folge: Die Kostenübernahme ist steuerpflichtig.

Abwandlung 2: Der Arbeitnehmer fährt einen Elektro-Firmenwagen, der im Betrieb und bei Bedarf auch zu Hause beim Arbeitnehmer aufgeladen wird. Der Arbeitgeber erstattet die privat angefallenen Ladestromkosten.

Folge: Die Kostenerstattung ist bei einem Firmenwagen als Auslagenersatz gemäß § 3 Nummer 50 EStG steuerfrei.

Mehr zum Thema:

Schreiben vom Bundesministerium der Finanzen