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Flexibles Arbeiten erhöht berufliche Belastung

Die Flexibilisierung der Arbeit in Hinblick auf Zeit und Ort gilt vielen Arbeitgebern und auch Arbeitnehmern als positive Entwicklung.

Eine aktuelle Metastudie der Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (baua) kommt allerdings zu anderen Ergebnissen.

Die Forscher trugen die Ergebnisse vieler Studien zu orts- und zeitflexiblem Arbeiten zusammen, darunter auch Untersuchungen zur Belastung von Pendlern und Menschen mit überlangen Arbeitszeiten. Die Ergebnisse sind eindeutig: Die meisten Studien ergaben, dass berufliche Mobilität zu einer Verkürzung der Ruhezeiten und damit zu erhöhten Belastungen führt, insbesondere wenn sie mit Leistungs- oder Zeitdruck kombiniert ist. Dabei wirkt das Pendeln zum Arbeitsort ähnlich stressend wie Mobilität aufgrund der Tätigkeit, etwa bei Geschäftsreisen oder Entsendungen.

Ein ebenso großer Belastungsfaktor ist die zeitliche Flexibilität, vor allem, wenn sie in ständiger Erreichbarkeit, Rufbereitschaften, entfallenden Ruhepausen oder überlangen Arbeitszeiten mündet. Während Zeitautonomie als grundsätzlich positiv wahrgenommen wird, stellen arbeitsbezogene Unterbrechungen der Freizeit einen hohen Belastungsfaktor dar. Schon in der Freizeit für den Arbeitgeber erreichbar sein zu müssen, führt bei den betroffenen Arbeitnehmern zu einem geringeren Erholungswert und oft auch zu familiären Konflikten.

Die Untersuchung ergab, dass Arbeitnehmer zeitliche und örtliche Flexibilität nur dann gut mit ihrer Erholungszeit vereinbaren können, wenn diese vorhersehbar, beeinflussbar und durch Entscheidungsspielräume kontrollierbar ist. Ein Abschalten von der Arbeit muss für jeden Arbeitnehmer in ausreichendem Umfang und zusammenhängender Form möglich sein. Anderenfalls ist mit gesundheitlichen Folgeerscheinungen wie Herz-Kreislauf-Erkrankungen und Schlafstörungen, aber auch mit erhöhten Unfallzahlen und psychischen Beschwerden bis zum Burnout zu rechnen.

Die komplette Studie finden Sie auf der baua-Homepage.

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