Unfall auf Umweg – trotzdem versichert

Sind Ihre Mitarbeiter gelegentlich mit dem Auto unterwegs, stehen sie dabei in der Regel unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung.

Muss jemand beispielsweise wegen eines Staus einen Umweg fahren, bleibt er trotzdem versichert:

Ein Arbeitnehmer wurde von seinem Chef aushilfsweise in einer anderen Filiale eingesetzt. Auf der Fahrt dorthin verunglückte er und lag danach mit einem schweren Schädelhirntrauma zwei Wochen lang im Koma. Da der Unfallort nicht auf dem unmittelbaren Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstelle lag, verweigerte die Berufsgenossenschaft ihre Leistung. Der Arbeitnehmer erwiderte, er habe die andere Route nur wegen eines Staus genommen und sich dann bei schwierigen Licht- und Wetterverhältnissen verfahren.

Sie wissen, dass Ihre Beschäftigten auf dem unmittelbaren Weg von und zur Arbeit gesetzlich unfallversichert sind. Biegt Ihr Arbeitnehmer bloß von dem unmittelbaren Weg falsch ab, ist das für seinen Versicherungsschutz unschädlich. Wichtig ist nur: Er muss an seinem Fahrziel festhalten und sein Weg zur oder von der Arbeit darf sich durch den verkehrsbedingten Abweg nicht wesentlich verlängern.

So spielen dann selbst eine verminderte Aufmerksamkeit und ein Verfahren wegen schlechter Sicht keine Rolle und der Versicherungsschutz bleibt – wie hier – erhalten.

(Urteil des LSG Hessen vom 14.07.2015, Aktenzeichen L 3 U 118/13)