Firmenwagenbesteuerung bei zeitweiser Nutzung

Kann bei einem Beginn oder Ende der Firmenwagennutzung im laufenden Monat ein anteiliger Nutzungswerte steuerlich angesetzt werden?

Mit dieser Frage hat sich das Finanzgericht Baden-Württemberg beschäftigt.

Hintergrund

Streitig war, ob der Vorteil aus der privaten Nutzung eines vom Arbeitgeber zur Verfügung gestellten Kraftfahrzeugs, wenn die Nutzungsmöglichkeit nicht an allen Tagen des Monats bestanden hat, nach der sog. 1%-Regelung dennoch in voller Höhe oder nur anteilig anzusetzen ist. Der Arbeitgeber stellte den Arbeitnehmer ab dem 11.01. als Außendienstmitarbeiter ein. Ab dem 20.01. stellte er einen Dienstwagen zur Verfügung, wobei dem Mitarbeiter die Nutzung zu privaten Fahrten gestattet war. Am 20.09. wurde das Arbeitsverhältnis wieder beendet, und der Arbeitnehmer musste das Auto zurückgeben. Das Unternehmen hat den pauschalen Nutzungswert für die Monate Januar und September entgegen der Auffassung des Finanzamts zeitanteilig, also je Tag, ermittelt. Damit war das Finanzamt nicht einverstanden.

Entscheidung des Finanzgerichts

Auf die Klage des Arbeitgebers hin hat das Finanzgericht die Auffassung des Finanzamts allerdings bestätigt: Ein zeitanteiliger Ansatz für die Monate Januar bzw. September sei nicht möglich. Der Nutzungsvorteil sei für jeden Kalendermonat mit 1 % des inländischen Listenpreises im Zeitpunkt der Erstzulassung zuzüglich der Kosten für Sonderausstattungen einschließlich Umsatzsteuer anzusetzen. Ein tageweiser Abschlag sei nicht möglich (Urteil vom 24.2.2015 - 6 K 2540/14).
Fazit: Der Nutzungsvorteil für die private Nutzung eines Dienstwagens haben Sie auch dann für jeden Kalendermonat mit dem vollen Betrag von 1 % des Bruttolistenpreises zu erfassen, wenn dem Arbeitnehmer das Kraftfahrzeug im Kalendermonat nur zeitweise zur Verfügung steht.

Praxishinweis

Sie können den Firmenwagen auch erst zum 1. des Folgemonats (auch) zur Privatnutzung überlassen, wenn ein Arbeitnehmer im Laufe eines Monats eingestellt wird. Dadurch können Sie die ansonsten übermäßige Besteuerung im Einstellungsmonat verhindern.