Reisekosten 2017

In das seit 2014 geltende Reisekostenrecht ist Bewegung gekommen. Es liegen erste finanzgerichtliche Entscheidungen vor, die es aus Arbeitgeber- und Arbeitnehmersicht zu beachten gilt.

Das Bundesfinanzministerium hat zum Beispiel neue Pauschalen für Auslandsreisen veröffentlicht.

Hintergrund

Dienstreisen außerhalb der sogenannten ersten Tätigkeitsstätte können nach Reisekostengrundsätzen abgerechnet werden. Bei einer Pkw-Nutzung können 0,30 Euro je gefahrenen Kilometer berücksichtigt werden. Als Verpflegungspauschalen werden im Inland 12,- Euro bei einer Abwesenheit von mehr als acht Stunden bzw. für Ab- und Anreisetage gewährt. Bei einer 24-stündigen Abwesenheit von der Wohnung bzw. ersten Tätigkeitsstätte können vom Arbeitgeber 24,- Euro steuerfrei gezahlt werden.

Erste Tätigkeitsstätte

Als Arbeitgeber haben Sie viel Spielraum. Sie können für Ihre Mitarbeiter eine erste Tätigkeitsstätte bestimmen, müssen dies aber nicht. Ist nämlich eine erste Tätigkeitsstätte vorhanden, können Sie nicht ohne weiteres nach Reisekostengrundsätzen abrechnen. Beim Bundesfinanzhof ist jetzt ein erstes Revisionsverfahren zur Frage der Bestimmung einer ersten Tätigkeitsstätte anhängig. In dem Fall geht es um die Festlegung des Heimatflughafens als erste Tätigkeitsstätte für das Personal einer Fluggesellschaft. Der Ausgang des Verfahrens wird generelle Bedeutung für alle Branchen haben.

Leiharbeitnehmer

Das Finanzgericht Niedersachsen hat mit Urteil vom 30.11.2016 entgegen der Auffassung der Finanzverwaltung entschieden, dass Leiharbeitnehmer generell keine erste Tätigkeitsstätte im Betrieb des Entleihers begründen und es sich damit um Auswärtstätigkeiten handelt. Das Urteil betrifft etwa eine Million Leiharbeitnehmer bundesweit. Wegen der grundsätzlichen Bedeutung wurde die Revision beim Bundesfinanzhof zugelassen.

Sammelpunkt als Falle

Hat ein Arbeitnehmer keine erste Tätigkeitsstätte, fährt er aber nach der Vorgabe seines Chefs morgens zunächst zum Betrieb, um etwa Material und/oder den Auftragszettel zu holen, wird das Finanzamt einen sogenannten Sammelpunkt annehmen. Folge: Für die Fahrt zum Betrieb kann lediglich die Entfernungspauschale angesetzt werden. Wird ein Firmenwagen genutzt, muss ein geldwerter Vorteil versteuert werden (s. Urteile Finanzgericht Nürnberg vom 13.5.2016 bzw. 8.7.2016).

Gut zu wissen: Die beschriebenen nachteiligen Folgen treten nur ein, wenn der Arbeitnehmer jeden Morgen im Betrieb startet!

Beispiel:
Monteur M kommt (nur) am Montag, Mittwoch und Freitag mit eigenem Pkw zunächst in die Firma. Der Betrieb ist nicht als erste Tätigkeitsstätte bestimmt worden.

Folge: Es liegt kein Sammelpunkt vor. Als Fahrtkosten können steuerfrei 0,30 Euro je gefahrenen Kilometer gezahlt werden.

Neue Auslandspauschalen ab 01.01.2017

Das Bundesfinanzministerium hat mit Schreiben vom 14.12.2016 eine Übersicht über die ab 01.01.2017 geltenden Pauschbeträge für Verpflegungsmehraufwendungen und Übernachtungskosten im Ausland veröffentlicht. Wir empfehlen Ihnen, sich die Übersicht bei der Abrechnung von Dienstreisen jeweils zur Hand zu nehmen.

Für Nachbarländer Deutschlands ergeben sich für 2017 folgende Werte (in Euro):

Land*Verpflegungspauschale für
24-stündige Abwesenheit
Verpflegungspauschale für Ab- und
Anreisetage bzw. bei mehr als acht-
stündiger Abwesenheit
Pauschbetrag für
Übernachtung
Dänemark60,-40,-150,-
Tschechische Republik35,-24,-94,-
Österreich36,-24,-104,-
Schweiz62,-41,-169,-
Frankreich44,-29,-81,-
Luxemburg47,-32,-102,-
Belgien41,-28,-135,-
Niederlande46,-31,-119,-

*Für einige Auslandsstädte in den genannten Ländern gibt es Besonderheiten.

Die komplette Zusammenstellung finden Sie im BMF-Schreiben vom 14.12.2016.