Ferienjobs

Mit Beginn der schulfreien Zeit schlägt wieder die Stunde der Ferienjobber.

Für Beschäftigungen, die von Schülern allgemeinbildender Schulen ausgeübt werden, sind die Regelungen über die versicherungsrechtliche Beurteilung von Arbeitnehmern anzuwenden. Sie unterliegen also grundsätzlich der Kranken-, Pflege- und Rentenversicherungspflicht. Weil diese Beschäftigungen allerdings meistens geringfügig entlohnt oder kurzfristig sind, besteht Versicherungsfreiheit. In der Arbeitslosenversicherung sind Schüler allgemeinbildender Schulen grundsätzlich versicherungsfrei.

Mehr als geringfügig entlohnte Beschäftigung

Schüler, die während der Schulzeit einer geringfügig entlohnten Dauerbeschäftigung nachgehen und diese in den Sommerferien ausweiten und dann mehr als 450,- Euro monatlich verdienen, können auch in den Ferien versicherungsfrei beschäftigt sein. Voraussetzung: Das regelmäßige monatliche Arbeitsentgelt darf vorausschauend im Jahresdurchschnitt 450,- Euro monatlich nicht übersteigen. Das Jahresarbeitsentgelt darf also nicht mehr als 5.400,- Euro im Jahr betragen (12 Monate × 450,- Euro).

Kurzfristige Aushilfsbeschäftigung

Aushilfsbeschäftigungen von Schülern, die ausschließlich in den sechswöchigen Sommerferien erfolgen, sind als kurzfristige Beschäftigungen versicherungsfrei. Pauschalbeiträge zur Kranken- und Rentenversicherung fallen unabhängig von der Höhe des gezahlten Arbeitsentgelts nicht an.

Zeitlich befristete Beschäftigungen, mit denen die Zeit zwischen der Schulentlassung und der ersten Aufnahme einer Dauerbeschäftigung oder eines Ausbildungsverhältnisses überbrückt werden soll, sind als berufsmäßige Beschäftigungen anzusehen und somit versicherungspflichtig.

Berufsmäßig sind befristete Beschäftigungen vor Aufnahme einer ersten Dauerbeschäftigung, eines Ausbildungsverhältnisses, eines versicherungsfreien Dienstverhältnisses als Beamter auf Widerruf, als Soldat auf Zeit oder Berufssoldat oder eines dualen Studiums.

Die Schülereigenschaft endet mit dem Bestehen der Abschlussprüfung oder, wenn eine solche nicht vorgesehen ist, mit der tatsächlichen planmäßigen Beendigung des Ausbildungsabschnitts. Wird ein Prüfungs- oder Abschlusszeugnis erstellt, ergibt sich daraus das Datum für das Ende der Schulzeit. Außerdem endet die Eigenschaft als Schüler mit dem Abbruch der Schulausbildung.

Befristete Beschäftigungen von Schulabgängern

Häufig üben Schulabgänger eine befristete Beschäftigung aus. Sozialversicherungsrechtlich werden sie dann nicht mehr als Schüler, sondern als Arbeitnehmer beurteilt. Eine kurzfristige Beschäftigung bis zu drei Monaten oder 70 Arbeitstagen eines Schulabgängers ist weiterhin versicherungsfrei.

Ausnahme: Die Beschäftigung wird berufsmäßig ausgeübt und ein Arbeitsentgelt von über 450,- EUR monatlich erzielt.

Als berufsmäßig angesehen werden auch Beschäftigungen zwischen Schulende und der Teilnahme an einem freiwilligen sozialen oder ökologischen Jahr, am Bundesfreiwilligendienst oder am freiwilligen Wehrdienst. Dies gilt auch dann, wenn anschließend nach Ende des Freiwilligendienstes eine Fachschulausbildung oder ein Fach- oder Hochschulstudium beabsichtigt ist.

Beschäftigungen zwischen Schulentlassung und Studiumaufnahme sind grundsätzlich von untergeordneter wirtschaftlicher Bedeutung und daher nicht als berufsmäßig anzusehen. Es besteht also grundsätzlich Versicherungsfreiheit zur Kranken-, Pflege-, Renten- und Arbeitslosenversicherung.

Ferienjobber, die in den Schul- oder Semesterferien bei Ihnen eine Beschäftigung ausüben, sind in Ihrem Betrieb eingegliedert und an Ihre Weisungen gebunden. Wie jeder andere Arbeitnehmer unterliegen Sie deshalb grundsätzlich dem allgemeinen Lohnsteuerabzug. Aber Achtung, auch hier gibt es Freibeträge.