Know-how vor der Rente retten

Wenn Betriebe zu wenige Azubis oder qualifizierte Fachleute finden, versuchen sie, ältere Mitarbeiter trotz Rentenbeginns im Unternehmen zu halten.

Eine aktuelle Umfrageauswertung des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) zeigt den wichtigsten Weg, um diese wertvollen Mitarbeiter weiter zu motivieren: Änderungen bei der Arbeitszeit.

Für die Auswertung wurden Daten des repräsentativen IAB-Betriebspanels (Arbeitgeberbefragung zu betrieblichen Bestimmungsgrößen der Beschäftigung) genutzt. Demnach versucht ein Drittel aller Unternehmen, (Flexi-)Rentner weiter zu beschäftigen. Etwas mehr als ein Viertel der eigentlich in Rente gehenden Arbeitnehmer wurden von ihrem Betrieb auf eine Weiterbeschäftigung angesprochen, 83 Prozent der Angesprochenen gingen auf das Angebot ein. Vor allem kleine Unternehmen aus der Elektrotechnik-, Maschinen- und Fahrzeugbaubranche versuchten, rentenbedingt ausscheidende Mitarbeiter im Betrieb zu halten. Die Forscher vermuten hier eine Folge von Rekrutierungsproblemen und Fachkräfteengpässen.

Die meisten Unternehmen, die Zusagen ihrer verrenteten Mitarbeiter erhielten, hatten kürzere Arbeitszeiten angeboten (60 Prozent). 49 Prozent ermöglichten zudem oder stattdessen eine flexiblere Arbeitsverteilung (u.a. Altersteilzeit, Gleitzeit). 17 Prozent konnten die aus Altersgründen ausscheidenden Mitarbeiter mit dem Angebot einer anderen Tätigkeit binden, und bei 13 Prozent führte das Angebot von Prämien, höherer Entlohnung oder einer Beförderung zum Erfolg. Angebote zum Gesundheitsschutz und von Weiterbildungen gaben hingegen nur in Ausnahmefällen den Ausschlag für eine Weiterarbeit.