• 0800 072 572 599 99
    Zentrales SBK-Arbeitgebertelefon,
    7 Tage / 24 Std. gebührenfrei
  • Nachricht an SBK
  • SBK, 80227 München

Weitere

Jobtickets vom Arbeitgeber: So gehen Sie richtig vor

Seit dem 01.01.2019 ist das vom Arbeitgeber überlassene Jobticket steuerfrei.

Seit dem 1. Januar 2019 heißt es im Einkommenssteuergesetz: "Zuschüsse des Arbeitgebers, die zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn zu den Aufwendungen von Mitarbeitern und Mitarbeiterinnen für Fahrten mit öffentlichen Verkehrsmitteln im Linienverkehr zwischen Wohnung und erster Tätigkeitsstätte sowie Fahrten zu einem weiträumigen Tätigkeitsgebiet oder zu einem vom Arbeitgeber dauerhaft festgelegten Sammelpunkt geleistet werden, sind steuerfrei".

Klarstellung durch das Bundesfinanzministeriums am 15.08.2019

Unter die Steuerbefreiung fallen Arbeitgeberleistungen in Form von unentgeltlichen oder verbilligt überlassenen Fahrberechtigungen (Sachbezüge) sowie Zuschüsse (Barlohn) zu den von Arbeitnehmern selbst erworbenen Fahrberechtigungen. Begünstigt sind insbesondere Einzel-/Mehrfahrtenfahrscheine, Zeitkarten (z.B. Monats-, Jahrestickets, Bahncard 100), allgemeine Freifahrberechtigungen, Freifahrberechtigungen für bestimmte Tage (z.B. bei Smogalarm) oder Ermäßigungskarten (z.B. Bahncard 25).

Unterschied zwischen Personenfern- und Personennahverkehr

Steuerfrei begünstigt sind zwei Bereiche:

Unser Tipp: Die Nutzung des ÖPNV ist unabhängig von der Art der Fahrten begünstigt, also auch bei reinen Privatfahrten. Damit ist - anders als im Personenfernverkehr - bei Fahrberechtigungen, die nur eine Nutzung des Personennahverkehrs ermöglichen, vom Arbeitgeber keine weitere Prüfung zur Art der Nutzung vorzunehmen!

Personenfernverkehr – öffentliche Verkehrsmittel im LinienverkehrPersonennahverkehr
  • Fernzüge der DB (ICE, IC, EC), Fernbusse auf festgelegten Linien oder Routen und Haltepunkten
  • vergleichbare Hochgeschwindigkeitszüge und schnellfahrende Fernzüge anderer Anbieter (z.B. TGV, Thalys).
  • Als ÖPNV gelten alle öffentlichen Verkehrsmittel, die nicht Personenfernverkehr sind!

Beispiel: Franz Fischer wohnt in Nürnberg. Er fährt täglich mit der Bahn zu seiner Arbeitsstelle in Ingolstadt. Der Arbeitgeber hat die Kosten für das Bahn-Ticket übernommen. Die Fahrberechtigung gilt für den Nahverkehr (RE) für die Strecke zwischen Nürnberg – Ingolstadt und weiter bis München.

Folge: Das Jobticket ist steuerfrei, auch wenn das Ticket etwa am Wochenende für Fahrten nach München genutzt werden kann.

Abwandlung 1: Franz Fischer erhält eine Fahrberechtigung für die IC/ICE-Nutzung für die Strecke Nürnberg - Ingolstadt - München.

Folge: In diesem Fall ist die über die Strecke Nürnberg-Ingolstadt hinausgehende Fahrberechtigung steuerpflichtig.

Abwandlung 2: Bei einer IC/ICE-Fahrberechtigung nur für die Strecke Nürnberg – Ingolstadt entstünde keine Steuerpflicht.

Mitnahme von Personen

Umfasst die Fahrberechtigung die Mitnahme von anderen Personen oder ist die Fahrberechtigung auf andere Personen übertragbar, schließt dies die Steuerbefreiung nicht von vornherein aus.

Beispiel: Max Meier erhält von seinem Arbeitgeber ein Jobticket für den Weg zur Arbeit. Abends und am Wochenende kann er einen weiteren Erwachsenen und bis zu zwei Kinder mitnehmen. Das Jobticket ist steuerfrei.

Amortisationsprognose

Die Jobticket-Steuerbefreiung ist nachrangig. D.h., dass die Steuerbefreiung etwa für die Nutzung einer Bahn-Card (auch) für Dienstreisen vorrangig zu berücksichtigen ist. Maßgebend ist die Prognose. Dies hat Bedeutung für die vom Arbeitnehmer im Rahmen seiner Einkommensteuererklärung geltend zu machenden Entfernungspauschale, da die Jobticket-Steuerbefreiung auf die Entfernungspauschale angerechnet wird.

Steuerfreiheit nur für zusätzliche Arbeitgeberleistungen

Der Steuerbefreiung unterliegen nur Arbeitgeberleistungen, die zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn erbracht werden. Als zusätzlich gilt eine Leistung des Arbeitgebers auch dann, wenn der Arbeitnehmer aus den zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Lohn zur Verfügung gestellten Mobilitätsalternativen wählen kann (z.B. Dienstwagen, E-Bike oder Fahrberechtigung für öffentliche Verkehrsmittel).

Icon der App SV von A bis Z

Die SBK bietet Ihnen eine Sozialversicherungslexikon-App für mobile Geräte. Im Lexikon finden Sie die wichtigsten Regelungen rund um die gesetzliche Krankenversicherung und viele nützliche Informationen aus angrenzenden Bereichen, wie z. B. aus der Renten- und Arbeitslosenversicherung sowie aus dem Steuer- und Arbeitsrecht.

Fühlen Sie sich durch die Inhalte gut informiert?