Insolvenzgeldumlage

Arbeitnehmer erhalten im Falle der Insolvenz ihres Arbeitgebers zum Ausgleich ihres ausgefallenen Arbeitsentgeltes für maximal drei Monate Insolvenzgeld.

Es wird von der Arbeitsagentur gezahlt und von den Arbeitgebern als Risikogemeinschaft durch die Insolvenzgeldumlage finanziert.

Seit 01.01.2009 ist die Insolvenzgeldumlage monatlich mit dem Gesamtsozialversicherungsbeitrag an die zuständige Krankenkasse abzuführen. Der Beitragsnachweis wurde dafür um die Beitragsgruppe "0050" erweitert. Der Umlagesatz wird per Rechtsverordnung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales festgesetzt und immer den aktuellen wirtschaftlichen Gegebenheiten angepasst.

Ab dem Jahr 2016 beträgt die Insolvenzgeldumlage 0,12 % (2015 = 0,15 %).

Für die Umlagepflicht spielen Größe, Branche und Ertragslage eines Unternehmens keine Rolle.

Ausgenommen sind nur folgende Arbeitgeber:

  • Bund, Länder und Gemeinden
  • Körperschaften, Stiftungen und Anstalten des öffentlichen Rechts, über deren Vermögen ein Insolvenzverfahren nicht zulässig ist
  • solche juristischen Personen des öffentlichen Rechts, bei denen der Bund, ein Land oder eine Gemeinde kraft Gesetzes die Zahlungsfähigkeit sichert
  • als Körperschaften des öffentlichen Rechts organisierte Religionsgemeinschaften und die Untergliederungen mit der gleichen Rechtsstellung
  • öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten
  • private Haushalte (nur natürliche Personen, keine Dienstleistungsagenturen)
  • Betriebe, die vom Insolvenzverwalter weitergeführt werden
  • diplomatische und konsularische Vertretungen

Die Insolvenzgeldumlage ist für alle im Unternehmen beschäftigten Arbeitnehmer und Auszubildenden an die zuständige Einzugsstelle abzuführen.

Für die Berechnung der Umlage wird das rentenversicherungspflichtige Arbeitsentgelt zugrunde gelegt.

Nicht berücksichtigt werden Bezüge, die kein laufendes oder einmalig gezahltes Arbeitsentgelt im Sinne der Sozialversicherung darstellen.

Bei rentenversicherungsfreien oder von der Rentenversicherungspflicht befreiten Arbeitnehmern ist das Arbeitsentgelt maßgeblich, nach dem die Rentenversicherungsbeiträge im Falle des Bestehens von Rentenversicherungspflicht zu berechnen wären.