Work-Life-Balance für Frauen 2017

Eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Frauen zwischen 18 und 60 Jahren sind im bundesweiten Durchschnitt der Meinung, dass eine Mutter drei Jahre und zwei Monate nach der Geburt ihres Kindes wieder in Teilzeit erwerbstätig sein kann. Das ergab eine Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB).

Vor allem Frauen in Ostdeutschland und Mütter von jüngeren Kindern können sich die Rückkehr auf den Arbeitsmarkt oft sogar schon früher vorstellen. So nennen in einer Partnerschaft lebende Mütter mit Kindern unter drei Jahren im Durchschnitt zwei Jahre und vier Monate nach der Geburt eines Kindes als richtigen Zeitpunkt für die Aufnahme einer Teilzeittätigkeit. Eine Vollzeiterwerbstätigkeit können Mütter den Befragungsergebnissen zufolge jedoch erst aufnehmen, wenn das Kind sieben Jahre alt ist.

Als Einstiegsalter für eine stundenweise externe Kinderbetreuung nennen Frauen durchschnittlich zwei Jahre und sieben Monate. Eine externe Ganztagsbetreuung halten sie erst bei Kindern von fünf Jahren und vier Monaten für möglich.

Die Altersgrenze für eine externe Kinderbetreuung wird von Frauen also deutlich früher angesetzt als die Altersgrenze für die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit. Die Studie sieht darin einen Hinweis darauf, dass die außerfamiliäre Kinderbetreuung nicht nur wegen der Erwerbsaufnahme, sondern auch zur frühkindlichen Bildung genutzt wird.

Welche Arbeitszeiten wünschen sich Eltern?

Die IAB-Studie analysiert zudem die tatsächliche sowie die gewünschte Arbeitszeit von Männern und Frauen in Abhängigkeit der Haushaltskonstellation:

  • Frauen zwischen 18 und 60 Jahren würden gerne durchschnittlich 28 Stunden arbeiten.
  • Kinderlose Frauen ohne Partner wünschen sich im Durchschnitt eine Tätigkeit von 32 Wochenstunden,
  • kinderlose Frauen mit Partner eine mit 28 Wochenstunden.
  • Die niedrigste Wunsch-Wochenstundenzahl von 22 nennen in einer Partnerschaft lebende Frauen mit Kindern zwischen drei und sechs Jahren.

Bei Männern unterscheiden sich die Arbeitszeitwünsche über alle Familienkonstellationen hinweg dagegen kaum, sie liegen bei 35 Stunden.

Die tatsächliche Arbeitszeit beträgt bei erwerbstätigen Frauen im Durchschnitt 30 Wochenstunden, bei erwerbstätigen Männern 43 Wochenstunden und liegt damit erkennbar über den jeweils gewünschten Werten.

Eine Erhöhung der Wochenstundenzahl wünschen sich vor allem Alleinerziehende mit Kindern unter sechs Jahren sowie Frauen in Paarhaushalten mit Kindern ab sechs Jahren. Hier würde ein Ausbau der öffentlichen Kinderbetreuungsangebote helfen, so die IAB-Studie.

Die Studie basiert auf Ergebnissen einer repräsentativen Befragung von rund 6.500 Frauen und 5.600 Männern.

Quelle: IAB-Kurzbericht 10/2017