Umlageversicherung U1/U2

Im Rahmen der Umlageversicherung wird Arbeitgebern ein Teil der Aufwendungen für die Entgeltfortzahlung bei Krankheit (U1) und in voller Höhe bei Mutterschaft (U2) erstattet.

Geregelt wird dieser Ausgleich seit 01.01.2006 im Aufwendungsausgleichsgesetzes (AAG). Es löste das aus dem Jahr 1969 stammende Lohnfortzahlungsgesetz ab.

Abhängig von Ihrer Betriebsgröße nehmen Sie als Arbeitgeber am sogenannten U1-Umlageverfahren teil. Das hat für Sie den Vorteil, dass Ihre Entgeltfortzahlungskosten nicht ausufern. Gleich zu Jahresbeginn kommen unter Umständen wieder einige Aufgaben auf Sie zu.

Haben Sie 2015 durchschnittlich nicht mehr als 30 Arbeitnehmer beschäftigt, sind Sie 2016 umlagepflichtig zur Umlage U1. Wie Sie die Gesamt-Arbeitnehmerzahl errechnen, erfahren Sie weiter unten („Für den Krankheitsfall: Die Umlageversicherung U1“).

UmlageversicherungUmlagesätze
2014
Umlagesätze
ab 2015
U1 - PremiumtarifErstattung 70 %3,30 %2,40 %
U1 - BasistarifErstattung 50 %1,35 %1,50 %
U2Erstattung 100 %0,28 %0,35 %

Zur Teilnahme an der U1 sind alle Arbeitgeber verpflichtet, die regelmäßig nicht mehr als 30 Arbeitnehmer beschäftigen. Die Teilnahme/Nichtteilnahme kann sich grundsätzlich nur mit dem Ablauf eines Kalenderjahres ändern. Abzuführen ist die Umlage für jeden Mitarbeiter, auch wenn ausschließlich Aushilfen beschäftigt werden.

Sie führen erstmals Beiträge zur Umlageversicherung U1 an die SBK ab?

Dann können Sie zwischen dem Premiumtarif (70 % Erstattung) und dem Basistarif (50 % Erstattung) ab Beginn der Umlagepflicht wählen - vorausgesetzt Ihr Antrag geht bis zum Ende des Monats, in dem erstmalig Umlagebeiträge abzuführen sind, bei der SBK ein.

Für den Wechsel zwischen dem Premium- und Basistarif gilt die Ausschlussfrist. Das heißt, Sie müssen die SBK bis zum 31.01.2016 schriftlich informieren. Der gewählte Tarif gilt dann rückwirkend ab 01.01.2016.

Ihre Wahl gilt mindestens ein Kalenderjahr und verlängert sich automatisch um weitere zwölf Monate, wenn Sie nicht bis zum 31. Januar des Folgejahres einen anderen Tarif wählen.

Wie errechnet sich die Betriebsgröße?

Mitzuzählen sind Voll- und Teilzeitbeschäftigte nach einem bestimmten Gewichtungsprinzip. Mitzuzählen sind Beschäftigte, die wöchentlich

  • nicht mehr als 10 Stunden arbeiten: mit dem Faktor 0,25
  • nicht mehr als 20 Stunden arbeiten, mit dem Faktor 0,50
  • nicht mehr als 30 Stunden arbeiten, mit dem Faktor 0,75
  • mehr als 30 Stunden arbeiten, mit dem Faktor 1,00

Nicht mitzuzählen sind Auszubildende, Heimarbeiter, Teilnehmer am Bundesfreiwilligendienst, Schwerbehinderte, Vorruhestandsgeldbezieher sowie Familienangehörige in der Landwirtschaft.

Was passiert, wenn der Betrieb nicht das gesamte Jahr bestand?

In diesem Fall besteht die Umlagepflicht nur, wenn während der überwiegenden Zahl der Kalendermonate nicht mehr als 30 Arbeitnehmer beschäftigt waren.

Aus welchem Betrag wird der Umlagebeitrag errechnet?

Er bemisst sich nach dem rentenversicherungspflichtigen Arbeitsentgelt jedes Beschäftigten, je Mitarbeiter höchstens aus der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung (2016: West 6.200,- Euro, Ost 5.400,- Euro; 2015: West 6.050,- Euro, Ost 5.200,- Euro). Einmalzahlungen bleiben unberücksichtigt.

Erstattungshöhe: Was wird erstattet?

Je nach Wahl des Umlagetarifes werden 70 % bzw. 50 % des fortgezahlten Bruttoarbeitsentgeltes erstattet.

Da von Einmalzahlungen keine Umlagebeiträge abzuführen sind, können sie bei den Erstattungen ebenfalls nicht berücksichtigt werden. Der Arbeitgeberanteil am Gesamtsozialversicherungsbeitrag ist mit dem Erstattungssatz (70 % bzw. 50 %) abgegolten.

Kalendertägliche Beitragsbemessungsgrenze
(Bruttoarbeitsentgelt) 2016
Erstattung 70 %
(Premiumtarif)
Erstattung 50 %
(Basistarif)
206,67 Euro (West)144,67 Euro103,34 Euro
180,00 Euro (Ost)126,00 Euro90,00 Euro

 
 

Kalendertägliche Beitragsbemessungsgrenze
(Bruttoarbeitsentgelt) 2015
Erstattung 70 %
(Premiumtarif)
Erstattung 50 %
(Basistarif)
201,67 Euro (West)141,17 Euro100,84 Euro
173,33 Euro (Ost)121,33 Euro86,67 Euro

Mehr zum Thema:

Anträge auf Erstattung nach dem AAG

Die Umlage U2 ist seit dem 01.01.2006 von allen Arbeitgebern zu bezahlen - unabhängig von der Anzahl der Beschäftigten. Sie muss für jeden Mitarbeiter gezahlt werden, auch wenn keine Frauen beschäftigt werden. Männer sind von der Umlage U2 also nicht ausgenommen.

Aus welchem Betrag wird der Umlagebeitrag errechnet?

Er bemisst sich nach dem rentenversicherungspflichtigen Arbeitsentgelt jedes Beschäftigten, je Mitarbeiter höchstens aus der Beitragsbemessungsgrenze der Rentenversicherung (2016: West 6.200,- Euro, Ost 5.400,- Euro / 2015: West 6.050,- Euro, Ost 5.200,- Euro). Einmalzahlungen bleiben unberücksichtigt.

Erstattungshöhe: Was wird erstattet?

  • 100 % des nach § 14 Abs. 1 MuSchG gezahlten Zuschusses zum Mutterschaftsgeld.
  • 100 % des bei Beschäftigungsverbot weitergezahlten Bruttoarbeitsentgelts inklusive der vom Arbeitgeber getragenen Beiträge zur Kranken-, Pflege- und Rentenversicherung sowie zur Arbeitsförderung (2016 = 19,33 % / 2015 = 19,33 %).

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Anträge auf Erstattung nach dem AAG

An wen sind die Umlagebeiträge zu bezahlen?

Die Beiträge sind an die Krankenkasse abzuführen, bei der der jeweilige Mitarbeiter versichert ist (Umlagekasse).

Wie sind die Umlagebeiträge abzuführen?

Die Beiträge für die Umlagen U1 und U2 müssen in die entsprechenden Felder des Beitragsnachweises eingetragen werden und gemeinsam mit den Gesamtsozialversicherungsbeiträgen in einer Summe überwiesen werden. Sollten Sie uns ein SEPA-Lastschriftmandat erteilt haben, buchen wir den Betrag mit dem Gesamtsozialversicherungsbeitrag ab.

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Anträge auf Erstattung nach dem AAG