Entgeltfortzahlung: Vorerkrankungsanfragen ändern sich ab Januar 2018

Arbeitgeber benötigen zur Beurteilung der Entgeltfortzahlung im Krankheitsfall Informationen, ob und wie lange der entsprechende Arbeitnehmer zuvor schon wegen derselben Krankheit arbeitsunfähig war.

Das Abfrageverfahren dazu ändert sich ab dem 1. Januar 2018.

Ist ein Arbeitnehmer arbeitsunfähig, werden gleiche Vorerkrankungen unter Umständen auf die Sechs-Wochen-Frist für die Entgeltfortzahlung angerechnet. Solche möglichen Vorerkrankungen können Arbeitgeber mit ihren Entgeltabrechnungsprogrammen oder Ausfüllhilfen über den elektronischen Datenaustausch für Entgeltersatzleistungen bei den Krankenkassen abfragen.

Zum 1. Januar 2018 werden Vorerkrankungsanfragen auf die Fälle begrenzt, in denen die Entgeltfortzahlung mindestens 30 Tage (sechs Wochen) erreicht. Die Vorerkrankungsanfrage des Arbeitgebers im Meldeverfahren (Meldegrund „41“) kann dann nur noch erfolgen, wenn folgende Voraussetzungen vorliegen:

  • für die aktuelle Arbeitsunfähigkeit liegt ein Nachweis vor,
  • in den letzten sechs Monaten vor Beginn der aktuellen Arbeitsunfähigkeit liegt mindestens eine bescheinigte potenzielle Vorerkrankung vor und
  • NEU: die kumulierten Zeiten der anzufragenden Arbeitsunfähigkeiten umfassen mindestens 30 Tage.

Mit der neuen Regelung sollen die Vorerkrankungsanfragen auf das notwendige Maß beschränkt und die Aufwände für Arbeitgeber und Krankenkassen reduziert werden.