Mitarbeiterkapitalbeteiligung

Mit mehr steuerlichen Anreizen und Branchenfonds soll die schleppende Beteiligung von Arbeitnehmern an ihrem Unternehmen angekurbelt werden.

Förderung von Mitarbeiterkapitalbeteiligungen

Fairer Anteil am Unternehmenserfolg: Mit mehr steuerlichen Anreizen und Branchenfonds soll die schleppende Beteiligung von Arbeitnehmern an ihrem Unternehmen angekurbelt werden. Der Bundesrat verabschiedete am 13.02.2009 den entsprechenden Gesetzentwurf.

Danach können sich alle Arbeitnehmer künftig sowohl direkt an ihrem Unternehmen als auch indirekt über spezielle Fonds (etwa einzelner Branchen) beteiligen. Das Gesetz trat rückwirkend zum 01.01.2009 in Kraft. Konkret wird der Erwerb von Kapitalanteilen an der eigenen Firma mit einem höheren steuer- und abgabenfreien Maximalbetrag von 360,- Euro pro Jahr (bisher 135,- Euro) gefördert. Von der Förderung profitieren Arbeitgeber und Arbeitnehmer seit Anfang 2009 gleichzeitig. Das Gesetz sollte die derzeit eher unterdurchschnittliche Verbreitung der Mitarbeiterkapitalbeteiligung in Deutschland im europäischen Vergleich anheben.

Mehr Engagement durch direkte Beteiligung

Ziel ist, möglichst vielen Mitarbeitern die Möglichkeit zur Beteiligung an ihrem Unternehmen zu geben. Hierüber soll die Belegschaft verstärkt für ihre eigenen Anteile arbeiten, dadurch ein größeres Verantwortungsbewusstsein zeigen und dem Unternehmen mehr Kapital zur Verfügung stellen.

Die Erhöhung von 135,- auf 360,- Euro erfolgt, wenn folgende Voraussetzungen erfüllt sind:

  • Die Vermögensbeteiligung muss zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Lohn oder Gehalt aus freiwilligen Leistungen des Arbeitgebers gezahlt werden.
  • Die Beteiligung darf nicht durch Entgeltumwandlung finanziert werden, also aus Lohnbestandteilen, auf die die Beschäftigten aufgrund eines Vertrages oder eines Tarifvertrages einen Rechtsanspruch haben.
  • Das Angebot zur Beteiligung am Unternehmen muss allen Beschäftigten offen stehen, die in einem gegenwärtigen Dienstverhältnis stehen. Dazu zählen beispielsweise auch geringfügig Beschäftigte und Mitarbeiter in Elternzeit oder Altersteilzeit.

Die bisher bestehenden Mitarbeiterbeteiligungs-Modelle genießen aus steuerlicher Sicht Bestandsschutz und werden deshalb bis einschließlich 2015 wie bisher gefördert. Insoweit müssen Arbeitgeber für einen langen Zeitraum das bisherige und das neue System parallel beachten.

Das bedeutet, wenn Mitarbeiterbeteiligungen angeboten werden und die oben genannten Voraussetzungen nicht erfüllt sind, bis 2015 nur mit einem steuer- und beitragsfreien Betrag in Höhe von 135,- Euro gerechnet werden kann.

Bisher war im § 19a EStG geregelt, dass Vermögensbeteiligungen steuer- und damit auch beitragsfrei sind, soweit der Vorteil nicht höher als der halbe Wert der Beteiligung ist und insgesamt 135,- Euro im Kalenderjahr nicht übersteigt. Für neue Vermögensbeteiligungen seit dem 01.01.2009 gilt: Nicht nur der Maximalbetrag wird angehoben, auch die Begrenzung des Arbeitgeberzuschusses auf den halben Wert der Vermögensbeteiligung entfällt.

Beispielrechnung „altes Modell“

a)
5 Aktien à 75,- Euro = 375,- Euro (Gesamtwert)
Halber Wert Vermögensbeteiligung = 187,50 Euro
Steuer- und beitragsfreier Zuschuss Arbeitgeber = 135,- Euro (steuer- und beitragsfrei)
Anteil Arbeitnehmer = 240,- Euro (Gesamtwert ./. Zuschuss Arbeitgeber)

b)
5 Aktien à 40,- Euro = 200,- € (Gesamtwert)
Halber Wert Vermögensbeteiligung = 100,- Euro
Steuer- und beitragsfreier Zuschuss Arbeitgeber = 100,- Euro (begrenzt auf halben Wert der Vermögensbeteiligung)
Anteil Arbeitnehmer = 100,- Euro (Gesamtwert ./. Zuschuss Arbeitgeber)

Beispielrechnung „neues Modell“

a)
5 Aktien à 75,- Euro = 375,- Euro (Gesamtwert)
Steuer- und beitragsfreier Zuschuss Arbeitgeber = 360,- Euro
Anteil Arbeitnehmer = 15,- Euro (Gesamtwert ./. Zuschuss Arbeitgeber)

b)
5 Aktien à 40,- Euro = 200,- € (Gesamtwert)
Steuer- und beitragsfreier Zuschuss Arbeitgeber = 200,- Euro (begrenzt auf Gesamtwert)
Anteil Arbeitnehmer = 0,- Euro (Gesamtwert ./. Zuschuss Arbeitgeber)