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Firmenwagenüberlassung

Arbeitgeber müssen die Berechnung des geldwerten Vorteils für die Nutzung eines Firmenwagens für die Fahrten zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte umstellen.

Die Finanzverwaltung knüpft an die Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs an und bestimmt für den Arbeitgeber verschärfend, dass der Arbeitgeber auf Verlangen des Arbeitnehmers zur sog. Einzelbewertung der tatsächlichen Fahrten verpflichtet ist.

Zum Hintergrund

Als Arbeitgeber können Sie den geldwerten Vorteil der Firmenwagennutzung entweder durch die Fahrtenbuchmethode oder durch die pauschale
(0,03%-)Methode ermitteln. Wenn der Arbeitnehmer den Firmenwagen monatlich an weniger als 15 Tagen nutzt, kann statt der 0,03%-Methode die (pauschale) Einzelbewertung gewählt werden. Versteuert wird dann pro Fahrt nur 0,002% des Listenpreises pro Entfernungskilometer.

Die 0,002%-Methode ist nicht neu. Allerdings ist die Anwendung im Lohnsteuerabzugsverfahren bisher nicht verpflichtend.

Neue Regel seit 01.01.2019

Der Arbeitgeber muss im Lohnsteuerabzugsverfahren seit 01.01.2019 auf Verlangen des Arbeitnehmers die tatsächlichen Fahrten zur ersten Tätigkeitsstätte einzeln mit der 0,002%-Methode ansetzen.

Er muss es nur dann nicht, wenn dies z.B. arbeitsvertraglich oder aufgrund einer anderen arbeitsrechtlichen Grundlage ausgeschlossen wird.

Beispiel: Außendienstmitarbeiter Müller darf seinen Firmenwagen (Listenpreis = 50.000 Euro) auch für die monatlich einmalige Fahrt zum Betrieb (= erste Tätigkeitsstätte) nutzen. Da er kein Fahrtenbuch führt, muss der geldwerte Vorteil pauschal ermittelt werden:

a) 0,03% von 50.000 Euro x 30 km Entfernung von der Wohnung zur ersten Tätigkeitsstätte = monatlich 450 Euro.

b) Bei Anwendung der (günstigeren) 0,002%-Methode ergibt sich folgender Wert: 0,002% x 50.000 Euro x 30 km x 1 Fahrt = 30 Euro monatlich

Die 0,002%-Methode rechnet sich also nur, wenn der Arbeitnehmer weniger als 15 Tage mit dem Firmenwagen nutzt (450 Euro / 30 Euro = 15).

Was ist zu tun?

Alternative: Wird beim Lohnsteuerabzug im laufenden Jahr (weiterhin) die 0,03%-Methode angewendet, kann der geldwerte Vorteil später noch korrigiert werden. Der Arbeitnehmer ist im Rahmen seiner persönlichen Einkommensteuerveranlagung nicht gebunden. Er kann mit seiner Steuererklärung stattdessen für das gesamte Jahr zur 0,002%-Einzelbewertung optieren. Hierzu muss er dann bei seiner Steuererklärung fahrzeugbezogen darlegen, an welchen Tagen er das Kraftfahrzeug tatsächlich genutzt hat. Zudem muss er durch geeignete Belege glaubhaft machen, dass und in welcher Höhe der Arbeitgeber den Zuschlag nach der 0,03%-Methode ermittelt und versteuert hat. Als Folge wird dann der Bruttoarbeitslohn der betreffenden Jahre gemindert.

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