Möglichkeiten kreativer Entgeltgestaltung

Viele Arbeitgeber und auch Arbeitnehmer überlegen, wie mit einer Gehaltsoptimierung die Abgaben, also Lohnsteuer und in aller Regel auch Sozialversicherungsbeiträge, verringert werden können.

Nicht alle Arten von Entgeltumwandlungen werden vom Finanzamt akzeptiert – somit ist Kreativität gefragt.

Im Vordergrund steht bei der Gehaltsoptimierung die Umwandlung von steuerpflichtigen Entgeltbestandteilen in eine steuerfreie oder zumindest pauschal versteuerte Zuwendung auf der Basis geänderter/neuer Arbeitsverträge. Diese werden generell nur steuerlich anerkannt, wenn die Vereinbarung mit dem Arbeitnehmer vor der Entstehung des Vergütungsanspruchs (Fälligkeit) abgeschlossen wurde.

Vielfach fordert der Gesetzgeber jedoch, dass die Arbeitgeberleistung zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Entgelt gewährt werden muss. Das bedeutet für Sie, dass der bestehende Entgeltanspruch hierfür nicht reduziert bzw. umgewandelt werden darf: Ausgeschlossen ist die Entgeltumwandlung daher für:

  • Kindergartenzuschüsse (§ 3 Nummer 33 EStG)
  • Zuschüsse zur Gesundheitsförderung bis 500,- Euro im Jahr (§ 3 Nummer 34 EStG)
  • Kinder- bzw. Pflegebetreuung (§ 3 Nummer 34a EStG)
  • Barzuschüsse zu Fahrtkosten (§ 40 Absatz 2 EStG)
  • Internetzuschüsse (§ 40 Absatz 2 Nummer 5 EStG)

Beispiel: Eine Ihrer Mitarbeiterinnen erhält ein Monatsgehalt in Höhe von 2.000,- Euro. Für den Kitaplatz ihres nicht schulpflichtigen Kindes hat sie 300,- Euro im Monat zu zahlen. Sie möchten dieser Mitarbeiterin einen Zuschuss in Höhe von 150,- Euro monatlich gewähren. Eine Gehaltsumwandlung ist in diesem Fall nicht abgabenfrei möglich. Der Zuschuss müsste zusätzlich zum Gehalt gezahlt werden und wäre somit abgabenfrei.

In folgender Übersicht sehen Sie bestehenden Möglichkeiten, die zur Entgeltumwandlung geeignet sind:

  • Verpflegungsmehraufwand (§ 3 Nummer 16 EStG)
  • PC-, Laptop-, Handy-Überlassung (§ 3 Nummer 45 EStG)
  • Sonntags-, Feiertags- und Nachtarbeitszuschläge (§ 3b EStG)
  • Herausgabe von Warengutscheinen (§ 8 EStG)
  • Ausnutzen des Rabattfreibetrags für Arbeitgeberprodukte (§ 8 Absatz 3 EStG)
  • Barzuschüsse in Form von Restaurantschecks (§ 40 Absatz 2 Nummer 1 EStG)
  • Erholungsbeihilfen (§ 40 Absatz 2 Nummer 3 EStG)

Beispiel: Ihr Mitarbeiter hat Anspruch auf ein monatliches Gehalt in Höhe von 2.000,- Euro. Sie vereinbaren mit ihm, seinen Arbeitsvertrag zum 1.1.2017 wie folgt zu ändern (Entgeltumwandlung): 1.956,- Euro Gehalt + monatlicher Benzingutschein im Wert von 44,- Euro. Ihr Mitarbeiter erhält dadurch faktisch weiterhin 2.000,- Euro, abgabenpflichtig sind aber nur noch 1.956,- Euro. Die Sachzuwendung „Benzin“ bleibt steuerfrei im Rahmen des § 8 Absatz 2 Satz 11 EStG. Vorteil für Mitarbeiter und Arbeitgeber: Ersparnis an Lohnsteuer und Sozialversicherungsbeiträgen.