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Treffpunkt Firma kann zur Steuerfalle werden

Bei der Abrechnung von morgendlichen Fahrtkosten eines Arbeitnehmers (ohne erste Tätigkeitsstätte) mit seinem Pkw zur Firma besteht ein kleiner, aber feiner Unterschied.

Entweder kann mit der

abgerechnet werden. Der Bundesfinanzhof (BFH) muss sich derzeit mit dieser Steuerfalle beschäftigen.

Die Entfernungspauschaledes Einkommensteuergesetzes (EStG) kommt lediglich zum Ansatz, wenn der Mitarbeiter nach den Weisungen des Arbeitgebers zur Aufnahme seiner beruflichen Tätigkeit typischerweise arbeitstäglich dauerhaft denselben Ort („Sammelpunkt“) aufzusuchen hat. Doch was bedeutet „typischerweise arbeitstäglich“?

Streitfall vor dem Finanzgericht (FG) Thüringen

Mit dem Urteil vom 5.12.2018 (Aktenzeichen: 1 K 594/16) hat das FG Thüringen die Auffassung des Finanzamts (FA) bestätigt, dass die Fahrten des Klägers zum Betriebssitz seines Arbeitgebers als Fahrten zu einem sog. „Sammelpunkt“ anzusehen sind und deshalb die Entfernungspauschale zum Ansatz kommt. Der Kläger dagegen ist der Ansicht, dass die Fahrtkosten nach Reisekostengrundsätzen zu berücksichtigen sind, da er den Betriebssitz nicht arbeitstäglich angefahren habe. Er sei im Streitjahr auf Nahbaustellen (mit täglicher Rückkehr) an 145 Tagen und auf Fernbaustellen (mit auswärtiger Übernachtung am Tätigkeitsort) an 31 Tagen im Einsatz gewesen.

Auslegung des FG

Das FG versteht die gesetzliche Regelung so, dass die Fälle umfasst sein sollen, in denen der Arbeitnehmer bei jeder Fahrt von seinem Wohnort aus zum Arbeitsbeginn zunächst den durch den Arbeitgeber bestimmten „Sammelpunkt“ anfahren muss.

Auslegung des Klägers

Der Kläger versteht die gesetzliche Regelung so, dass tatsächlich jeden Morgen der Dienst immer an derselben Stelle angetreten werden muss, um von einem Sammelpunkt ausgehen zu können. Bei zwischenzeitlichen Auswärtstätigkeiten mit teilweiser auswärtiger Übernachtung sei das Tatbestandsmerkmal „arbeitstäglich“ somit nicht erfüllt.

Weitere Auswirkung

Bei Annahme eines Sammelpunktes und Nutzung eines Firmenwagens muss vom Arbeitgeber zudem eine Versteuerung des geldwerten Vorteils ggf. mit der 0,03%-Methode vorgenommen werden.

Beispiel 1: Monteur M fährt jeden Morgen mit dem Firmenwagen zum Betrieb, um Material abzuholen. Er hat dort keine erste Tätigkeitsstätte. Da er dort jeden Morgen den Dienst aufnimmt, kann nicht nach Reisekostengrundsätzen abgerechnet werden. Zudem muss die Firmenwagenversteuerung vorgenommen werden. Würde ab und zu das Material zu den Baustellen gebracht werden, entfiele die Firmenwagenbesteuerung.

Beispiel 2: Die Mitarbeiter des Bauunternehmens treffen sich jeden Morgen in der Firma, um sodann mit dem Firmenbulli zu den Baustellen gebracht zu werden. Das FA wird einen Sammelpunkt annehmen.

Ausblick

Der Kläger hat gegen die Entscheidung des FG Thüringen Revision beim BFH eingelegt (Aktenzeichen VI R 6/19). Die Entscheidung des BFH bleibt abzuwarten.