SEPA

Die neue SEPA-Überweisung und SEPA-Lastschrift ersetzen die bisherigen nationalen Überweisungen und Lastschriften.

SEPA ab 01. August 2014 Pflicht

Ende Juli läuft die „Gnadenfrist“ ab. Ab dem 01. August 2014 dürfen Banken und Zahlungsdienstleister keine Aufträge mehr bearbeiten, die nicht im SEPA-Verfahren laufen.

Geplant war dieses Verfahren allerdings bereits ab dem 01. Februar 2014.

Zu Beginn dieses Jahres hat das EU-Parlament die Frist für die SEPA-Umstellung bis zum 01. August 2014 verlängert. So galten die bisherigen Überweisungs- und Lastschriftenregeln über den 01. Februar 2014 hinaus. Ein problemloser Umstieg konnte damals nicht garantiert werden, zumal viele Firmen noch nicht „sepa-fähig“ sind hieß es. So sollte ein europaweites Zahlungschaos vermieden werden.

Diese Übergangszeit ist vorbei. Ihre Bank muss Ihre Überweisungsaufträge ohne SEPA-Daten ab dem 01. August ablehnen. „Bankleitzahl“ und „Kontonummer“ haben dann (fast) ausgedient.

Nur für Privatkunden und das Elektronische Lastschriftverfahren gab es Ausnahmeregelungen bis zum 01. Februar 2016.

Seit dem 1. Februar 2014 ersetzen die SEPA-Überweisung und SEPA-Lastschrift die nationalen Überweisungen und Lastschriften.

Wofür steht die Abkürzung SEPA?

SEPA bedeutet „Single Euro Payments Area“ oder zu deutsch „Einheitlicher Euro-Zahlungsverkehrsraum“.

Wen betrifft SEPA?

Alle 27 Staaten der EU sowie Island, Liechtenstein, Norwegen, Schweiz und Monaco. Unter diesen Ländern werden europaweit standardisierte Verfahren für den bargeldlosen Zahlungsverkehr, also Überweisungen und Lastschriften, eingeführt. Ob Unternehmen oder Privatperson, jeder Kontoinhaber ist von der Umstellung auf SEPA betroffen.

Warum das Ganze?

Mit SEPA soll der Zahlungsverkehr im europäischen Wirtschaftsraum harmonisiert werden. Überweisungen und Lastschriften innerhalb der EU sollen sicherer, schneller und günstiger werden. Außerdem gilt für nationale sowie internationale Zahlungen künftig dasselbe Regelwerk.

Wann wurde auf SEPA umgestellt?

Der per EU-Verordnung festgesetzte Termin war der 1.2.2014. Ab diesem Zeitpunkt wurden die nationalen Überweisungs- und Lastschriftverfahren durch die SEPA-Zahlverfahren ersetzt. Allerdings gibt es bis zum 1.2.2016 eine Übergangsregelung. Bis dahin ist es möglich mit „normaler“ Kontonummer und Bankleitzahl in Deutschland zu bezahlen.

Was wird umgestellt?

Die bisher bekannte Kontonummer wird zur „IBAN“ (International Bank Account Number) und die Bankleitzahl zur „BIC“ (Bank Identifier Code).

In der neuen IBAN sind die alte Bankleitzahl und die alte Kontonummer enthalten. Die IBAN kann bis zu 32 Stellen umfassen, in Deutschland sind es 22 Stellen.

Wir haben Ihre uns bekannten Kundendaten (Kontonummer und Bankleitzahl) selbständig auf die neuen Formate IBAN und BIC umgestellt.

Eine IBAN für ein deutsches Konto bei einer deutschen Bank kann so aussehen:

DE XX 12345678 1234567890

  • Stelle 1 - 2: Diese Stellen identifizieren das Land in dem das Konto geführt wird. DE steht dabei für Deutschland.
  • Stelle 3 - 4: Diese zwei Stellen sind errechnete Prüfziffern
  • Stelle 5 - 12: Diese acht Stellen sind die bekannte Bankleitzahl.
  • Stelle 13 - 22: Diese zehn Stellen beinhalten die bisherige Kontonummer. Ist diese kürzer als diese zehn Stellen, werden diese mit führenden Nullen aufgefüllt.

Bei der "BIC" handelt es sich um einen international standardisierten Bank-Code - vergleichbar mit der Bankleitzahl in Deutschland.

Wo finde ich IBAN und BIC?

Bei einigen Banken sind diese Daten bereits auf der Rückseite der EC-Karte eingeprägt. Viele andere Banken zeigen diese auch im Online-Banking an oder vermerken sie auf den Kontoauszügen.

Gläubiger-ID und Mandatsnummer?

Ein verpflichtendes Merkmal zur eindeutigen Kennzeichnung des Lastschriftgläubigers sind künftig die Gläubiger-Identifikationsnummer (Gläubiger-ID) sowie eine sogenannte Mandatsnummer (Mandats-ID).

