Zuzahlungsbefreiung
Unter bestimmten Voraussetzungen können Sie von den Zuzahlungen befreit werden
Gesetzlich Versicherte übernehmen bei einigen medizinischen Leistungen einen Teil der Kosten selbst, zum Beispiel bei Krankengymnastik, Medikamenten oder Behandlungen im Krankenhaus. Dieser Anteil heißt Zuzahlung.
In der Regel betragen Zuzahlungen 10 % der Kosten einer Leistung. Für eine stationäre Behandlung dagegen, zum Beispiel im Krankenhaus oder bei einer Kurmaßnahme, zahlen Versicherte in den ersten 28 Tagen 10 € je Kalendertag hinzu.
Welche Zuzahlung bei welcher Art von Leistung und in welcher Höhe Sie entrichten, erfahren Sie auf der Seite
Zuzahlungsgrenze
Die Zuzahlungsgrenze ist der Maximalbetrag für Ihre Zuzahlungen. Die Zuzahlungen sind auf 2 % der jährlichen Bruttoeinnahmen eines Haushalts begrenzt. Wenn eine Person im Haushalt schwerwiegend chronisch krank ist, sind die Zuzahlungen auf 1 % der jährlichen Bruttoeinnahmen begrenzt.
Für die Berechnung werden immer die Einnahmen und Zuzahlungen aller Familienmitglieder im gemeinsamen Haushalt betrachtet. Zusätzlich werden Freibeträge für die Ehegattin oder den Ehegatten, die Lebenspartnerin oder den Lebenspartner sowie für jedes Kind abgezogen.
Die Zuzahlungsgrenze wird immer für alle Familienmitglieder eines Haushaltes gemeinsam berechnet. Zum Haushalt zählen
Die Zuzahlungsgrenze wird immer für alle Familienmitglieder eines Haushalts zusammen ermittelt. Haben diese die Zwei-Prozent-Grenze erreicht, sind die versicherte Person sowie alle oben genannten im Haushalt lebenden Familienmitglieder für das restliche Kalenderjahr von weiteren Zuzahlungen befreit.
Eine Zuzahlungsbefreiung gilt immer für ein Kalenderjahr, also vom 1. Januar bis zum 31. Dezember. Die Zuzahlungsgrenze muss daher jedes Jahr neu festgestellt werden – auch wenn sich Ihre Einkünfte nicht verändert haben.
Für die Berechnung der Zuzahlungsgrenze werden alle persönlichen Einnahmen herangezogen, die den im Haushalt lebenden Familienmitgliedern für den Lebensunterhalt zur Verfügung stehen. Dabei ist es unerheblich, ob sie versteuert werden oder nicht. Zu den Einnahmen gehören unter anderem:
Legen Sie Ihrem Antrag geeignete Nachweise für alle Einkünfte bei. Dazu zählen:
Leben in Ihrem gemeinsamen Haushalt Ihre Ehepartnerin oder Ihr Ehepartner und Kinder? In diesem Fall werden bei der Berechnung Ihrer Belastungsgrenze Freibeträge von Ihrem Gesamteinkommen abgezogen. Diese werden jährlich neu festgelegt.
| Jahr | Freibetrag Ehepartnerin/Ehepartner | Freibetrag je Kind |
|---|---|---|
| 2026 | 7.119 € | 9.756 € |
| 2025 | 6.741 € | 9.600 € |
| 2024 | 6.363 € | 9.312 € |
| 2023 | 6.111 € | 8.952 € |
| 2022 | 5.922 € | 8.548 € |
| 2021 | 5.922 € | 8.388 € |
| 2020 | 5.733 € | 7.812 € |
Es gibt bestimmte Einkünfte, die nicht bei der Berechnung Ihrer Zuzahlungsgrenze berücksichtigt werden. Dies sind in der Regel zweckgebundene Einnahmen, die Mehraufwände ausgleichen. Dies können Mehraufwände aufgrund von Behinderung, Krankheit oder Pflegebedürftigkeit sein. Dazu gehören:
Bitte geben Sie bei Ihrem Antrag auf Befreiung von Zuzahlungen trotzdem alle Einkünfte an. So vermeiden Sie Rückfragen.
Bei manchen Personen werden nicht die einzelnen Einkünfte zusammengezählt, sondern es wird ein gesetzlich festgelegter Einkommenswert zugrunde gelegt. Dieser sogenannte Regelbedarfssatz beträgt 6.756 € für das Jahr 2026 (2025: 6.756 €). Diese Sonderregelung gilt für Personen, die für das Jahr, für das sie die Befreiung beantragen wollen, eine der folgenden Voraussetzungen erfüllen:
Bitte legen Sie Ihrem Antrag auf Befreiung von den Zuzahlungen in diesem Fall Ihren Bewilligungsbescheid der jeweiligen Leistung bei.
