Zuwendungen durch Dritte als Arbeitslohn

Auch Geld- und Sachleistungen eines Dritten gehören zum Arbeitslohn.

Das gilt sofern sie ein Entgelt für eine Leistung sind, die der Arbeitnehmer im Rahmen seines Beschäftigungsverhältnisses für seinen Arbeitgeber erbringt.

Im Umkehrschluss liegt kein Arbeitslohn vor, wenn die Zuwendung auf anderen Rechtsbeziehungen zwischen dem Arbeitnehmer und dem Dritten beruht.

Der Lohnsteuer unterliegen Leistungen von einem Dritten, wenn der Arbeitgeber weiß oder erkennen kann, dass derartige Vergütungen an seine Mitarbeiter erbracht werden. Dies wird grundsätzlich bei verbundenen Unternehmen unterstellt. Auch Rabattgewährungen durch Dritte können zu steuerpflichtigem Arbeitslohn führen, aber auch z.B. Bonuszahlungen der Konzernmutter oder sogar Nachwuchsförderpreise eines Arbeitgeberverbandes für die fachlichen Leistungen im Arbeitsverhältnis.

Problem aus Arbeitgebersicht

Der Arbeitgeber hat die Lohnsteuer auch für den vom Dritten erhaltenen Arbeitslohn einzubehalten und an das Finanzamt abzuführen. Damit der Arbeitgeber den Lohnsteuerabzug korrekt durchführen kann, muss der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber alle als Arbeitslohn zu erfassenden Bezüge, die er von Dritten erhält, jeden Monat mitteilen (§ 38 Absatz 4 Satz 3 des Einkommensteuergesetzes - EStG). Kommt der Arbeitnehmer der Mitteilungspflicht nicht nach, muss der Arbeitgeber dies dem Betriebsstättenfinanzamt anzeigen, um nicht in Haftung genommen zu werden.

Wichtig: Den Dritten treffen somit keinerlei lohnsteuerrechtliche Pflichten! Die Verpflichtung zum Lohnsteuerabzug und die daraus resultierende Haftung bleiben stets beim Arbeitgeber.

Beispiel: Im Unternehmen des Entleihers erhalten auch die Leiharbeitnehmer unentgeltlich ein Mittagessen. Der Verleiher hat hierüber Kenntnis und als Arbeitgeber den geldwerten Vorteil für die Gewährung des Mittagessens zu versteuern.

Pauschalversteuerung

Der Arbeitgeber selbst darf die Lohnzahlung eines Dritten nicht nach § 37b EStG mit 30 Prozent pauschal versteuern. Diese Pauschalierung ist nur beim zuwendenden Dritten möglich.

Unser Tipp: Vielleicht bietet sich ja eine Abstimmung zwischen Ihnen als Arbeitgeber und dem schenkenden Dritten an. Das verschenkende Unternehmen kann die Zuwendungen pauschal gemäß § 37b Absatz 1 EStG mit 30 Prozent versteuern, damit sie bei den Arbeitnehmern nicht individuell versteuert werden müssen.