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Entlastungsbetrag für Alleinerziehende

Mit dem Zweiten Corona-Steuerhilfegesetz hat der Gesetzgeber den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende angehoben.

Die Anhebung des Entlastungsbetrags für Alleinerziehende gilt für die Jahre 2020 und 2021 und beträgt 2.100 Euro. Betroffen sind u.a. Arbeitnehmer mit der Lohnsteuerklasse II.

Wegen der eingeschränkten Betreuungsmöglichkeiten für Kinder in Zeiten der Corona-Pandemie und der für Alleinerziehende damit verbundenen besonderen Herausforderungen wird der Entlastungsbetrag für Alleinerziehende durch einen zeitlich begrenzten Erhöhungsbetrag von 2.100 Euro für die Jahre 2020 und 2021 auf insgesamt jährlich 4.008 Euro angehoben.

Der (Grund-)Entlastungsbetrag von 1.908 Euro wird im Rahmen der Steuerklasse II bei der Lohnabrechnung vom Arbeitgeber bereits steuermindernd berücksichtigt.

Der Erhöhungsbetrag wird aber nicht automatisch in das Lohnprogramm des Arbeitgebers eingespielt. Die steuerliche Berücksichtigung des Erhöhungsbetrags erfolgt vielmehr über einen Freibetrag wie ansonsten im Lohnsteuerermäßigungsverfahren.

Nach § 39a Abs. 1 Satz 1 Nr. 4a der gesetzlichen Neuregelung des Einkommensteuergesetzes kann der Erhöhungsbetrag – auch ohne Antrag des Arbeitnehmers – vom zuständigen (Wohnsitz-)Finanzamt als Freibetrag ermittelt und dem Arbeitgeber zum elektronischen Abruf bereitgestellt werden. Nach verschiedenen Verlautbarungen der Länder-Finanzverwaltungen muss der alleinerziehende Arbeitnehmer nichts unternehmen, da die Finanzämter den Erhöhungsbetrag von Amts wegen berücksichtigen wollen.

Beispiel 1: Ein alleinerziehender Arbeitnehmer hat ein fünfjähriges Kind und die Steuerklasse II. Die Steuerklasse II führt bei der Lohnabrechnung zu einem steuerlichen Vorteil, da der Entlastungsbetrag von 1.908 Euro in die Steuerklasse II eingepflegt ist. Das Finanzamt setzt nun von Amts wegen den neuen Freibetrag von 2.100 Euro als Erhöhungsbetrag fest, der für 2020 auf die Monate August bis Dezember verteilt wird (monatlich = 420 Euro). Bei einem angenommenen Steuersatz von 30 % würde eine monatliche Entlastung in Höhe von immerhin ca. 130 Euro eintreten. Für 2021 ergibt sich ein vom Arbeitgeber zu beachtender monatlicher Freibetrag in Höhe von 175 Euro.

Wichtiges in Kürze:

  • Für Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer, die erstmalig eine Lohnversteuerung nach der Steuerklasse II wünschen, setzt die Berücksichtigung einen entsprechenden Antrag beim Finanzamt voraus.
  • Alleinerziehende mit einem steuerpflichtigen Einkommen, die nicht Arbeitnehmer sind, können den Erhöhungsbetrag – wie den bisherigen Entlastungsbetrag für Alleinerziehende – bei der Einkommensteuererklärung geltend machen.
  • Unverändert bleibt der Erhöhungsbetrag für jedes weitere Kind. Dieser Erhöhungsbetrag beträgt 240 Euro pro Jahr. Er muss beim Wohnsitzfinanzamt beantragt werden. Er wird nicht von Amts wegen berücksichtigt.

Beispiel 2: Eine alleinerziehende Arbeitnehmerin (Steuerklasse II) hat zwei minderjährige Kinder. Sie hat damit für 2020 und 2021 Anspruch auf folgenden jährlichen Entlastungsbetrag für Alleinerziehende:

Grundentlastung1.908 Euro                                                                                
Erhöhungsbetrag für das zweite Kind240 Euro
Zeitlich befristeter Erhöhungsbetrag2.100 Euro
Entlastungsbetrag insgesamt4.248 Euro
Ab 2022 beträgt der Entlastungsbetrag 2.148 Euro (1.908 Euro + 240 Euro). 

Praxishinweis

Sowohl der Erhöhungsbetrag für jedes weitere Kind in Höhe von 240 Euro als auch der neue, zeitlich befristete Erhöhungsbetrag in Höhe von 2.100 Euro führen (anders als etwa ein Freibetrag für Werbungskosten) nicht zu einer sog. Pflichtveranlagung. Das bedeutet, dass der Arbeitnehmer mit Steuerklasse II trotz zusätzlich schon beim Lohnsteuerabzug berücksichtigter Erhöhungsbeträge nicht verpflichtet ist, nach Ablauf des jeweiligen Jahres bei ihrem Finanzamt eine Steuererklärung abzugeben.

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