Die Gläubiger-ID ist ein verpflichtendes Merkmal zur kontounabhängigen, eindeutigen Kennzeichnung des Gläubigers einer Lastschrift und kann bei der Bundesbank beantragt werden.

Ein Mandat ist die Ermächtigung des Zahlungsempfängers durch den Zahlungspflichtigen mit einer Lastschrift vereinbarte Beiträge abzubuchen. Diese Mandats-ID wird vom Zahlungsempfänger frei vergeben.

Beide Nummern zusammen ermöglichen eine eindeutige Identifizierbarkeit eines Mandats

Was passierte mit bereits erteilten Einzugsermächtigungen?

Sollten Sie uns eine Einzugsermächtigung erteilt haben, haben wir diese im Interesse eines geringen Verwaltungsaufwandes und einer Einsparung von Kosten in ein SEPA-Lastschriftmandat umgedeutet.

Ende 2013 haben wir unsere Kunden mit der Abbuchung der Sozialversicherungsbeiträge im Buchungstext über die Gläubiger-ID und Ihre persönliche Mandats-ID bei der SBK informiert.

Sie brauchten für die SEPA-Umstellung bei uns also nichts zu tun – Ihre Beiträge haben wir wie gehabt bequem von ihrem Bankkonto abgebucht.

Die Gläubiger-ID der SBK lautet übrigens: DE 65 ZZZ 000 000 319 73

Im Februar 2014 haben wir die Beiträge erstmals nach neuem SEPA-Verfahren abgebucht.

Die SBK setzt die SEPA-Basislastschrift ein. Das bedeutet, dass Sie immer ein 8-wöchiges Rückgaberecht der Lastschrift haben.

SEPA-Lastschriften müssen vom Gläubiger vorab angekündigt werden. Dies geschieht mit einer sogenannten Pre-Notification (Vorabankündigung). Hier ist grundsätzlich eine Ankündigungsfrist von 14 Kalendertagen einzuhalten. Vertragliche Ausnahmen sind allerdings möglich.

Die Vorabankündigung von 14 Kalendertagen hat den Sinn und Zweck den Lastschrift-Teilnehmer zu schützen. So weiß er immer, wann das Konto gedeckt sein muss. Aufgrund der sehr kurzen Zeit bei der Beitragsberechnung ist in der Sozialversicherung eine Vorabankündigung nicht möglich.

Die Spitzenorganisationen der Sozialversicherung beschlossen gemeinsam mit dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales eine Ausnahmeregelung:

Bei Arbeitgebern gilt hier die Einreichung eines Beitragsnachweises als Pre-Notification. Das gleiche gilt für Beitragsschätzungen.

Auch für Beitragsnachweise von Zahlstellen für Versorgungsbezieher wurde eine entsprechende Regelung in den Gemeinsamen Grundsätzen zur Übermittlung von Beitragsnachweisen vom 2. Mai 2013 (gültig ab 1. Januar 2014) unter der neuen Ziffer 12 "Einzug der Beiträge im Lastschriftverfahren" aufgenommen.

Die ab 1. Februar 2014 geltenden SEPA-Regelungen wirken sich auch auf das Umlageverfahren nach dem Aufwendungsausgleichsgesetz (AAG) aus.

Ist ein Arbeitnehmer arbeitsunfähig oder eine Mitarbeiterin schwanger, haben kleine und mittelständische Unternehmen einen Erstattungsanspruch des fortgezahlten Arbeitsentgelts gegenüber der zuständigen Umlagekasse nach dem Aufwendungsausgleichsgesetz (AAG).

Der Erstattungsantrag wird grundsätzlich über das Entgeltabrechnungsprogramm erstellt. Soll der Erstattungsbetrag auf das Konto des Arbeitgebers überwiesen werden, muss auch die Bankverbindung mit dem Antrag übermittelt werden.

Im Rahmen der verpflichtenden SEPA-Einführung ab 1. Februar 2014 hat der GKV-Spitzenverband eine Verfahrensbeschreibung für das maschinelle AAG-Antragsverfahren ab dem 1.1.2014 veröffentlicht. Es ist dann nur noch die Angabe der internationalen Kontonummer (IBAN) bzw. bei einem Konto im Ausland die internationale Bankleitzahl (BIC) zulässig.

Wichtig: Erstattungsanträge, die ab dem 1.1.2014 bei der zuständigen Umlagekasse mit einer „alten“ Bankverbindung eingehen, werden abgewiesen. Achten Sie also unbedingt darauf, dass Ihr Entgeltabrechnungsprogramm auf dem neuesten Stand ist. Nur so wird die neueste Version des sogenannten AAG-Datensatzes verwendet.

Mehr zum Thema:

IBAN/BIC der SBK