GKV-Reform: Was sich zum Jahreswechsel ändern soll
Das GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz bringt fundamentale Neuerungen
Beitragsbemessungsgrenzen und Jahresarbeitsentgeltgrenzen steigen deutlich
Zusätzlich zur regulären jährlichen Anpassung werden die Beitragsbemessungsgrenze in der Kranken- und Pflegeversicherung sowie die Jahresarbeitsentgeltgrenze zum 1. Januar 2027 um 300 Euro monatlich (bzw. 3.600 Euro jährlich) außerordentlich angehoben.
Übergangsregelung für Privatversicherte: Für Beschäftigte, die am 31. Dezember 2026 aufgrund der Jahresarbeitsentgeltgrenze 2026 versicherungsfrei sind und sich privat krankenversichern, gilt im Jahr 2027 weiterhin die regulär ermittelte Grenze ohne die zusätzliche Erhöhung. Diese Übergangsregelung sorgt dafür, dass unnötige Wechsel zwischen gesetzlicher und privater Versicherung vermieden werden.
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Anpassung der Minijob-Beiträge
Der Arbeitgeberbeitragssatz zur Krankenversicherung für Minijobs steigt zum 1. Januar 2027 von aktuell 13 % auf den allgemeinen Beitragssatz von 14,6 % zuzüglich des durchschnittlichen Zusatzbeitragssatzes (derzeit 2,9 %). Das ergibt einen Gesamtsatz von 17,5 %. Künftig passt sich dieser Satz automatisch und dynamisch der Entwicklung des Zusatzbeitragssatzes an.
Krankengeld bei Teilrente wird eingeschränkt
Ab dem 1. Januar 2027 besteht für gesetzlich krankenversicherte Beschäftigte kein Anspruch mehr auf Krankengeld. Das gilt, wenn eine Altersteilrente von mehr als zwei Dritteln der Altersvollrente bezogen wird.
Ein Krankengeldanspruch für Teilrentner besteht ab dem Jahreswechsel somit nur noch, wenn die Teilrente höchstens zwei Drittel der Vollrente (66,6 Prozent) beträgt.
Bislang besteht der Anspruch bei Bezug einer Teilrente von bis zu 99,9 Prozent.
Beschäftigte, die bislang eine Teilrente nahe der Vollrente beziehen, verlieren damit ab 2027 ihren Krankengeldanspruch.
Was zu tun ist?
Unternehmen sollten bestehende Modelle zur Weiterbeschäftigung überprüfen. Die Neuregelung kann Auswirkungen auf den Übergang in den Ruhestand sowie auf die Gestaltung entsprechender Beschäftigungsmodelle haben.
Auswirkung der Neuerung
Die Höhe der Teilrente wirkt sich künftig auf den entsprechenden Beitragssatz und die korrekte Meldung im DEÜV-Verfahren aus:
Es gilt der ermäßigte KV-Beitragssatz (Schlüsselziffer „3“).
Der allgemeine KV-Beitragssatz gilt weiter (Schlüsselziffer „1“) – verbunden mit dem Erhalt des Krankengeldanspruchs.
