• 0800 072 572 599 99
    Zentrales SBK-Arbeitgebertelefon,
    7 Tage / 24 Std. gebührenfrei
  • Nachricht an SBK
  • SBK, 80227 München

Weitere

Lohnsteuer: Änderungen 2020

Das Jahr 2020 bringt für Arbeitgeber und Arbeitnehmer eine Vielzahl an steuerlichen Änderungen, auf die es sich einzustellen gilt. Wir haben Ihnen die wichtigsten Änderungen zusammengestellt.

Grundfreibetrag steigt

Für Alleinstehende steigt der Grundfreibetrag von 9.168 Euro auf 9.408 Euro. Eine Steuerbelastung tritt somit erst ein, wenn ein Alleinstehender über ein zu versteuerndes Einkommen von mehr als 9.408 Euro jährlich verfügt. Bei Eheleuten verdoppelt sich der Betrag auf 18.816 Euro jählrich. Daneben wird auch die inflationsbedingte kalte Progression für alle Steuerzahler ausgeglichen.

Kinderfreibeträge erhöht

Die Freibeträge für Kinder werden für das Jahr 2020 für zusammen veranlagte Personen von zuvor 7.620 Euro auf 7.812 Euro jährlich angehoben. Der Höchstbetrag für die steuerliche Berücksichtigung von Unterhaltsleistungen an andere unterhaltsberechtigte Personen erhöht sich - ebenso wie der Grundfreibetrag - auf 9.408 Euro jährlich.

Erhöhte Verpflegungspauschalen

Die Verpflegungspauschalen für auswärtige Tätigkeiten werden heraufgesetzt. Für Tage mit mehr als acht Stunden Abwesenheit sowie für An- und Abreisetage steigt die Pauschale von 12 auf 14 Euro, für Reisetage mit ganztägiger Abwesenheit von 24 auf 28 Euro. In dieser Höhe kann Verpflegungsmehraufwand vom Arbeitgeber steuerfrei ersetzt bzw. durch den Arbeitnehmer in der Steuererklärung als Werbungskosten geltend gemacht werden.

Neue Berufskraftfahrerpauschale

Für Berufskraftfahrer wird ein neuer Pauschbetrag in Höhe von 8 Euro pro Kalendertag für Mehraufwendungen eingeführt, die bei einer mehrtägigen beruflichen Tätigkeit im Zusammenhang mit einer Übernachtung im Fahrzeug des Arbeitgebers entstehen. Solche Mehraufwendungen sind etwa Gebühren für die Benutzung der sanitären Einrichtungen auf Raststätten (Toiletten sowie Dusch- oder Waschgelegenheiten) oder Aufwendungen für die Reinigung der Schlafkabine. Der Nachweis höherer tatsächlicher Kosten bleibt möglich.

Erweiterte Förderung für Elektrofahrzeuge

Überlässt ein Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer ein Elektro- oder extern aufladbares Hybridelektrofahrzeug als Dienstwagen, kann der Arbeitnehmer künftig durch eine noch weitergehende Ermäßigung bei der Dienstwagenbesteuerung profitieren. Die Bemessungsgrundlage für den geldwerten Vorteil aus der Privatnutzung solcher Fahrzeuge bleibt grundsätzlich halbiert, bei reinen Elektrofahrzeugen mit einem Listenpreis von nicht mehr als 40.000 Euro beträgt sie ab 2020 sogar nur ein Viertel.

Sachbezugsfreigrenze von 44 Euro

Sachbezüge in Form von Gutscheinen und Geldkarten können Arbeitgeber ihren Arbeitnehmern weiterhin bis maximal 44 Euro im Monat steuerfrei gewähren. Voraussetzung dafür ist, dass diese Zuwendungen zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn gewährt werden, ausschließlich zum Bezug von Waren oder Dienstleistungen berechtigen und dass die Karten keine Barauszahlungs- oder Wandlungsfunktion in Geld haben. Nicht mehr möglich ist die spätere Kostenerstattung.

Steuerklassenwahl bei Arbeitnehmer Ehegatten

Ehegatten/Lebenspartner dürfen ab 2020 mehr als einmal im Kalenderjahr ihre Lohnsteuerklasse wechseln. Unabhängig vom Vorliegen besonderer Gründe können sie damit unterjährig die Steuerlast oder etwaige Lohnersatzleistungen im Rahmen der gesetzlichen Regelungen optimieren.

Lohnsteuerpauschalierung für kurzfristig Beschäftigte

Eine Pauschalierung der Lohnsteuer mit 25 Prozent des Arbeitslohns ist bei kurzfristig beschäftigten Arbeitnehmern zulässig, wenn der durchschnittliche Arbeitslohn je Arbeitstag 120 Euro (statt wie bislang 72 Euro) nicht übersteigt. Außerdem wird der pauschalierungsfähige durchschnittliche Stundenlohn von 12 Euro auf 15 Euro erhöht.

Lohnsteuerpauschalierung bei Fahrradübereignung

Übereignet der Arbeitgeber seinem Arbeitnehmer zusätzlich zum ohnehin geschuldeten Arbeitslohn unentgeltlich oder verbilligt ein betriebliches Fahrrad, kann der geldwerte Vorteil ab 01.01.2020 mit 25 Prozent pauschal besteuert werden und ist in diesem Fall beitragsfrei zur Sozialversicherung.

Pauschalierungsgrenze für Beiträge zu einer Gruppenunfallversicherung

Der Arbeitgeber kann die Beiträge für eine Gruppenunfallversicherung mit einem Pauschsteuersatz von 20 Prozent erheben, wenn der steuerliche Durchschnittsbetrag ohne Versicherungssteuer 100 Euro im Kalenderjahr (bis 2019: 62 Euro) nicht übersteigt.

Bewertungsabschlag bei Mitarbeiterwohnungen

Ab 2020 wird ein neuer gesetzlicher Bewertungsabschlag bei Mitarbeiterwohnungen eingeführt, mit dem bei der Bewertung von Mietvorteilen mögliche Steuerbelastungen bei niedrigen Bestandsmieten gemildert werden können. Danach kann der Ansatz eines Sachbezugs für eine dem Arbeitnehmer vom Arbeitgeber zu eigenen Wohnzwecken überlassene Wohnung unterbleiben, soweit das vom Arbeitnehmer gezahlte Entgelt mindestens zwei Drittel des ortsüblichen Mietwerts und dieser nicht mehr als 25 Euro je Quadratmeter ohne umlagefähige Kosten im Sinne der Verordnung über die Aufstellung von Betriebskosten beträgt.

Icon der App SV von A bis Z

Die SBK bietet Ihnen eine Sozialversicherungslexikon-App für mobile Geräte. Im Lexikon finden Sie die wichtigsten Regelungen rund um die gesetzliche Krankenversicherung und viele nützliche Informationen aus angrenzenden Bereichen, wie z. B. aus der Renten- und Arbeitslosenversicherung sowie aus dem Steuer- und Arbeitsrecht.

Fühlen Sie sich durch die Inhalte gut informiert?