Umzugs- und Unterrichtskosten

Die Kosten für einen beruflich veranlassten Umzug des Arbeitnehmers können vom Arbeitgeber steuerfrei ersetzt werden.

Das Bundesfinanzministerium (MBF) hat hierzu am 18.10.2016 neue Pauschalen bekannt gegeben.

Diese angehobenen Pauschalen gelten rückwirkend zum 01.03.2016

Beendigung des
Umzugs im Zeitraum
LedigeVerheiratete, LebenspartnerErhöhungsbetrag für
jede weitere Person
01.03.2016 bis 28.02.2017746,- Euro1.493,- Euro329,- Euro
ab 01.03.2017764,- Euro1.528,- Euro337,- Euro

Unterrichtskosten

Auch für Unterrichtskosten wurden die Pauschalen angepasst: Der maßgebende Höchstbetrag für einen umzugsbedingten zusätzlichen Unterricht des Kindes beträgt vom 01.03.2016 bis 28.02.2017 1.882,- Euro, ab 01.03.2017 1.926,- Euro.

Beruflich veranlasster Umzug

Arbeitgeber können sich an den Umzugskosten Ihrer Mitarbeiter immer dann steuerfrei beteiligen, wenn es sich um einen beruflich veranlassten Umzug handelt, beispielsweise bei einer

  • erstmaligen Jobaufnahme,
  • Versetzung oder
  • Fahrtzeitverkürzung für die Fahrt zur Arbeit und zurück von täglich mindestens einer Stunde.

Begünstigte Aufwendungen

Zu den begünstigten Aufwendungen zählen beispielsweise

  • Speditionskosten,
  • Transportversicherung,
  • Aufwendungen für die Suche und die Besichtigung der neuen Wohnung,
  • Reisekosten,
  • Mietentschädigung,
  • Maklergebühren (allerdings nicht für den Erwerb von Eigentum).

Daneben sind die o.g. pauschalen Vergütungen für sonstige Umzugsauslagen und für Unterrichtskosten der Kinder begünstigt.

Gut zu wissen:

  • Bei einer Fahrzeitersparnis von einer Stunde bei einem Arbeitnehmerehegatten spielt es keine Rolle, ob sich die Fahrtzeit des anderen Ehegatten möglicherweise sogar verlängert.

Beispiel: Das Ehepaar Müller lebt gemeinsam in Hannover. Während Herr Müller 40 Minuten pro Strecke zu seiner Arbeitsstätte fährt, benötigt seine Frau 1 Stunde 40 Minuten pro Strecke. Sie beschließen umzuzuiehen, um die Fahrtzeit von Frau Müller zu reduzieren.Nach dem Umzug hat Frau Müller eine Fahrtzeit von nur noch 60 Minuten pro Strecke, während sich Herrn Müllers Anfahrt auf 55 Minuten pro Richtung verlängert. Trotzdem muss das Finanzamt den Umzug als beruflich veranlasst und durch eine Fahrtzeitersparnis begründet anerkennen.

  • Umzugskosten können nach Auffassung des Finanzgerichts Köln auch dann beruflich veranlasst sein, wenn durch den Umzug das Kriterium der Verkürzung der Wegezeit um mindestens eine Stunde täglich zwar nicht erfüllt wird, die Arbeitsstätte von der neuen Wohnung aus aber in nur wenigen Minuten zu Fuß ohne Nutzung eines Verkehrsmittels erreicht werden kann (FG Köln v. 24.2.2016, Aktenzeichen 3 K 3502/13). Sie als Arbeitgeber sollten sich in vergleichbaren Fällen auf dieses Urteil berufen.

Unser Tipp: Wenn Sie die Umzugskosten nicht übernehmen, sollten Sie Ihren Arbeitnehmer darauf hinweisen, dass er diese als Werbungskosten in seiner Steuererklärung geltend machen kann. Weitere Informationen hierzu finden Sie im BMF-Schreiben vom 18. Oktober 2016.