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Elektrofahrzeug als Firmenwagen

Bei der Anschaffung von Elektrofahrzeugen als Firmenwagen hat sich zum 1.1.2019 die Bemessungsgrundlage für die Berechnung des geldwerten Vorteils der Nutzung geändert.

Arbeitgeber und Arbeitnehmer sollen Anreize erhalten, vermehrt Elektrofahrzeuge zu nutzen.

Bisherige Regelung

Überlässt ein Arbeitgeber einem Arbeitnehmer ein Elektro- oder Hybridelektrofahrzeug, kann er (wie bei anderen Firmenwagen) den geldwerten Vorteil entweder pauschal oder nach der sog. Fahrtenbuchmethode ermitteln. Seit 2013 ist als Nachteilsausgleich der Bruttolistenpreis um die Kosten des Batteriesystems pauschal – je nach Anschaffungsjahr und Batteriekapazität – zu kürzen.

Neue Regelung für Anschaffungen 2019 bis 2021

Für Elektro- und Hybridelektrofahrzeuge, die im Zeitraum vom 1.1.2019 bis 31.12.2021 als Neu- oder Gebrauchtfahrzeug angeschafft oder geleast werden, wird die Bemessungsgrundlage bei der Besteuerung halbiert.

Die Neuregelung gilt für alle vom Arbeitgeber erstmals nach dem 31.12.2018 und vor dem 1.1.2022 zur privaten Nutzung überlassenen betrieblichen Elektrofahrzeuge und extern aufladbaren Hybridelektrofahrzeuge.

Danach sind ggf. auch schon Anschaffungen vor dem 1.1.2019 begünstigt, wenn die Überlassung an den Arbeitnehmer erstmals in 2019 erfolgte. Wurde der Firmenwagen allerdings vor dem 1.1.2019 vom Arbeitgeber bereits zur Nutzung überlassen, bleibt es bei einem Wechsel des Nutzungsberechtigten nach dem 31.12.2018 für dieses Fahrzeug bei den bisherigen Bewertungsregelungen und die Neuregelung ist nicht anzuwenden.

Beispiel: Arbeitgeber A hat im Dezember 2018 den Firmenwagen angeschafft und überlässt ihn ab Januar 2019 dem Arbeitnehmer B. Folge: Die Neuregelung ist anzuwenden, obwohl das Fahrzeug bereits im Dezember 2018 angeschafft worden ist.

Auswirkung auf die Pauschalmethode

Bei der Pauschalmethode wird die Bemessungsgrundlage bei der 1%-Regelung sowie bei der 0,03%Regelung für Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte sowie für Familienheimfahrten im Rahmen der doppelten Haushaltsführung halbiert.

Beispiel: Arbeitgeber C kauft im Februar 2019 einen Elektro-Firmenwagen und überlässt ihn dem Arbeitnehmer D (Bruttolistenpreis = 45.000 EUR). Die steuerliche Bemessungsgrundlage beträgt 50% des Listenpreises, d.h. = 22.500 Euro. Der geldwerte Vorteil für die Privatnutzung beträgt ein Prozent von 22.500 Euro = monatlich 225 Euro. Für die Nutzung des Fahrzeugs für die Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte erhöht sich der geldwerte Vorteil um 0,03 % von 22.500 Euro x 20 Entfernungskilometer = 135 Euro monatlich.

Auswirkung auf die Fahrtenbuchmethode

Bei der sog. Fahrtenbuchmethode werden zunächst alle Kosten des Fahrzeugs ermittelt. Diese werden je nach Fahrleistung dem privaten und beruflichen Anteil zugeordnet. Bei der Bemessung der Abschreibung werden die Anschaffungskosten nur zur Hälfte angesetzt. Nutzt der Mitarbeiter ein vom Chef geleastes Fahrzeug, sind die Leasingkosten ebenfalls nur zur Hälfte anzusetzen.

Beispiel: Arbeitgeber E überlässt seinem Außendienstmitarbeiter F ein im Januar 2019 angeschafftes Elektrofahrzeug. Die private Nutzung des Firmenwagens beträgt 30%. Die Gesamtkosten belaufen sich auf 15.000 Euro, wobei darin die Abschreibung in Höhe von 6.000 Euro enthalten ist. Der geldwerte Vorteil nach der Fahrtenbuchmethode für die private Nutzung beträgt: Gesamtkosten 15.000 Euro abzüglich 3.000 Euro (= 50% der Abschreibung), verbleiben 12.000 Euro, geldwerter Vorteil = 40% von 12.000 Euro = 4.800 EUR.

Besonderheiten bei Hybridelektrofahrzeugen

Die Halbierung der Bemessungsgrundlage für die Berechnung des geldwerten Vorteils gilt bei Hybridelektrofahrzeugen nur, wenn diese nach § 3 Absatz 2 Nummer 1 und 2 des Elektromobilitätsgesetzes entweder

  • eine CO2-Emission von höchstens 50 Gramm je gefahrenen Kilometer oder
  • eine elektrische Mindestreichweite von 40 Kilometer haben.

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