Corona-Krise Lohnsteuerliche Regelungen

Im Zuge der Corona-Krise sind zahlreiche Regelungen auch mit lohnsteuerlichem Bezug erlassen worden.

Fristverlängerung für Lohnsteueranmeldungen

Das Bundesfinanzministerium (BMF) hat mit Schreiben vom 23.04.2020 bestimmt, dass Arbeitgebern die Fristen zur Abgabe monatlicher oder vierteljährlicher Lohnsteuer-Anmeldungen während der Corona-Krise im Einzelfall auf Antrag verlängert werden können. Voraussetzung ist, dass Arbeitgeber selbst oder der mit der Lohnbuchhaltung und Lohnsteuer-Anmeldung Beauftragte nachweislich unverschuldet daran gehindert sind, die Lohnsteuer-Anmeldungen pünktlich zu übermitteln. Die Fristverlängerung darf maximal zwei Monate betragen. 

Steuerfreie Beihilfen und Unterstützungen

Das BMF hat mit Schreiben vom 09.04.2020 eine Regelung erlassen, wonach zur Abmilderung der zusätzlichen Belastungen durch die Corona-Situation eine im Zeitraum 01.03. bis 31.12.2020 an die Arbeitnehmer gezahlte Sonderprämie (Geld- oder Sachzuwendung) von bis zu 1.500 Euro steuerfrei nach § 3 Nr. 11 des Einkommensteuergesetzes (EStG) bleiben kann. 

Aktuell: Steuerfreiheit bis Juni 2021 verlängert

Die Bundesregierung hat am 18.12.2020 das JStG 2020 beschlossen. Danach wird die Frist, bis zu der Unterstützungen bis zu einem Betrag von 1.500 Euro steuerfrei ausgezahlt werden können, bis Juni 2021 verlängert. Damit haben Arbeitgeber mehr Zeit für eine steuerbegünstigte Abwicklung der Corona-Beihilfen.

In der Begründung wird klargestellt, dass die Fristverlängerung nicht dazu führt, dass eine Corona-Beihilfe im ersten Halbjahr 2021 nochmals in Höhe von 1.500 Euro steuerfrei bezahlt werden kann. Lediglich der Zeitraum für die Gewährung des Betrags wird gestreckt.

Es sind nur zusätzliche Zahlungen begünstigt, d.h. Gehaltsumwandlungen sind nicht möglich. Sonderzahlungen, die auf einer vertraglichen Vereinbarung oder einer rechtlichen Verpflichtung beruhen, die vor dem 01.03.2020 getroffen wurde, können nicht als entsprechende steuerfreie Beihilfe gewährt werden, z.B. wenn die Arbeitnehmer bereits im Februar 2020 über die Gewährung einer Sonderzahlung informiert wurden.

Wichtiges in Kürze:

Ausführliche Informationen hierzu haben wir Ihnen auf der Seite "Corona-Krise: Steuerfreie Prämien für Arbeitnehmer bis 1.500 Euro" zusammengestellt

Steuerfreies Kurzarbeitergeld

Das Kurzarbeitergeld ist als Lohnersatzleistung nach § 3 Nr. 2 Buchstabe a EStG steuerfrei. Es unterliegt jedoch dem sog. Progressionsvorbehalt, der vom Finanzamt bei der Einkommensteuer-Veranlagung des Arbeitnehmers berechnet wird. Deshalb muss das Kurzarbeitergeld in Zeile 15 der elektronischen Lohnsteuerbescheinigung 2020 gesondert eingetragen werden.

Mit dem geplanten Corona-Steuerhilfegesetz sollen die (bisher steuerpflichtigen) Zuschüsse des Arbeitgebers zum Kurzarbeitergeld und zum Saison-Kurzarbeitergeld bis 80 % des Unterschiedsbetrages zwischen dem Soll-Entgelt und dem Ist-Entgelt nach § 106 SGB III steuerfrei gestellt werden. Diese Regelung soll für Leistungen gelten, die nach dem 29.02.2020 beginnen und vor dem 01.01.2021 enden. Auch diese Leistungen unterliegen jedoch dem sog. Progressionsvorbehalt gem. § 32b EStG.

Achtung: Der Bezug von u.a . Kurzarbeitergeld kann bei der nächsten Steuererklärung Folgen haben. So kann der sogenannte Progressionsvorbehalt dazu führen, dass Steuern nachzuzahlen sind. Weitere Informationen finden Sie auf der Seite Coronafolgen: Steuernachzahlungen wegen Kurzarbeit.

Kostenersatz für kurzfristig zu organisierende Kinderbetreuung

Zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf können zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Lohn erbrachte Arbeitgeberleistungen bis zu einem Betrag von 600 Euro im Kalenderjahr je Arbeitnehmer nach § 3 Nr. 34a EStG steuerfrei bleiben.

Das Vorliegen eines zusätzlichen Betreuungsbedarfs wird unterstellt, wenn der Arbeitnehmer aufgrund der Corona-Krise zu außergewöhnlichen Dienstzeiten arbeitet oder die Regelbetreuung der Kinder infolge der zur Eindämmung der Corona-Krise angeordneten Schließung von Schulen und Betreuungseinrichtungen (z.B. Kindertagesstätten, Betriebskindergärten, Schulhorte) weggefallen ist.

Mehr zum Thema:

Corona-Virus: Häufig gestellte Fragen

Coronafolgen: Steuernachzahlungen wegen Kurzarbeit?

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