Eine Übersicht über die Regelbedarfssätze und die daraus resultierenden Belastungsgrenzen haben wir Ihnen hier zusammengestellt:
| Jahr | Regelsatz Monat | Regelsatz Jahr | Belastungsgrenze (2 %) |
|---|---|---|---|
| 2024 - 2026 | 563 € | 6.756 € | 135,12 € |
| 2023 | 502 € | 6.024 € | 120,48 € |
| 2022 | 449 € | 5.388 € | 107,76 € |
Ihre Zuzahlungsgrenze wird auf 1 % gesenkt, wenn ein Familienmitglied im gemeinsamen Haushalt eine schwerwiegende chronische Erkrankung hat. Eine Krankheit gilt als schwerwiegend chronisch, wenn sie wenigstens ein Jahr lang, mindestens einmal pro Quartal ärztlich behandelt wurde. Dies nennt man Dauerbehandlung.
Zusätzlich muss mindestens einer der folgenden Punkte zutreffen:
Herr M. meldet sich bei der SBK, um sich von den Zuzahlungen befreien zu lassen. Er erhält eine Altersrente von 800 € pro Monat vor Abzug von Sozialabgaben und Steuern (Bruttorente). Zusätzlich hat er Mieteinnahmen in Höhe 150 € pro Monat.
| Einnahme | monatlicher Betrag | jährlicher Betrag |
|---|---|---|
| Altersrente | 800 € | 9.600 € |
| Mieteinnahmen | 150 € | 1.800 € |
| Summe | 950 € | 11.400 € |
Herr M. verfügt damit über jährliche Bruttoeinnahmen in Höhe von 11.400 €. Das bedeutet, dass er jährlich Zuzahlungen bis zu einer Höhe von 228 € selbst trägt. Zuzahlungen, die diesen Betrag übersteigen, erstattet die SBK.
In diesem Jahr hat er sich bereits mehrmals an seinen Behandlungskosten beteiligt, zum Beispiel bei einer längeren Krankenhausbehandlung:
| Leistung | Betrag der Zuzahlung |
|---|---|
| Krankenhausbehandlung | 200 € |
| Medikamente | 20 € |
| Krankengymnastik | 20 € |
| Summe | 240 € |
Er hat damit in diesem Jahr bereits 240 € an Zuzahlungen gezahlt. Da seine individuelle Zuzahlungsgrenze nur bei 228 € liegt, erstattet ihm die SBK 12 €. Zusätzlich erhält er einen Befreiungsausweis, damit er in diesem Jahr keine Zuzahlungen mehr leisten muss.
Wenn Herr M. chronisch krank wäre, wäre seine individuelle Zuzahlungsgrenze bei 114 €. Er würde eine Erstattung von 126 € bekommen.
Sparen Sie sich das Sammeln der Belege: Wenn Sie schon vorher wissen, dass Sie im folgenden Jahr 2 % bzw. 1 % Ihrer Einnahmen für Zuzahlungen ausgeben werden, können Sie den Betrag im Voraus an uns überweisen. Sie erhalten dann pünktlich zu Beginn des entsprechenden Jahres Ihren Befreiungsausweis, sodass während des Jahres keine weiteren Zuzahlungen auf Sie zukommen. Bitte sprechen Sie dafür einfach Ihre SBK Kundenberaterin oder Ihren SBK Kundenberater an.
Wichtig: Sollten Sie wider Erwarten unter der Belastungsgrenze bleiben, bekommen Sie die bereits gezahlte Vorauszahlung nicht erstattet. Daher eignet sich die Vorauszahlung vor allem für diejenigen, die über Jahre an einer chronischen Erkrankung leiden und gut einschätzen können, welche Zuzahlungen jährlich anfallen.
So beantragen Sie eine Zuzahlungsbefreiung
Es gibt zwei Möglichkeiten der Befreiung:
1. Wenn Sie in diesem Jahr bereits Zuzahlungen geleistet haben
Beantragen Sie eine Zuzahlungsbefreiung ganz einfach in Meine SBK.
Alternativ können Sie den Antrag herunterladen und ausfüllen. Senden Sie den ausgefüllten Antrag dann einfach mit den Belegen über Ihre geleisteten Zuzahlungen per Post. Unsere Adresse und einen Freiumschlag finden Sie
Wir prüfen gern für Sie, ob Ihr Zuzahlungsbetrag bereits über Ihrer Belastungsgrenze liegt und erstatten Ihnen den darüberliegenden Betrag anschließend auf Ihr Konto. Bitte beachten Sie, dass für die Beantragung die gesetzliche Verjährungsfrist von vier Jahren gilt. Nutzen Sie unseren
2. Wenn Sie sich im Voraus von den Zuzahlungen befreien lassen möchten
Beantragen Sie eine Zuzahlungsbefreiung ganz einfach in Meine SBK.
Sie überweisen anschließend den Betrag in Höhe Ihrer zu leistenden Zuzahlungen. Daraufhin erhalten Sie Ihren persönlichen Befreiungsausweis, den Sie später in der Apotheke oder bei anderen Leistungserbringern vorlegen. Sie brauchen dann keine Belege mehr zu sammeln.
Sie sind bereits für das laufende Kalenderjahr von den gesetzlichen Zuzahlungen befreit? In diesem Fall senden wir Ihnen ein Antragsformular für die Teilnahme an unserer Vorauszahlungsaktion zu Beginn des vierten Quartals automatisch zu.