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Insolvenzgeldumlage

Arbeitnehmer erhalten im Falle der Insolvenz ihres Arbeitgebers zum Ausgleich ihres ausgefallenen Arbeitsentgeltes für maximal drei Monate Insolvenzgeld.

Seit 01.01.2009 ist die Insolvenzgeldumlage monatlich mit dem Gesamtsozialversicherungsbeitrag an die zuständige Krankenkasse abzuführen. Der Beitragsnachweis wurde dafür um die Beitragsgruppe "0050" erweitert. Der Umlagesatz wird per Rechtsverordnung des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales festgesetzt und immer den aktuellen wirtschaftlichen Gegebenheiten angepasst.

Im Jahr 2017 beträgt die Insolvenzgeldumlage 0,09 % (2016 = 0,12 %).

Aktuell: Insolvenzgeldumlage sinkt ab 1. Januar 2018

Der Anspruch der Beschäftigten auf Insolvenzgeld wird durch eine ausschließlich von den Arbeitgebern aufzubringende und zu zahlende monatliche Insolvenzgeldumlage finanziert. Nach 0,12 Prozent im Jahr 2016 und 0,09 Prozent im laufenden Jahr wird der Satz ab 1. Januar 2018 0,06 Prozent betragen. Die Reduzierung des Umlagesatzes entlastet die Betriebe um jährlich über 300 Millionen Euro.

Diese Senkung geht aus dem Entwurf der Insolvenzgeldumlagesatzverordnung 2018 hervor, der bereits vom Bundesrat bestätigt wurde. Eine Absenkung ist gesetzlich vorgeschrieben, wenn die Rücklage der Umlageversicherung die durchschnittlichen jährlichen Aufwendungen der vorhergehenden fünf Kalenderjahre übersteigt und die Beschäftigungs- und Wirtschaftslage eine Verringerung erlaubt. Diese Voraussetzungen liegen für das Jahr 2018 vor.

2017 wird ein Überschuss von 79 Millionen Euro in der Umlageversicherung erwartet. Aufgrund der dann bestehenden Rücklage von über 1,7 Milliarden Euro ist eine leichte Abschmelzung der Reserven in 2018 vertretbar, denn das Arbeitsministerium erwartet für 2018 Insolvenzgeldausgaben von rund 800 Millionen Euro. Gleichzeitig dürfte das umlagepflichtige Bruttoentgelt von voraussichtlich rund 968 Milliarden Euro im Jahr 2017 auf rund eine Billion Euro im Jahr 2018 ansteigen.

Die Insolvenzgeldumlage wird als Vomhundertsatz des Arbeitsentgelts erhoben, nach dem die Beiträge zur gesetzlichen Rentenversicherung für die Arbeitnehmerinnen, Arbeitnehmer und Auszubildenden bemessen werden oder im Falle einer Versicherungspflicht in der gesetzlichen Rentenversicherung zu bemessen wären. Sie wird von der Krankenkasse eingezogen und an die Bundesagentur für Arbeit weitergeleitet.

Für die Umlagepflicht spielen Größe, Branche und Ertragslage eines Unternehmens keine Rolle.

Ausgenommen sind nur folgende Arbeitgeber:

  • Bund, Länder und Gemeinden
  • Körperschaften, Stiftungen und Anstalten des öffentlichen Rechts, über deren Vermögen ein Insolvenzverfahren nicht zulässig ist
  • solche juristischen Personen des öffentlichen Rechts, bei denen der Bund, ein Land oder eine Gemeinde kraft Gesetzes die Zahlungsfähigkeit sichert
  • als Körperschaften des öffentlichen Rechts organisierte Religionsgemeinschaften und die Untergliederungen mit der gleichen Rechtsstellung
  • öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten
  • private Haushalte (nur natürliche Personen, keine Dienstleistungsagenturen)
  • Betriebe, die vom Insolvenzverwalter weitergeführt werden
  • diplomatische und konsularische Vertretungen

Die Insolvenzgeldumlage ist für alle im Unternehmen beschäftigten Arbeitnehmer und Auszubildenden an die zuständige Einzugsstelle abzuführen.

Für die Berechnung der Umlage wird das rentenversicherungspflichtige Arbeitsentgelt zugrunde gelegt.

Nicht berücksichtigt werden Bezüge, die kein laufendes oder einmalig gezahltes Arbeitsentgelt im Sinne der Sozialversicherung darstellen.

Bei rentenversicherungsfreien oder von der Rentenversicherungspflicht befreiten Arbeitnehmern ist das Arbeitsentgelt maßgeblich, nach dem die Rentenversicherungsbeiträge im Falle des Bestehens von Rentenversicherungspflicht zu berechnen wären.