Mensch, mach mal Pause!

Viele Beschäftigte wünschen sich nicht längere, aber flexiblere Pausen, von denen sie sich einen höheren Erholungseffekt versprechen. Das ergab eine Umfrage der Initiative Gesundheit und Arbeit (iga).

Viele Beschäftigte in Deutschland erleben ihre Pausen am Arbeitsplatz als wenig erholsam. Das legen Ergebnisse einer aktuellen Online-Umfrage der Initiative Gesundheit und Arbeit (iga) unter 323 Personen nahe. Zwar sind 79 Prozent der Befragten grundsätzlich mit ihren Pausen zufrieden, allerdings erholt sich rund die Hälfte dabei nie, selten oder nur manchmal.

Die mangelnde Erholung scheint aber nicht an zu knapp bemessenen Pausenzeiten zu liegen. Denn mit durchschnittlich 27 Minuten würden sich die Beschäftigten sogar mit kürzeren Pausenzeiten als sie tatsächlich haben (33 Minuten) zufrieden geben. Etwa ein Viertel der Befragten lässt die Pause häufig oder sogar immer ganz ausfallen. Die Ursache hierfür ist in den meisten Fällen Termin- und Zeitdruck. Manche sind aber auch so vertieft in ihre Aufgaben, dass sie ihre Pause schlichtweg vergessen.

Welche Aktivitäten werden in der Pause ausgeführt – und wie erholsam sind sie? An der Spitze der Pausenaktivitäten stehen Essen und Trinken sowie Unterhaltungen mit den Kollegen: Jeder Fünfte greift in der Pause auf digitale Angebote zurück. Zwar nutzen die Befragten die Mittagspause hin und wieder für einen Spaziergang an der frischen Luft, jedoch selten regelmäßig – obwohl diese Art der Pausengestaltung als am erholsamsten eingestuft wird. Etwa jeder Zehnte erledigt in der Pause Privates - allerdings trägt dies laut Umfrage nicht zur Erholung bei.

Die Ursachen für die unzureichende Erholung dürften eher an einer konventionellen Pausengestaltung mit unflexiblen Pausenzeiten liegen. Ein Drittel der Befragten wünscht sich mehr Flexibilität und Autonomie bei der Wahl des Pausenzeitpunktes. Dies passt zu den Aussagen der Beschäftigten im Homeoffice: Sie waren mit ihren Pausengestaltungsmöglichkeiten signifikant zufriedener.

Was bedeuten die Ergebnisse für Sie als Arbeitgeber? Prüfen Sie, ob Sie Ihren Beschäftigten flexiblere Pausenzeiten anbieten können – etwa ein Zeitfenster von zwei Stunden, in denen sie ihre Pausenzeit frei wählen können. Das kann sogar vorteilhaft für die telefonische Erreichbarkeit sein: Wenn etwa Bürokollegen zu verschiedenen Zeitpunkten Pause machen, ist die Erreichbarkeit nahezu durchgängig gesichert, zudem muss konzentriertes Arbeiten nicht unterbrochen werden, was zu einem Zeitgewinn für das Unternehmen führen kann.

Der iga.Report 34 mit allen Ergebnissen und Charts steht im Internet kostenlos zum Download bereit.