Rentnerbeschäftigung: was hat sich geändert?

Mit dem Inkrafttreten des Flexi-Rentengesetzes zum 1. Januar 2017 haben sich zahlreiche Änderungen für die Beschäftigung von Rentnern ergeben.

Die wichtigsten betreffen die Rentenversicherungspflicht und die Beiträge zur Arbeitslosenversicherung.

Die gute Nachricht zuerst: Bislang mussten Arbeitgeber für Rentner mit Erreichung der Regelaltersgrenze weiterhin einen Beitragsanteil zur Arbeitslosenversicherung entrichten, obwohl diese Beschäftigten versicherungsfrei in der Arbeitslosenversicherung waren. Der Beitrag betrug die Hälfte des Beitrags, der zu zahlen gewesen wäre, wenn die Beschäftigten versicherungspflichtig wären. Diese Regelung ist mit Wirkung vom 1. Januar 2017 bis zum 31. Dezember 2021 ausgesetzt - diese Beitragsanteile entfallen jetzt.

Somit ist für die Unterscheidung bei beschäftigten Rentnern zukünftig das Erreichen der geltenden Regelaltersgrenze ausschlaggebend. Früher lag die Regelaltersgrenze einheitlich bei 65 Jahren. Seit einigen Jahren wird sie schrittweise bis 67 Jahre angehoben. Für einen 1952 Geborenen liegt sie z.B. bei 65 Jahren und sechs Monaten. Ein am 1. Januar 1952 geborener Arbeitnehmer erreicht die Regelaltersgrenze am 1. Juli 2017.

In der Rentenversicherung gilt ab dem 1. Januar 2017, dass beschäftigte Rentner bis zum Erreichen der Regelaltersgrenze versicherungspflichtig sind. Dies gilt jedoch nur für Beschäftigungsverhältnisse, die ab diesem Zeitpunkt beginnen. Für Rentner vor der Regelaltersgrenze in einer vor dem 1. Januar 2017 begonnenen Beschäftigung gilt ein Bestandsschutz: Sie bleiben versicherungsfrei, sofern sie nicht schriftlich Ihnen gegenüber auf die Versicherungsfreiheit verzichten.

Diese Änderungen gelten auch für die bei Rentnern beliebten Minijobs: Wer am 31. Dezember 2016 als Altersrentner in einem Minijob versicherungsfrei war, bleibt dies auch. Ob er bereits die Regelaltersgrenze erreicht hat oder nicht, ist hierbei unerheblich. Wurde oder wird ein Minijob ab dem 1. Januar 2017 durch einen Altersrentner, der die Regelaltersgrenze noch nicht erreicht hat, neu aufgenommen, besteht im Grundsatz Rentenversicherungspflicht. Allerdings kann sich der Rentner nach den allgemeinen Bestimmungen für die RV-Pflicht von Minijobbern von der Versicherungspflicht befreien lassen.