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Wohnungsüberlassung

Bei einer verbilligten Wohnraumüberlassung an den Arbeitnehmer handelt es sich um einen geldwerten Vorteil (Sachbezug), der dem Lohnsteuerabzug zu unterwerfen ist.

Der steuerpflichtige Vorteil aus der Überlassung einer Wohnung ist mit dem um übliche Preisnachlässe geminderten üblichen Endpreis, also dem ortsüblichen Mietwert, anzusetzen. Der Arbeitgeber darf den Vergleichswert anhand der unteren Spanne des Mietspiegels ermitteln.

Neue Steuerbefreiung

Mit dem neuen Bewertungsabschlag gemäß § 8 Abs. 2 Satz 12 Einkommensteuergesetz unterbleibt der Ansatz eines Sachbezugs für eine vom Arbeitgeber zu eigenen Wohnzwecken überlassene Wohnung, soweit

Anwendungsbereich

Begünstigt ist nur die Überlassung einer Wohnung zu eigenen Wohnzwecken des Arbeitnehmers. Als Wohnung wird eine geschlossene Einheit von Räumen angesehen, in denen ein selbständiger Haushalt geführt werden kann. Für die Bewertung einer Unterkunft, die keine Wohnung ist, ist wie bisher der amtliche Sachbezugswert nach der Sozialversicherungsentgeltverordnung (SvEV) maßgebend.

Auf die Eigentümereigenschaft des Arbeitgebers als Bauherr oder als Käufer kommt es nicht an. Damit sind auch vom Arbeitgeber angemietete Wohnungen, die dem Arbeitnehmer überlassen werden, von der gesetzlichen Änderung umfasst.

Wichtig:

Ein Arbeitgeber überlässt einem Beschäftigten ab Januar 2020 eine 100-qm-Wohnung für 700 Euro monatlich zuzüglich 300 Euro Nebenkosten.

Der niedrigste Mietwert der Mietpreisspanne des Mietspiegels für vergleichbare Wohnungen beträgt 12 Euro je qm.

Monatlicher Mietwert 100 qm x 12 Euro1.200 Euro
Umlagefähige Nebenkosten300 Euro
Summe1.500 Euro
abzüglich Bewertungsabschlag 1/3 500 Euro
Verbleiben1.000 Euro
Entgelt des Arbeitnehmers 700 Euro zuzüglich 300 Euro1.000 Euro
Geldwerter Vorteil0 Euro
Geldwerter Vorteil ohne den Bewertungsabschlag mtl.  500 Euro

 

Beträgt die ortsübliche Kaltmiete mehr als 25 Euro pro Quadratmeter, ist der Bewertungsabschlag nicht anzuwenden. Die feste Mietobergrenze von 25 Euro pro Quadratmeter bezieht sich auf den ortsüblichen Mietwert ohne die nach der Betriebskostenverordnung umlagefähigen Kosten. Diese Regelung soll die soziale Ausgewogenheit sichern und der steuerbegünstigten Vermietung von Luxuswohnungen entgegenwirken.

Beispiel

Ein Arbeitgeber überlässt einem Beschäftigten ab Januar 2020 eine 100-qm-Wohnung für 700 Euro monatlich zuzüglich 300 Euro Nebenkosten in bester City-Lage. Der niedrigste Mietwert der Mietpreisspanne des Mietspiegels für vergleichbare Wohnungen beträgt 26 Euro je Quadratmeter mit der Folge, dass der Bewertungsabschlag wegen Überschreitung der Mietobergrenze von 25 Euro entfällt.

Monatlicher Mietwert 100 qm x 26 Euro2.600 Euro
Umlagefähige Nebenkosten300 Euro
Summe  2.900 Euro
Bewertungsabschlag von 1/3 entfällt./.
verbleiben   2.900 Euro
Entgelt des Arbeitnehmers 700 Euro zuzüglich 300 Euro1.000 Euro
Monatlicher geldwerter Vorteil  1.900 Euro
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