Häufige Fragen zum Chlamydien-Screening

Ihre Entscheidungshilfe für mehr Sicherheit bei der Früherkennung.

Das Chlamydien-Screening ist eine Vorsorgeuntersuchung für junge Frauen auf den bakteriellen Erreger Chlamydia trachomatis. Was Chlamydien genau sind, wie man sie erkennt und was dagegen helfen kann, haben wir in den häufigsten Fragen zum Thema zusammengefasst.

Chlamydien gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Krankheiten. Eine Infektion mit Chlamydien-Bakterien kann zu einer ernsthaften Erkrankung mit langfristigen Folgen wie zum Beispiel Unfruchtbarkeit führen. Ca. 300.000 Frauen in Deutschland stecken sich jedes Jahr mit dem Erreger an.

Chlamydien werden vor allem beim ungeschützten Geschlechtsverkehr übertragen. Das Risiko steigt mit der Anzahl der Sexualpartner. Aber auch durch Umarmungen, gemeinsames Baden, in Schwimmbädern oder über Toilettenbrillen können die Bakterien übertragen werden.

Die Beschwerden bei einer Chlamydien-Infektion sind oft geringfügig und unspezifisch, sodass diese oft unbemerkt bleibt. Anzeichen für eine Infektion können ein gelblicher Ausfluss, Brennen beim Wasserlassen, wechselnde Unterleibsschmerzen oder Zwischenblutungen sein.

Wenn eine Chlamydien-Infektion lange Zeit nicht behandelt wird, kann sie zu Unfruchtbarkeit, einer Eileiter- oder Bauchhöhlenschwangerschaft oder zu Entzündungen der Organe des kleinen Beckens führen. Bei ca. 40 Prozent der Infektionen kommt es zur Entzündung der Gebärmutter und Eileiter.

Auch Männer können sich mit Chlamydien infizieren. Ähnlich wie bei Frauen haben Männer bei einer Chlamydien-Infektion selten bis nie Symptome. Krankheitsanzeichen können beispielsweise Juckreiz, Schmerzen und brennen beim Wasserlassen und Ausfluss im Genitalbereich sein. Ob eine Infektion vorliegt, kann der Urologe anhand eines Abstrichs aus der tiefen Harnröhre untersuchen.

Wenn das Testergebnis positiv ausfällt, wird die Infektion mit Antibiotika behandelt und heilt wieder aus. Auch der Partner sollte mit in Behandlung, da dieser ebenfalls infiziert sein kann. So soll eine Wiederansteckung vermieden werden.

Für Männer ist das Chlamydien-Screening als Früherkennungsuntersuchung nicht vorgesehen, da die Datenlage zum Nutzen eines Screenings für Männer vom Gemeinsamen Bundesausschuss (GBA) als unzureichend bewertet wurde. Daher werden die Kosten für das Screening von Männern nicht übernommen. 

Wird ein Urintest auf Chlamydien jedoch ärztlich angeordnet, z.B. bei vorliegenden Beschwerden oder weil bei der Partnerin eine Infektion nachgewiesen wurde, wird der Test über die SBK Gesundheitskarte abgerechnet. Ebenso werden die Kosten zur Behandlung einer nachgewiesenen Infektion von der SBK übernommen.

Studien zeigen, dass eine Früherkennung nur bei sexuell aktiven Frauen bis zum 25. Lebensjahr sinnvoll ist. Aus diesem Grund hat der GBA für die gesetzlichen Krankenkassen eine Kostenübernahme für Frauen bis zu diesem Alter beschlossen.

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