Künstlersozialkasse

Das am 01.01.1983 in Kraft getretene Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG) bietet selbständigen Künstlern und Publizisten sozialen Schutz in der Renten-, Kranken- und Pflegeversicherung.

Aktueller Hinweis: Ab 1.1.2017 gilt das Pflegestärkungsgesetz II. Weitere Informationen.

Aktuell: Beitragssenkung ab 2017 auf 4,8 Prozent

Die Künstlersozialabgabe-Verordnung 2017 wurde am 11.08.2016 im Bundesgesetzblatt veröffentlicht. Danach beträgt die Künstlersozialabgabe für 2017 4,8 %.

Im Jahr 2015 wurden im Vergleich zum Vorjahr 30 Millionen Euro zusätzlich eingenommen.

Vor diesem Hintergrund kündigte Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) bereits am 14. Juni in Berlin im Rahmen der „Zukunftswerkstatt Künstlersozialversicherung“ eine Senkung des Abgabesatzes an.

Der Geschäftsführer des Deutschen Kulturrates, Olaf Zimmermann, sagte dazu: „Die Absenkung des Künstlersozialabgabesatzes von 5,2 Prozent auf 4,8 Prozent im kommenden Jahr ist eine sehr gute Nachricht für alle abgabepflichtigen Unternehmen. Hier zeigt sich, dass die Reform der Künstlersozialversicherung Anfang der Legislaturperiode erfolgreich ist.“

Beitragssatz 2016

Die Künstlersozialabgabe-Verordnung sieht für das Jahr 2016 einen Beitrag von 5,2 % vor.

Durch das bereits im Juli 2014 verabschiedete Gesetz zur Stabilisierung des Künstlersozialabgabesatzes wird damit zunächst ein weiterer Anstieg des Abgabesatzes verhindert. Intensivere Prüfungen der Deutschen Rentenversicherung und der Künstlersozialkasse bei den Arbeitgebern sollen künftig für eine solidere Finanzbasis der Künstlersozialkasse sorgen.

Hintergrund

Zur Durchführung der Künstlersozialversicherung wurde die Künstlersozialkasse (KSK) geschaffen. Seit 1983 erhalten freischaffende Künstler und Publizisten in Deutschland so einen vergleichsweise günstigen Zugang zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung. Die Finanzierung erfolgt durch Beiträge der Versicherten, einen Bundeszuschuss und die Künstlersozialabgabe. Letztere zahlen die Unternehmen auf Honorare an freischaffende Künstler und Publizisten.

Die KSK entscheidet über Versicherungspflicht- und freiheit von Künstlern und Publizisten. Außerdem zieht sie den Beitragsanteil der Versicherten, die Künstlersozialabgabe der abgabepflichtigen Unternehmen sowie den Bundeszuschuss ein.

Vielleicht denken Sie, das Thema Künstlersozialabgabe gehe Sie nichts an. Ihr Unternehmen gehört weder zur Unterhaltungsindustrie noch beschäftigen Sie „Künstler“ in Ihrem Betrieb. So weit, so gut. Trotzdem kann es Sie betreffen. Das Künstlersozialversicherungsgesetz (KSVG) nimmt – unter bestimmten Voraussetzungen – alle Unternehmer in die Pflicht, die Künstler/Publizisten beauftragen.

Künstler im Sinne des KSVG ist, „wer Musik, darstellende oder bildende Kunst schafft, ausübt oder lehrt.“ Publizist im Sinne des KSVG, „wer als Schriftsteller, Journalist oder in ähnlicher Weise publizistisch tätig ist oder Publizistik lehrt.“ Und so kann es vorkommen, dass Sie als Auftraggeber eines Alleinunterhalters für Ihr Betriebsfest oder für einen Texter, der Ihre Werbematerialien relauncht, Künstler/Publizisten beschäftigen. Weiter vorausgesetzt: die Künstler/Publizisten sind selbstständig, üben ihre Tätigkeit erwerbsmäßig aus und beschäftigen nicht mehr als einen Arbeitnehmer.

Wer aus selbstständiger künstlerischer und publizistischer Tätigkeit im Jahr 2015 voraussichtlich ein Arbeitseinkommen von maximal 3.900,- Euro erzielt, ist versicherungsfrei. Diese Regelung gilt aber erst nach Ablauf von drei Jahren seit erstmaliger Tätigkeitsaufnahme. Wollen Sie als Auftraggeber auf der sicheren Seite sein, können Sie auch eine Agentur beauftragen, die Künstler und Publizisten beschäftigt. Dann ist die Agentur Ihr Vertragspartner, nicht der einzelne Künstler oder Publizist.

Hinweis: Für die eigentliche Durchführung der Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung ist die KSK aber nicht zuständig. Sie meldet die versicherten Künstler und Publizisten lediglich bei den Kranken- und Pflegekassen und bei der Rentenversicherung an und leitet die Beiträge weiter. Die jeweiligen Leistungen werden durch die Kranken- und Pflegekassen oder des Rentenversicherungsträgers erbracht.

Mehr zum Thema:

Homepage der Künstlersozialkasse