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Übergangsbereich ab 1. Juli 2019

Jobs mit einem monatlichen Arbeitsentgelt zwischen 450,01 Euro und 1.300 Euro werden auch als Beschäftigungen im Übergangsbereich bezeichnet.

Zum 1. Juli 2019 treten für die bisherige Gleitzone einige Neuregelungen in Kraft. Rechtsgrundlage dafür ist das Gesetz über Leistungsverbesserungen in der gesetzlichen Rentenversicherung (RV-Leistungsverbesserungs und -Stabilisierungsgesetz).

Durch die höhere Entgeltgrenze von 1.300 Euro (Gleitzone bis 30.06.2019 = 850 Euro) wird sich die Zahl der Beschäftigten in diesem Bereich mit ca. 5,7 Millionen mehr als verdoppeln. Weiterhin verläuft der Beitragsanstieg im Übergangsbereich flacher als in der bis 30.06.2019 maßgebenden Gleitzone.

Übergangsbereich und Anhebung der Entgeltgrenzen

Durch dieses Gesetz wird der Begriff „Gleitzone“ durch den Begriff „Übergangsbereich“ ersetzt.

Laut Gesetz liegen Beschäftigungen im Übergangsbereich vor, wenn das Arbeitsentgelt regelmäßig die
Grenze von 1.300 Euro monatlich nicht überschreitet. Bei mehreren Beschäftigungen ist das gesamte Arbeitsentgelt maßgebend.

Für Entgelte im Übergangsbereich, werden die Sozialversicherungsbeiträge nach speziellen Vorschriften berechnet.

Robert Berger, SBK-Kundenberater in München

"So einfach berechnen sich die verminderten Beiträge im Übergangsbereich.“

Die beitragspflichtige Einnahme für Entgelte im Übergangsbereich berechnet sich ab dem 1. Juli 2019 nach folgender Formel:

F x 450 + ({1.300 / 1.300 - 450} - {450 / 1.300 - 450} x F) x (AE - 450)

Dabei ist „F“ der Faktor, der sich ergibt, wenn der Wert 30 durch den durchschnittlichen Gesamtsozialversicherungsbeitragssatz des Kalenderjahres, in dem der Anspruch auf Arbeitsentgelt entstanden ist, dividiert wird. Der durchschnittliche Gesamtsozialversicherungsbeitragssatz eines Kalenderjahres ergibt sich aus der Summe der zum 01.01. desselben Jahres geltenden Beitragssätze zur Pflege-, Rentenversicherung, Arbeitsförderung sowie des allgemeinen Beitragssatzes der gesetzlichen Krankenversicherung.

Durchschnittlicher Gesamtsozialversicherungsbeitragssatz
ab 01.07.2019
Krankenversicherung15,5 %
Pflegeversicherung3,05 %
Rentenversicherung18,6 %
Arbeitsförderung2,5 %
Gesamt39,65


Ab 01.07.2019 beträgt der Faktor F= 30 : 39,65 = 0,7566 (2018 =0,7547).

Eine vereinfachte Formel für die Beitragsberechnung lautet:

beitragspflichtige Einnahme bis 30.06.2019 = 1,2759625 x Gesamtarbeitsentgelt - 234,568125

ab 01.07.2019 gilt = 1,128858824 x Gesamtarbeitsentgelt - 167,516470588

Beispiel - Beschäftigung im Übergangsbereich

  • Beschäftigung ab 01.08.2019
  • Monatliches Arbeitsentgelt 1.066,67 Euro
  • Beitragssatz KV 15,9 % (inkl. Arbeitnehmerbeitrag)
Beitragspflichtige Einnahme1,128858824 x 1.066,67 Euro – 167,516470588 Euro1.036,60 Euro
Beitrag zur KV (gesamt)1.036,60 Euro x 7,3 % x 2151,34 Euro
Arbeitgeberbeitrag1.066,67 Euro x 7,3 %77,87 Euro
Arbeitnehmerbeitrag151,34 Euro - 77,87 Euro73,47 Euro

Weil die Entgeltpunkte für die Berechnung der Rente aus dem beitragspflichtigen (verminderten) Entgelt berechnet wurden, führte dies bisher zu relativ geringen Rentenansprüchen.

Für Arbeitsentgelte aus dem Übergangsbereich wird den Entgeltpunkten nun das tatsächliche Entgelt zugrunde gelegt. Die so erworbenen Rentenansprüche entsprechen verhältnismäßig denjenigen aller anderen rentenversicherungspflichtigen Beschäftigten.

Bisher konnten Beschäftigte in der Gleitzone durch eine schriftliche Erklärung gegenüber dem Arbeitgeber wählen, dass in der Rentenversicherung als beitragspflichtiges Entgelt das tatsächliche und nicht das verminderte Arbeitsentgelt gelten soll. So konnten sie die beschriebenen späteren Nachteile bei Rentenansprüchen vermeiden.

Aufgrund der genannten Neuregelung ist diese Wahlmöglichkeit nicht mehr erforderlich und wird daher ab 1. Juli 2019 abgeschafft. Für Beschäftigte, die in der Vergangenheit eine solche Verzichtserklärung abgegeben haben, sind ab diesem Zeitpunkz die beitragsrechtlichen Regeln für den Übergangsbereich ohne Ausnahme anzuwenden. Ihre zukünftigen Rentenansprüche bemessen sich – wie bisher – nach dem tatsächlichen Entgelt.

Grundlage für die Umlageversicherung

Die Berechnung der Umlagebeiträge für die Umlageversicherungen U1/U2 richtet sich nach dem beitragspflichtigen Arbeitsentgelt zur Rentenversicherung.

Keine pauschale Lohnsteuer

Das aus der Beschäftigung erzielte Entgelt unterliegt der individuellen Besteuerung. Grundsätzlich werden Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer vom Arbeitgeber an das Finanzamt abgeführt.

Bei Auszubildenden weder Mini- noch Midijob

Für Auszubildende finden weder die Regelungen für die geringfügig Beschäftigten noch für den Übergangsbereich Anwendung.

Die Geringverdienergrenze beträgt 325 Euro. Bei Auszubildenden, deren Einkommen diese Grenze nicht übersteigt, trägt der Arbeitgeber die Beiträge alleine.

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