Studentenbeschäftigungen: das ist neu!

Wenn Sie Studenten und Praktikanten beschäftigen, sollten Sie u. a. umgehend einen Blick auf deren Arbeitszeit werfen.

Denn seit Kurzem gibt es einige neue Regelungen zu beachten. Die wichtigsten Neuregelungen sehen Sie hier auf einen Blick:

Ende der Hochschulausbildung

Die Hochschulausbildung im Sinne der Sozialversicherung endet nicht mehr mit der Ablegung der Prüfungsleistung, sondern mit Ablauf des Monats, in dem der Studierende vom Gesamtergebnis seiner Leistung schriftlich informiert wurde. Somit endet zu diesem Zeitpunkt auch das Werkstudentenprivileg.

Nacht- und Wochenendarbeiten

Studenten, die nicht länger als 20 Stunden in der Woche arbeiten, sind in der Kranken- und Pflegeversicherung versicherungsfrei (und ebenfalls in der Arbeitslosenversicherung). Bisher gab es eine wichtige Ausnahme von der 20-Stunden-Regel: Lag die Arbeitszeit der Studenten außerhalb der üblichen Vorlesungszeiten - also z.B. nachts oder am Wochenende -, konnten sie regelmäßig auch länger als 20 Stunden in der Woche arbeiten. Sie galten dann weiterhin als hauptsächlich mit dem Studium befasst und waren versicherungsfrei. Lediglich Beiträge zur Rentenversicherung fielen an.

Im November 2016 haben die Spitzenverbände der Sozialversicherungsträger ihre Auffassung dazu korrigiert. Die Arbeitszeit von 20 Stunden in der Woche darf von Studenten während des Semesters nur noch vorübergehend und ausschließlich durch Nacht- und Wochenendarbeit überschritten werden. Wird eine längere Arbeitszeit pro Woche - unter Einschluss von Nacht- und Wochenendarbeit - von vornherein auf Dauer vereinbart, gilt der Student als versicherungspflichtig Beschäftigter. Aber auch wenn die Dauer der längeren Arbeitszeit die Grenze von 26 Wochen im Jahr tatsächlich überschreitet, tritt Versicherungspflicht ein. Sollte eines von beiden auf Ihre Werkstudenten zutreffen, so sollten Sie mit ihnen umgehend einen neuen Arbeitsvertrag mit einer reduzierten Stundenzahl vereinbaren.

Wichtig: Vom Erscheinungsbild eines Studenten ist ebenfalls nicht mehr auszugehen, wenn eine derartige Beschäftigung mit einer Wochenarbeitszeit von mehr als 20 Stunden ohne zeitliche Befristung ausgeübt wird oder auf einen Zeitraum von mehr als 26 Wochen befristet ist. In diesen Fällen gilt der Student als normaler Beschäftigter.

Übergangszeit Bachelor-/Masterstudium

Liegt zwischen einem Bachelor- und Masterstudium eine Lücke, ist grundsätzlich nicht von einer durchgehenden Zugehörigkeit zum Kreise der Studenten gegeben. Es besteht aber die Möglichkeit einer kurzfristigen Beschäftigung. Sollte dies nicht zutreffen, besteht Versicherungspflicht in allen Zweigen der Sozialversicherung.

Praktikanten

Praktikanten, die ein vorgeschriebenes Vorpraktikum über den Zeitpunkt der Studienaufnahme hinaus in unverändertem Umfang für einen kurzen Zeitraum fortführen, ohne dass das Hochschulrecht dem entgegensteht, sind weiterhin als Vorpraktikanten und nicht als Zwischenpraktikanten zu behandeln.
Die Einschreibung während des Vorpraktikums beeinflusst den versicherungsrechtlichen Status in diesen Fällen nicht, wenn der Zeitraum, in dem das Praktikum in das Studium hineinragt, nicht mehr als zwei Wochen ausmacht. Sofern das Praktikum mehr als zwei Wochen in das Studium hineinragt, ist – rückwirkend zum Zeitpunkt des Studienbeginns – eine Differenzierung zwischen Vorpraktikanten und Zwischenpraktikanten vorzunehmen.

Wichtiger Hinweis: Die Neuregelungen gelten ab dem 01.01.2017. Sollte eine Beschäftigung bereits vor dem 01.01.2017 begonnen haben, ist diese erneut zu prüfen und die Beurteilung ab dem 01.01.2017 ist gegebenenfalls anzupassen.

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